Jörg Meuthen, Spitzenkandidat der AfD, spricht vor 120 Zuhörern in Eschental

Auf Gegendemonstranten war die AfD vorbereitet: Mehrere Männer mit weißen Ordnerbinden standen am Dienstagabend am Eingang zum Landhotel Günzburg in Eschental. Doch es gab keinerlei Protest.

JOCHEN KORTE | 21 Meinungen

Im Saal sitzen etwa 120 Personen, überwiegend Männer. Viele im mittleren Alter, aber auch ältere. Der baden-württembergische Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD), Professor Dr. Jörg Meuthen, freut sich über das Interesse. "Sie wollen wir erreichen", sagt er. Konziliant im Ton fällt seine Kritik an den Altparteien, die er Kartellparteien nennt, umso rigoroser aus. Diese seien ratlos, tief frustriert und bangten um ihre Pfründe. Die AfD schicke sich an, wie einst die Grünen, die politische Landschaft zu verändern - nur viel schneller. Seine Partei sei übelsten Diskriminierungen ausgesetzt. "Rassistische Hetzer nennt uns der Noch-Finanzminister", meinte Meuthen. Und entgegnete: "Ich habe mit Rassismus nichts am Hut."

Besonders schießt er sich auf die SPD ein. "Gabriel, Stegner und Schmid sind drittklassige Demagogen, die sich mit uns nicht inhaltlich auseinandersetzen können", fährt er fort. Die CDU befinde sich im Zustand "höherer Wirrnis" und habe keine klare Konzeption. Die FDP sei opportunistisch. Die Grünen machten mit beim AfD-Bashing. Seine Prognose: "Die Regierenden werden eine Forderung nach der anderen von uns übernehmen und als ihre eigene ausgeben." Als Kronzeugen beruft er sich auf den Tübinger OB Boris Palmer und auf CSU-Chef Horst Seehofer. Immer wieder wird seine Rede von kräftigem Beifall unterbrochen.

Die AfD ist nach Meuthens Ausführungen breit aufgestellt und "keine Ein-Themen-Partei". Mit der Flüchtlingskrise habe der Erfolg wenig bis gar nichts zu tun. Die vierstufige Lösung der Flüchtlingskrise beschreibt Meuthen so: Die Grenzen kurzfristig schließen, um die Kontrolle wiederzuerlangen; das großzügige Asylrecht reformieren und an andere Staaten angleichen; Flüchtlinge sollen erst gar nicht nach Europa einreisen, sondern in Lagern in Tunesien, Türkei, Jordanien und dem Libanon aufgefangen werden. Wer dort Asylgründe nachweisen könne, sollte auf legalem Wege "reinkommen". Punkt vier ist die konsequente Abschiebung von Flüchtlingen aus Deutschland, die keine Bleibeperspektive haben. "Das wird keine schöne Veranstaltung", so Meuthen. Grenzzäune gebe es auch zwischen den USA und Mexiko sowie an den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Marokko. "So lange die europäische Grenzsicherung nicht funktioniert, müssen wir es national machen", meint Meuthen.

Udo Stein, Landtagskandidat für den Wahlkreis Hall, will sein Hauptaugenmerk auf die "althergebrachte Familie" mit Vater, Mutter und Kind sowie die "direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild" richten. "Wir wollen endlich gefragt werden, ob wir das auch schaffen wollen, Frau Merkel", so seine Aussage zur Flüchtlingsfrage.

Der AfD-Kandidat für den Wahlkreis Hohenlohe, Anton Baron, kritisiert die Willkommenskultur von Kanzlerin Merkel. Kritik übt er an der "Energiewende ohne Konzept". Sollte die Endlagerfrage gelöst sein, kann er sich eine Renaissance der Kernenergie vorstellen. "Bargeld ist Freiheit", sagt er zu Diskussionen um die Abschaffung des Bargeldes.

Mit Diskussionen über Bargeld, Euro, Vermögensbesteuerung und Flüchtlingen endet die Veranstaltung nach zweieinhalb Stunden.

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21 Kommentare

25.02.2016 18:20 Uhr

Meuthens Asylkonzept ist Unsinn.

Meuthens Konzept zur Lösung der Asylkrise steht im Widerspruch zu den Forderungen anderer AfD-Landesverbände.

Die AfD-Sachsen-Anhalt als auch die AfD-Mecklenburg-Vorpommern forderten bereits einen kompletten Aufnahmestopp auf unbestimmte Zeit und ob danach noch jemals wieder Asylbewerber aufgenommen werden sollen, ist nicht geklärt.

Der Vorsitzende der AfD in Thüringen forderte bereits eine "Obergrenze von Minus 200 000" im Jahr, was bereits bedeutet, dass nicht nur keine weiteren Asylanten mehr in Deutschland aufgenommen werden sollten sondern mindestens 200 000 pro Jahr dieses Land wieder verlassen sollten.

Und das sind alles sinnvollere und praktiablere Lösungen als das was Herr Meuthen sich da zusammengeraumt. Es sind auch sinnvollere Lösungen für die Zukunft dieses Landes und dieses Landes. Denn Meuthens Pläne bedeuteten bestenfalls eine Reduktion der Asylbewerberzahlen.

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25.02.2016 18:49 Uhr

Antwort auf „Meuthens Asylkonzept ist Unsinn.”

Ja und, wen juckt es was irgendwelche AfD-Marktschreier fordern?
Si können genauso gut auch nach Freibier für alle schreien oder fordern, dass der Mond aus Käse sei.
Wenn juckt's?

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25.02.2016 19:00 Uhr

Ihnen kann Herr Meuthens Asylkonzept tatsächlich gleichgültig sein.

Lieber Herr GEREON BRINKS,

Ihnen als Nicht-AfD-Unterstützer und Wähler und Unterstützer der etablierten Parteien kann das, was Herr Meuthen fordert, tatsächlich vollkommen egal sein.

Aber die AfD-Wähler/innnen und der AfD-Basis kann es gerade nicht egal. Diese Menschen wählen die AfD gerade deshalb, weil die Entwicklung dieses Landes in Richtung Islamisierung, Verslumung, Heterogenisierung der deutschen Bevölkerung ablehnen. Diese Menschen wollen, dass diese Entwicklung aufgehalten wird und nicht nur verlangsamt.

Und diesen Menschen kann es nicht egal sein, wenn einer ihrer Vorsitzender als vermeintliche "Lösung" eine Licht-Version der Einwanderungspolitik der Altparteien fordert, wenn er eine Politik fordert, die genauso auf eine muslimische Mehrheitsgesellschaft hinausläuft wie die Politik von Merkel, Gabriel, Kretschmann und Co nur eben etwas langsamer.

Freundliche Grüße.

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25.02.2016 19:51 Uhr

Antwort auf „Ihnen kann Herr Meuthens Asylkonzept tatsächlich gleichgültig sein.”

Was solll eigentlich Herr Rizzolis regelmäßiger Tick mit seinen regelmäßigen, fast identischen Doppel-postings. Im vorliegenden Fall unterscheiden sich beide nur um vier unwichtige Worte und um "Freudliche Grüße". Will er sich am Ende gar nur noch wichtiger machen als er eh schon ist? Das ist hoffentlich nichts Besorgniserregendes.

Zitat: "Diese Menschen wählen die AfD gerade deshalb, weil die Entwicklung dieses Landes in Richtung Islamisierung, Verslumung, Heterogenisierung der deutschen Bevölkerung ablehnen"Es ist auch schön zu erkennen, dass ein Herr Rizzoli in seiner Allmacht und Allwissenheit ganz genau weiß, was jeder einzelen AfD-Wähler will und was nicht."

Es ist geradezu gnadenreich, dass man erkennen darf, dass ein Herr Rizzoli in seiner Herrlichkeit und Allwissenheit ganz genau weiß, was jeder einzelen AfD-Wähler will und was nicht.
Ja, er steht halt für die wahre Lehre und die Reinheit des AfD-Glaubens.
Mit solch überragenden Fähigkeiten ist meines Wissen auf unserem Planeten sonst kein menschliches Wesen gesegnet.

Aber macht ja nichts, vielleicht bildet er sich dieses Wissen ja auch nur ein.
Soll ja ab und zu mal vorkommen, dafür gibt es meines Wissens sogar einen Fachbegriff.

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25.02.2016 20:30 Uhr

Ganz einfach Herr Brinks.

"Es ist geradezu gnadenreich, dass man erkennen darf, dass ein Herr Rizzoli in seiner Herrlichkeit und Allwissenheit ganz genau weiß, was jeder einzelen AfD-Wähler will und was nicht."

Es ist eigentlich ganz einfach: Das hat nichts mit Allwissenheit zu tun, sondern einfach nur mit kalter nüchterner Logik.

Denn wenn die Leute eine Einwanderungspolitik wollen, die über kurz oder lang zum völligen Umkippen der Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten der islamisch-geprägten Bevölkerung führt, können sie ja auch die Altparteien wählen.

Die AfD wird von Leuten gewählt, die etwas anderes wollen als das, was die etablierten Parteien bieten und wollen. Und wenn ein Herr Meuthen, genauso wie sein Vorbild Bernd Lucke, die AfD möglichst schnell in einen Abklatsch der etablierten Parteien verwandeln wollen, dann verschrecken sie damit Wähler und zerstören damit den Erfolg der AfD.

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29.02.2016 09:32 Uhr

Antwort auf „Ganz einfach Herr Brinks.”

Zitat: "...und zerstören damit den Erfolg der AfD."
JA, das ist doch wunderbar!

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25.02.2016 23:00 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Meuthens Asylkonzept ist Unsinn.””

Mich juckts, ich möchte informiert sein und höre nicht auf das was in Pressekomentaren herumgeplappert wird.

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25.02.2016 19:10 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Meuthens Asylkonzept ist Unsinn.””

Lieber Herr GEREON BRINKS,

Ihnen als Nicht-AfD-Unterstützer und Wähler und Unterstützer der etablierten Parteien kann das, was Herr Meuthen fordert, tatsächlich vollkommen egal sein.

Aber die AfD-Wähler/innnen und der AfD-Basis kann es gerade nicht egal sein. Diese Menschen wählen die AfD gerade deshalb, weil sie die Entwicklung dieses Landes in Richtung Islamisierung, Verslumung, Heterogenisierung der deutschen Bevölkerung ablehnen. Diese Menschen wollen, dass diese Entwicklung aufgehalten wird und nicht nur verlangsamt, wie von Meuthen beabsichtigt.

Und diesen Menschen kann es nicht egal sein, wenn einer ihrer Vorsitzender als vermeintliche "Lösung" eine Light-Version der Einwanderungspolitik der Altparteien fordert – wenn er eine Politik fordert, die genauso auf eine muslimische Mehrheitsgesellschaft hinausläuft wie die Politik von Merkel, Gabriel, Kretschmann und Co. nur eben etwas langsamer.

*** *** ***

Bitte an die Moderation: Dies ist die korrigierte Version meines vorigen Kommentars. Bitte deshalb nur den vorhergehenden Kommentar löschen. Danke.

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25.02.2016 18:35 Uhr

Meuthen will, dass die muslimische Masseneinwanderung fortgesetzt wird.

Die vierstufige Lösung der Flüchtlingskrise beschreibt Meuthen so: Die Grenzen kurzfristig schließen, um die Kontrolle wiederzuerlangen; das großzügige Asylrecht reformieren und an andere Staaten angleichen;

"Flüchtlinge sollen erst gar nicht nach Europa einreisen, sondern in Lagern in Tunesien, Türkei, Jordanien und dem Libanon aufgefangen werden. Wer dort Asylgründe nachweisen könne, sollte auf legalem Wege "reinkommen". "

Das bedeutet im Klartext: Die massenhafte Einwanderung von Arabern und anderen muslimischen Dritte-Welt-Migranten nach Europa und auch nach Deutschland soll ungehindert weitergehen - nur eben in einem etwas geringeren Ausmaß.

Deutschland hat bereits im letzten Jahr 1, 1 Millionen Asylanten aufgenommen und in diesem Jahr werden vorrausitzlich die zweifache Menge kommen. Die Kosten allein zur Versorgung sind die gigantisch. Deutschland ist mit den Asylbewerbern, die jetzt schon da sind überlastet, und Herr Meuthen will immer noch mehr ins Land reinlassen.

Aber Meuthens Vorschlag ignoriert nicht nur die Notlage Deutschlands sie ist auch vollkommen irrsinnig. Und warum sollte man Flüchtlinge überhaupt erst nach Europa "reinlassen", wenn man sie genauso gut in den besagten "Tunesien, Türkei, Jordanien und dem Libanon" unterbringen und versorgen könnte. Wieso sollte man etwa 1000 Flüchtlinge aus Dritte-Welt-Ländern nach Europa hohlen und dort unterbringen, wenn man für das gleiche Geld aufgrund der niedrigen Lebenshaltungskosten in den Anrainerstaaten 10000 oder 100 000 Flüchtlinge versorgen könnte.

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25.02.2016 20:21 Uhr

Meuthen ist eine Bürde für die AfD

Meuthens inhaltliche Positionen, sein rhetorischer Stil und ja selbst Umgang mit den Medien und etablierten Parteien ist eins zu eins die, von Lucke, Henkel und Kölmel.

Ihm fehlt jedwede echte Gesamt-Stragegie für die AfD, außer die Partei in Inhalten und Sprache stromlinienförmig dem linksgrünen Mainstream anzupassen, und seine Beiträge in Diskussionen und Interviews besteht in weiten Teilen aus Relativierungen, Entschuldigungen und Distanzierungen gegenüber der eigenen Partei.

Die Zukunft Deutschlands und der Deutschen sind ihm völlig gleichgültig: Die Einwanderungsrate soll zwar etwas reduziert werden aber die Einwanderung nach Deutschland soll ruhig weiter Dauerzustand bleiben, solange bis die Deutschen eben eine Minderheit im eigenen Land geworden sind.

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25.02.2016 18:58 Uhr

Antwort auf „Meuthen will, dass die muslimische Masseneinwanderung fortgesetzt wird.”

Tja, was würde ein Herr Rizzoli wohl machen, wenn seine Träume vom völkisch reinen Deutschland tatsächlich so sehr gedeihen würden, dass sogar Menschen, die vielleicht südeuropäische Vorfahren haben oder auch nur einen "nicht-deutsch genug" klingenden Nachnamen tragen, von dieser reinen, gesunden Volksgemeinschaft mit gesundem Volksempfinden schlicht vor die Tür gesetzt würden? Oder ihnen sogar noch Schlimmeres drohte?

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25.02.2016 19:14 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Meuthen will, dass die muslimische Masseneinwanderung fortgesetzt wird.””

Lieber Herr GEREON BRINKS,

Bitte nehmen sie zur Kenntnis, dass es zwischen einer Bevölkerung nur aus ethnischen Deutschen und einer Gesellschaft bestehend aus mehrheitlich muslimischen Dritte-Welt-Volksgruppen, in denen Deutsche wie Europäer nur noch eine kleine Minderheit sind, noch andere denkbare Zukunftsszenarien für die Bevölkerung Deutschlands gibt.

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25.02.2016 19:39 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Meuthen will, dass die muslimische Masseneinwanderung...

Ja, es gibt nicht nur schwarz und weiß..
Dann fragt man sich halt, warum Herr Rizzoli regelmässig vom Deutschen Volk in Reinkultur träumt und gleichzeitig unsinnig davon schwafelt , dass Deutschland schon in wenigen Jahren mehrheitlich von -natürlich!- muslimischen Mehrheitsgesellschaften unterjocht wäre.
Beides ist Blödsinn.
Und ich habe mit keiner Religionsgemeinschaft ein Problem.
Ich habe allerdings mit religiösen Fanatikern ein Problem, egal welcher angeblichen Glaubensrichtung, die zu Hass und Gewalt aufrufen oder sogar Gewalttaten begehen. Und die gibt es in jeder Religion. Wobei es dabei ja auch nicht um Religion geht, wie immer in der Menschheitsgeschichte wird sie halt gerne als Ideologie und Vorwand missbraucht. Und da braucht sich keine Religion besser als die andere zu fühlen.

Am allermeisten Probleme habe ich aber mit pauschalisierenden Herabsetzungen und Hetze gegenüber Gruppen von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaube, ihres Aussehen, ihrer Sprache oder Religion.

Und Herr Rizzoli, betreibt genau dieses.

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28.02.2016 18:41 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Meuthen will, dass die muslimische...

Das Wort "Reinkultur" würde ich schon als anrüchig ansehen. Ist es hier wirklich angebracht?
Zwischen alle Asylbewerber aufnehmen und überhaupt keinen aufnehmen gibt es noch einige Zwischenstufen. Bei einer Million Asylbewerber wären das genau 999.998.

Störer aus der eigenen Lebensweise heraushalten zu wollen halte ich nicht für Reinkultur sondern für ein Grundbedürfnis der Menschheit.
Es will zwar immer noch nicht jeder sehen, aber es gibt doch wirklich aktuell genügend Anzeichen dass sich nicht nicht alle Religionen gleichermaßen sondern die Verdreher und Fehlinterpretierer einer einzigen Religion sehr überdurchschnittlich zur Herrschaft der Erde berufen fühlen. So ganz ins Abseits stellen sollte man die Bedenken also nicht.

Ich kenne die sonstigen Beiträge Ihres Vorredners nicht. Kann es trotzdem sein dass Sie da aneinander vorbei reden?

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28.02.2016 19:20 Uhr

Kein Missverständnis

Herr Mau, ich beglückwünsche Sie, dass Sie die Tiraden meines Vorredners nicht kennen und werde seine Ausfälligkeiten hier sicher nicht wiederholen.

Falls Sie meinen, dass sich derzeit besonders eine Religion negativ hervortut, möchte ich fragen, ob Sie vielleicht die im nachfolgenden Artikel der Frankfurter Allgemeine geschilderten radikalen Gruppen meinen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/putin-orban-und-afd-rechte-christen-finden-politische-heimat-14043650.html

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28.02.2016 19:48 Uhr

Antwort auf „Kein Missverständnis”

Von denen habe ich bisher noch nichts gehört.
Ich sage ja immer, nicht die Realität erzeugt Stimmungen sondern die Art und Weise wie diese Realität bzw. was von ihr bei den Menschen ankommt. Auch wenn es noch andere Irrgänger gibt, die einen (die in meinen Augen trotzdem zur Zeit die gefährlichsten sind) bleiben trotzdem bestehen.
Die Wissen über weitere Bedrohungen nimmt die Angst vor der bekannten leider nicht weg.
Zu sagen, es sind ja schon eigene Irre da, dann machen weitere die wir bedenkenlos hereinlassen auch nichts aus, macht auch nichts besser. So einfach ist es leider eben nicht grinsen

Ich versuche einfach zu verstehen warum andere extremer denken als ich. Wenn ich wirklich darüber nachdenke, verstehe ich es. Den Mut zu diesem Versuch hätte ich vor allem der Politik schon vor langem gewünscht. Dann wären wir nicht radikaler geworden als jetzt. Sowohl in der offiziellen Politik, als auch in dem was sich im Hintergrund so alles tut.

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28.02.2016 20:19 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Kein Missverständnis””

Nein, so einfach ist es leider wirklich nicht.

Ich habe schon ein paar Ideen, warum manche Menschen radikalem Gedankengut nachhängen.
Das hat zum Beispiel sicher damit zu tun, in welchem Umfeld sie aufgewachsen sind. Weiter ist sicher von Bedeutung, ob sie mit ihren Lebensumständen zufrieden sind und ob sie funktionierende soziale Beziehungen haben oder ob sie das halt nicht haben.
Weiterhin ist so, dass sich Menschen, die u.a. aus den genannten Gründen nicht in sich gefestigt sind, halt für Angst- und Hassparolen oft recht anfällig sind.
Außerdem ist unsere Welt natürlich sehr komplex. Das war sie eigentlich schon immer, nur werden wir heute mit Medienreizen völlig überflutet und es ist zunehmend schwer, sich darin noch zu orientieren.
Außerdem ist die Welt mit bald 8 Milliarden Menschen auch schon ziemlich "klein" geworden.

Und dann ist es natürlich so, dass sich globele Umwälzungen langsam auch im Alltag bemerkbar machen.
Wir stehen hier erst am Anfang, und man muss nicht unbedingt sehr optimistisch sein.
Wenn der globale, immer weniger gezähmte Kapitalismus und die Gier des "immer mehr" für "immer weniger Menschen" nicht durch demokratische politische Prozesse im Zaum gehalten werden kann , sieht es nicht sehr gut aus.

Das verunsichert Menschen und viele glauben und wünschen, dass alles so bleiben muss wie es war.
Aber genau das wird nicht mehr funktionieren.
Und da die meisten, wenn nicht alle Menschen als Individuum überfordert sind angesichts der komplexen Probleme, tendieren halt nicht wenige dazu, hohlen Sprüchen und Versprechen einer angeblich einfachen Lösung zu folgen.
Und dass dann fast zwangsläufig ein Sündenbock gesucht und auch gefunden wird, ist heute nicht anders wie schon immer in der bisherigen Menschheitsgeschichte.

Allerdings sind Gruppen und Zusammenschlüsse von Menschen, also zum Beispiel Staaten, durchaus in der Lage, etwas zu verändern, sei es zum Guten oder zum Bösen. Und da kommt es dann auf das Engagement jedes Einzelnen an, jeder soll sich mit seinen Fähigkeiten und ja, auch mit seiner Menschlichkeit, einbringen.

Das sind ein paar Ideen von mir. Das ist sicher nicht alles, was dazu gesagt werden könnte.
Und vielleicht liege ich ja auch ziemlich daneben, wer weiß...

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28.02.2016 21:54 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Kein Missverständnis”””

So ganz daneben liegen Sie für mich gar nicht.
Nur ein bisschen. Mit dem "radikale Gedankengut" das für so manche gar nicht so radikal ist wie für andere. Vielleicht sollte ja auch einfach ein Umdenken in der Bewertung von Kritik stattfinden.
Was passiert denn gerade? Wir wollen die ganze Welt retten statt nur die in wirklicher Not. Wir holen alle zu uns statt ihnen vor Ort Chancen zu geben. Es hilft letzten Endes niemandem, aber das kümmert keinen. Was da passiert ist war nur hilfloses zusehen.
Wir sollten jedes Benehmen akzeptieren, jeden tun lassen was er tut, denn was nicht sein darf darf auch nicht erwähnt werden.
War und ist das alles nicht ziemlich dumm? Ist es radikal das dumm zu nennen und ein nachdenken zu fordern?
Man will nicht radikalisiert werden wenn man sagt was man nicht gut findet. Auch wenn um Hilfsaktionen geht die unschöne Nebeneffekte haben. Ich tippe vielen geht es nicht um die wirklich hilfsbedürftigen sondern um die anderen die es nunmal auch gibt. Das sollten wir lange Zeit gut finden. Eine viel zu lange Zeit, in der sich genügend Meinungen weiter rechts als nötig bilden konnten.
Der von Ihnen erwähnte Zusammenschluss hätte von Anfang an anders aussehen müssen.

Wer hat denn Pegida, AfD und was weiß ich alles eine Chance gegeben? Das war die beständige Schweigepflicht die man auferlegt bekam. Das beständige weitermachen und nicht hinsehen, obwohl immer deutlicher wurde dass es nicht funktionieren kann. Ja ich spreche immer noch davon obwohl sich das ziemlich geändert hat. Aber die Geister die mit unheimlicher Ignoranz gerufen wurden sind nun eben da.

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28.02.2016 23:05 Uhr

Schweigepflicht?

Meiner Meinung nach gibt es und vor allem gab es nie eine "Schweigepflicht".

Das ist miene Meinung nach einer der Legenden , die gestrickt wurden und werden, um sich als angebliches Opfer gerieren zu können; besonders beliebt ist das in extremistischen Kreisen egal welche Couleur.mit ihren (w)irren Verschwörungstheorien,

Auch hier im Forum sind die Beiträge voll mit Aussagen, die man ja angeblich alle nicht machen darf.
Komisch, irgendwie schon ein bisschen albern, dieser Vorwurf, wenn man gleichzeitig das angeblich nicht Erlaubte dann hier in aller Breite lesen kann.
Jeder darf seine Meinung frei äußern. Er braucht aber nicht zu glauben, dass ihm ggf. nicht auch sehr energisch widersprochen wird.

Das ist meine Meinung, das kann jemand anders anders sehen.

Wem es in der Küche zu heiss ist, der soll raus aus der Küche.

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29.02.2016 08:42 Uhr

Antwort auf „Schweigepflicht?”

Ja gut Pflicht oder nicht, die berühmte Nazikeule wurde schon schnell geschwungen. Auch die ist Meinungsäußerung, ja... Aber sie hat nunmal eine besondere Schlagkraft und zeigt oft nur das Fehlen von anderen Argumenten. Die voreilige Nazikeule ist das "he du kriegst gleich aufs Maul" der Vornehmen - und alle die sich dafür halten grinsen

Inzwischen darf man ja so manches sagen und es passiert auch was. Das sieht man an der Aussage von S. Gabriel in einem anderen Beitrag, in dem er sagt man halte ihm immer vor, für "die" würde alles getan und für uns kaum mehr was. Und er reagiert darauf! Wie wars früher? War da nicht was mit Pack?

Ich vermute die Zustände von vor ein paar Monaten haben mangels Substanz in der Mitte einige nach zu weit nach rechts gezogen. Vielleicht wissen sie nicht mal wo sie aktuell stehen. Ich kann einfach nicht glauben dass über 10% der Bevölkerung schon immer rechtsextrem denken und sich erst jetzt outen.

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29.02.2016 09:30 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Schweigepflicht?””

Ja ja, die fast schon legendäre Nazikeule....
Irgendwie habe ich den Eindrück, dass Menschen mindestens genauso oft als "Gutmenschen" diffamiert werden, speziell jene, die nicht nur bequem im Sessel liegend motzen, sondern die sich aufmachen und Mitmenschen in Not helfen.
Beide Bezeichnungen sind meiner Meinung nach doof, aber wenn schon, dann herrscht hier ungefähr Gleichstand. Allerdings beklagen sich die "Gutmenschen" eher selten über diese Angriffe, die kümmern sich lieber. Und das ist auch gut so.
Und mal davon abgesehen, gibt es speziell in den Asozialen Netzen huntertausendfach unglaubliche Hetztiraden von Abartigen, die aus abgrundtiefem Menschenhass zu Anschlägen, Mord und Totschlag aufrufen. Diese sind mit dem Begriff "Nazi" zumindest nicht falsch beschrieben.

Die Gabrielsche Formulierung "Pack" habe ich nie gut gefunden. Allerdings möchte ich eine Ansammlung von Menschen, die im Chor "Volksveräter" und fremdenfeindliche Hetzsprüche rufen, nicht lediglich als "besorgte Bürger" bezeichnet wissen.

Und dass es in Deutschland eine signifikante Gruppe von Menschen gibt, die fremdenfeinliche, antijüdische, antiislamische oder rassistische Ideologien voll und ganz unterstützen, ist sicher eine sehr bedauernswerte Tatsache.
Damit muss unsere wehrhafte Demokratie klarkommen und das tut sie auch.

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