Familie Sorg aus Oberrot übernimmt Campingplatz in Braunsbach

Wenn der Mittwoch vorbei ist, fällt Bärbel Sorg ein Stein vom Herzen. Dann hat sie mit ihrem Mann Dietmar den Notartermin hinter sich, und ihre Übernahme des Braunsbacher Campingplatzes steht. Mit Bildergalerie.

OLIVER FÄRBER |

"Ab 1. April 2016 sind wir wieder für Sie da" steht auf der Homepage von Familie Manhard, die bisher den Naturcampingplatz in Braunsbach betrieben hat. Doch so ganz richtig ist das nicht - denn die Manhards hören auf. Die Eheleute Sorg, die derzeit noch in Oberrot wohnen, wollen aber nahtlos weitermachen. Der Campingplatz empfängt also wirklich ab 1. April wieder Gäste.

"Wir sind ganz spontan drauf gekommen", berichtet Bärbel Sorg. Sie und ihr Mann sind Mitte 40. "Und wenn wir noch was Neues machen wollen, dann ist jetzt die Zeit dafür", sagt sie. Mitte November haben sie einen Artikel in einem Magazin gelesen, wie ein Lasterfahrer einen Campingplatz übernommen habe. In einem Internetportal haben die Sorgs das Angebot gefunden, das Braunsbacher Areal zu übernehmen - und das auch noch in Heimatnähe. Beide sind dem Kocher verbunden: Bärbel Sorg stammt ursprünglich aus Gaildorf, ihr Mann Dietmar aus Sulzbach-Laufen.

Handwerkliche Begabung und Camper-Erfahrung

Eine Umstellung wird es schon sein: Ihr Mann war bisher als EDV-Leiter bei einer Firma in Stuttgart beschäftigt. Bedenken haben sie aber nicht, dass sie die Arbeit nicht stemmen könnten: "Wir sind beide handwerklich begabt und selber Camper", verrät die künftige Pächterin und schmunzelt dabei. Ihre Freude auf die Aufgabe ist deutlich zu spüren, wenn sie über das Gelände im Kochertal spricht. "Der Platz dort ist eine total andere Welt", schwärmt sie. Begeistert ist sie von dem ruhigen Naturidyll. Der alte Baumbestand, das Rauschen vom Kocherwehr, "es wirkt auf mich, wie ein schöner Park", fügt sie hinzu.

Auch das Angebot dort passe zu ihrer Vorstellung. Es gibt zwei Zeltwiesen mit einer Feuerstelle, dazu rund 80 Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile - davon sind knapp über ein Dutzend an Dauercamper vergeben. Übernachten können Gäste auch in den vier Holzhütten, zwei davon bieten sogar eine Kochmöglichkeit. "Das ist ideal für Radler, die vielleicht nur einen Schlafsack dabei haben. Dort kann man auch schön draußen sitzen", erzählt Bärbel Sorg.

Das Paar plant, künftig nicht nur den Campingästen einen Imbis anzubieten sondern auch Radlern, die auf dem Kocher-Jagst-Radweg unterwegs sind. Dabei setzen die Sorgs auf ihr Naturcamping-Konzept, wollen Produkte der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft und der Haller Löwenbrauerei anbieten. Für die Gebäude wie für die Sanitäranlagen und für die Camper wird Ökostrom eingesetzt.

"Im Moment wird es aber keine großen Änderungen geben. Die Manhards haben einen schönen Campingplatz daraus gemacht", findet die Nachfolgerin. Wenn es Verbesserungmöglichkeiten gebe, würden sie genutzt. Auf jeden Fall freut sie sich auch schon, in die Wohnung auf dem Areal einzuziehen, die dort erst vor fünf Jahren errichtet wurde.

Ein Hürde wurde bereits genommen: Der Braunsbacher Gemeinderat hat der Übernahme der Erbpacht zugestimmt. Bürgermeister Frank Harsch freut sich auf die Sorgs: "Sie haben tolle Ideen und werden den Campingplatz weiterentwickeln", ist er sich sicher. Die Eheleute wollen mit der Gemeinde und den örtlichen Geschäften und Firmen zusammenarbeiten, zum Beispiel Brötchen aus dem Ort beziehen oder die örtliche Gastronomie zum Einkehren empfehlen.

Zuschuss für Campingplatz

Unterstützung Bürgermeister Frank Harsch könnte sich vorstellen, dass Investitionen der neuen Pächterfamilie Sorg in den Campingplatz zuschussfähig sein könnten. "Wir sind ja jetzt in der Leader-Region", erklärt er seine Unterstützung, Gelder aus dem Programm der Europäischen Union zu beantragen. Bärbel Sorg könnte sich vorstellen, eventuell im Bereich der Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer in Hütten eine Erweiterung des Angebots vorzunehmen. fär

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