Ab jetzt wird digital alarmiert

2,2 Millionen Euro kostet das neue digitale Alarmierungssystem, mit Feuerwehrleute und Rettungskräfte zu den Einsätzen gerufen werden. Gestern wurde es in der DRK-Rettungsleitstelle in Betrieb genommen.

JOCHEN KORTE |

Bei den Rettungskräften piepst im Notfall ab sofort das digitale Meldegerät, das wenig größer als eine Zigarettenschachtel ist. Im Display kann der Helfer auch sofort lesen, ob es sich um einen kleinen Einsatz wie eine brennende Mülltonne oder um einen Großeinsatz wie beispielsweise den Brand eines Wohnhauses handelt. "Die Daten werden von der Leitstelle verschlüsselt an die Empfänger übertragen", sagte Landrat Gerhard Bauer bei der Inbetriebnahme.

Dem Datenschutz werde auch dadurch Rechnung getragen, dass die Empfänger passwortgeschützt seien. Wichtiger ist ihm aber, dass die Übertragungs- und Empfangsbereitschaft der digitalen Technik wesentlich besser ist - auch in Gebäuden - als mit der bislang verwendeten analogen Technik. Bei größeren Schadensereignissen sei das alte System regelmäßig an seine technischen Grenzen gestoßen. Sehr schwierig habe sich auch die Reparatur nach einem Teilausfall im Jahr 2011 gestaltet.

"Beim analogen System erfolgte die Alarmierung über das Sprechfunknetz", erklärte der Landrat. Ein Nachteil sei gewesen, dass in dieser Zeit der Funk für die Koordination der Hilfseinsätze nicht zur Verfügung gestanden hätte. Jetzt erfolge die Alarmierung in Textform und sei vom Sprechfunk getrennt. "Darüber hinaus sind die digitalen Meldeempfänger mit einer Rückmeldefunktion ausgestattet", ergänzte Bauer. Die Einsatzleiter wüssten jetzt, wer zum Unfallort kommen könne. Je nach Bedarf könnten auch weitere Kräfte oder gar Nachbarwehren angefordert werden.

Dass die digitale Alarmierung vonnöten sei, war Bürgermeistern und Feuerwehrkommandanten schon Ende 2012 klar. Im März 2013 wurde ein Arbeitskreis aller Beteiligter gebildet, dem Vertreter von Feuerwehr, DRK, Leitstelle, Kreisfeuerwehrverband und Landratsamt angehörten. Nach der europaweiten Ausschreibung hatte die Firma Blickle und Weda aus Ludwigsburg den Zuschlag erhalten.

51 digitale Alarmumsetzer sind im Landkreis Hall installiert, etwa 3200 digitale Meldeempfänger beschafft worden - dann stand die Umstellung auf das neue Pocsag-System an. Pocsag steht für Post Office Code Standardisation Advisory Group, einen von der britischen Post entwickelten Funkrufdienst.

Die Digitalisierung der Alarmierung hat 2,2 Millionen Euro gekostet. Der Landkreis übernimmt 750000 Euro, die Krankenkassen tragen etwa eine Million Euro. Die Gemeinden bezahlen die Meldeempfänger für die Feuerwehrleute, die pro Stück etwa 200 Euro kosten.

Peter Weda, Chef der Firma Blickle und Weda, führte aus, dass jetzt 98 Prozent des Landkreises abgedeckt seien. Mit der analogen Technik seien es nur 70 Prozent gewesen. "Mit der Rückmeldefunktion haben sie ein Alleinstellungsmerkmal, das es nur im Kreis Hall gibt", erläuterte der Experte.

DRK-Kreisvorsitzender Dr. Karl Rosenhagen machte deutlich, dass die digitale Technik den Rettern die Arbeit erleichtere. So könne der nächstverfügbare Einsatzwagen angepiepst werden. Die Kräfte würden über den Unfall in Textform unterrichtet und könnten sich so besser auf die Situation vor Ort einstellen. Einen direkten Einfluss auf kürzere Rettungsfristen sehe er nicht.

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