Haustier-Experten geben Wintertipps

Gerade steigen die Temperaturen wieder über den Nullpunkt. Dennoch ist der Winter noch lange nicht vorbei. Mit eisigen Temperaturen und Schnee haben nicht nur Menschen zu kämpfen, sondern auch Tiere.

DENISE FIEDLER |

Im Michelfelder Tierheim geht es gerade ruhig zu. Einige der Hundeboxen stehen leer. Teilweise sind sie nicht belegt, teilweise sind die Vierbeiner gerade mit einem Tierfreund unterwegs. "Fürs Spazierengehen findet sich immer jemand, trotz sinkender Mitgliederzahlen", sagt Tierpflegerin Elke Preuß. Die Hunde des Tierheims bekommen dabei keine besondere Behandlung im Winter.

Im Wald um das Tierheim herum wird nicht gestreut. Denn das größte Problem für Hunde im Winter sind nicht die Temperaturen, sondern der Einsatz von Streusalz. Es setzt sich auf den Pfoten ab und kann, wenn es in kleine Risse gelangt, zu Schmerzen und Entzündungen führen. Daher rät Tier-Physiotherapeutin Doris Bachmeyer dazu, die Hundepfoten beim Spazierengehen zu schützen. Lösungen müssen individuell gefunden werden. Manches Tier lässt sich mit Schuhen schützen, bei anderen hilft ein Eincremen mit Vaseline vor dem Spazierengehen. Im Anschluss hilft ein lauwarmes Pfotenbad, dadurch werden Salz- und Eisreste abgespült. Die Tiere würden sie sonst ablecken, was zu Magenproblemen führen kann.

Das Tragen eines Hundemantels ist dann geraten, wenn der Hund über kein ausreichend dickes Fell verfügt. Besonders wichtig für sie ist die schützende Unterwolle. Manche Tiere können ihre Körpertemperatur nur durch Bewegung halten. Dementsprechend wichtig ist es im Winter, zügig spazieren zu gehen.

Traut man sich aufgrund von Rutschgefahr einige Tage nicht raus, sei das auch kein Drama, findet Doris Bachmeyer. "Wenn man das ganze Jahr für genügend Bewegung sorgt, sind zwei Wochen schlechte Bewegung nicht so tragisch." Wer für zusätzliche Sicherheit beim Spaziergang in der dunklen Jahreszeit sorgen will, kann es mit einem leuchtenden Halsband probieren. Die meisten Hunde seien davon nicht besonders abgelenkt und der Nutzen sei groß, gerade wenn man seinen Hund auch mal von der Leine lasse.

Katzen kommen alleine gut durch den Winter. Sie halten sich vermehrt im Haus auf und schlafen länger. Ein blinkendes oder leuchtendes Halsband bietet keinen sinnvollen Schutz für eine Katze, so Doris Bachmeyer. Das Leuchten des Halsbandes würde die Katze zudem nur irritieren und auch die Jagd nach Beute erschweren. Für freiheitsliebende Katzen bietet es sich an, eine Art "Katzenhäuschen" im Garten oder auf der Terrasse aufzustellen, in dem sich die Tiere aufwärmen können.

Für Tiere, die im Haus leben, wird oft die trockene Heizungsluft zum Problem. Die warme Luft trocknet die Haut und Schleimhäute aus und ebnet so den Weg für Erkrankungen. Daher sollte die Luftfeuchtigkeit bei 60 bis 70 Prozent gehalten werden. Bei Vögeln kann es zu starkem Federlassen kommen, wenn die Heizung zu stark aufgedreht wird, erklärt Elke Preuß.

Auch Nagetiere, die draußen im Stall gehalten werden, wie Kaninchen, sind weitestgehend kälteresistent. Im Winter sollten Tierhalter die Box besonders großzügig mit Stroh auslegen und sicherstellen, dass das Gehäuse vor Regen und Wind geschützt ist. Außerdem muss man regelmäßig kotrollieren, ob das Trinkwasser eingefroren ist und es gegen neues, lauwarmes Wasser austauschen.

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