Asylunterkunft stinkt dem Nachbarn

In einem Wohngebiet in der Nähe der Bausparkasse hat der Landkreis seit Mitte Juni 13 Asylbewerber untergebracht. Ein Nachbar hat sich mit scharfen Worten darüber beim Landrat beschwert.

Gemietet worden ist das Objekt Anfang Juni, belegt ist es seit Mitte Juni. "Es sind zwölf Plätze vorhanden", sagt Steffen Baumgartner, Pressesprecher des Landratsamts auf Nachfrage des Haller Tagblatts. Derzeit sei das Haus, das dem Land Baden-Württemberg gehört, mit 13 Personen belegt. "Eine weitere Folgeantragstellerin musste auch noch untergebracht werden", so Baumgartner.

Im Gebäude selber befinden sich je eine abgeschlossene Wohnung im Erdgeschoss und eine im Obergeschoss. Diese beiden Wohnungen haben insgesamt acht Zimmer, die zur Unterbringung genutzt werden. "Die Sanierungskosten sind noch nicht alle endgültig abgerechnet, wir gehen nach derzeitigem Stand von 30.000 Euro aus", erklärt Baumgartner.

In der Nachbarschaft rumort es. Einen Anwohner hat die Unterbringung der Asylbewerber dazu veranlasst, sich bei Landrat Gerhard Bauer zu beschweren. In einem Schreiben, das dem Haller Tagblatt vorliegt, wird mit scharfen Worten die Unterbringung in dem "allgemeinen Wohngebiet" kritisiert, die ärztliche Untersuchung der "Asylanten" auf Viren gefordert sowie eine Kontrolle der Einwohner auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gefordert - im Haus, so steht es in dem Schreiben, lebe ein Paar, "er mit Rauschebart, sie mit Burka". Dies sei doch ein Grund zur Überprüfung. Außerdem sei die Nachbarschaft nicht über den Einzug der Asylbewerber informiert worden. "Übelste Kochgerüche" und die "Nichteinhaltung der Nachtruhe" sind weitere Punkte.

Direkt ist das Gespräch mit den Asylbewerbern von den Nachbarn bislang noch nicht gesucht worden. "Probleme kann man doch kommunizieren", sagt die zuständige Sozialarbeiterin Elena Stoll. Sie habe die Bewohner der Unterkunft schon gebeten, die Nachruhe ab 22 Uhr einzuhalten. Auch das ist in dem Brief kritisiert worden.

Landrat Gerhard Bauer hat auf das Schreiben geantwortet. Man könne auch bei zukünftigen Anmietung von Wohnraum nicht erst sämtliche Anwohner informieren und nachfragen, ob sie einverstanden sind. "Das ist abwegig und mit dieser Forderung diskriminieren Sie Flüchtlinge als grundsätzlich gefährlich und störend", schreibt Bauer.

Das Landratsamt betreibe auch keine "Asylantenheime", sondern Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen, "damit Menschen für die Dauer ihres Asylverfahrens menschenwürdig leben können". Die Räume würden so lange zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, bis sie nicht mehr benötigt würden. Eine regelmäßige Überwachung finde nicht statt. Eine Überprüfung der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung sei auch nicht Aufgabe des Landratsamts.

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12 Kommentare

02.08.2015 01:50 Uhr

Deutschland sollte schauen dass es Nicht-Islamische Fluechtlinge aufnimmt

Die können so oder so nie wieder in Ruhe in den Kriegsgebieten leben.
Für die Islamischen Glaubens muss man andere vernuenftige Lösungen finden bis sie wieder zurück in ihre Heimat können. Aber die haben eine sehr gute Chance wieder nach Hause zu können.
Ich denke man sollte da realistisch und pragmatisch sein. Selbst wenn man nur Christen aufnimmt wird es noch problematisch genug. Ich kenne unsere Leute besser wie mir lieb ist.
Ich befürchte wenn kein Realismus an den Tag gelegt wird kommt es ganz komisch ... und ich habe keine Lust zu erleben dass eine NPD oder auch nur die REPs von einer solchen Situation profitiert und kann da nur an die Vernunft appellieren.

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02.08.2015 12:00 Uhr

Antwort auf „Deutschland sollte schauen dass es Nicht-Islamische Fluechtlinge aufnimmt”

Vor nicht allzulanger Zeit war auch Deutschland konfessionell gespalten. Stadtteile, Dörfer, ganze Regionen waren nicht untereinander heiratsfähig. Katholisch und Protestantisch waren noch vor 40 Jahren in vielen Köpfen nicht vereinbar.
Die Flüchtlingswellen während und nach dem letzten Weltkrieg und in der Folge die Zwangszuweisungen, bei denen keinerlei Rücksicht auf die Wünsche der einheimischen Bevölkerung genommen wurde, führte zu einer ungewollten regionalen Glaubensvermischung in ganz Deutschland.
Nach einigen Jahren von Reibereien, teilweise wüsten Beschimpfungen und einigen Straftaten im Bereich von Körperverletzungen ist eine Gemeinschaft entstanden, die durch bewußt gemeinsame Veranstaltungen einen starken Zusammenhalt zeigt. Stabiler und lebenswerter durch Vielfalt.
Diese unbewußte konfessionelle Völkerwanderung in unserer jüngeren Geschichte zeigte, dass die Integration gelingen kann und am Ende lohnenswert ist. Dies wiederholte sich mit den Einwanderungswellen der Aussiedler aus dem Osten, die trotz orthodoxer Glaubensrichtung oder atheistischer Weltanschauung, mittlerweile fester Bestandteil unserer Gesellschaft sind.
Warum sollte dies mit anderen Glaubensrichtungen nicht gelingen?
Integration erfolgt nicht in den Kirchen, Synagogen,Tempeln oder Moscheen.
Integration erfolgt in den Vereinen, Arbeitsstätten und am besten beim Kaffeetrinken im nachbarschaftlichen Garten. Im Glauben homogene Regionen sind sehr empfänglich für gezielte Manipulation und Fremdenfeindlichkeit. Dies ist im Osten in Deutschlands ebenso wie in Bayern erkennbar. Dies kann langfristig nur mit einer gezielten Vermischung verändert werden, was zwar einige Jahre Konflikte mit sich bringt, aber langfristig stabilere gesellschaftliche Strukturen erzeugt, die dadurch extremistische Auswüchse minimiert. Und zwar nach Rechts wie nach Links.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands hängt letztlich von den kreativen Ideen durch Patente und modernen Prozessstrukturen ab und auch von der fachkompetenten Umsetzung in einem exportorientierten Industrieland im globalen Wettbewerb. Um Kundenspezifische Lösungen zu finden muss man die Kunden kennen, am besten mit Hilfe von Mitarbeitern, die aus diesen Länder stammen. . Und hier zeigt sich das Wertvolle und Bereichernde an der multikulturellen Vermischung unserer Gesellschaft.
Das Wertvolle und Bereichernde, das viele in ihrem kleingeistigen Denken nicht zu erkennen vermögen.

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02.08.2015 12:20 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Deutschland sollte schauen dass es Nicht-Islamische Fluechtlinge...

Mit solche absolut weltfremden, utopischen, traumtanzenden Kommentaren wird der normale - wenn es ihn überhaupt noch gibt - Bundesbürger konfrontiert.
Das traurige an der ganze Geschichte ist das der Großteil der deutschen sich gar nicht mehr tiefgreifend informieren will, deshalb hat es die Systempresse auch so leicht ihre Leser zu "lenken".
Zitat Aldous Huxley: "
Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie."
Es ist halt so angenehm den Guten Menschen raus zu hängen. Mein Gott Walter.

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04.08.2015 17:11 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Deutschland sollte schauen dass es Nicht-Islamische...

Kommen auch noch Argumente und Fakten oder kann ihr Beitrag wenigstens Haare trocknen?

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01.08.2015 17:52 Uhr

In der nachbarschaft

rumort es.

Jetzt hat sich EIN ANWOHNER darüber beschwert. Durch die lächerlich machung dieses Herren werden natürlich alle anderen - vorerst - eingeschüchtert in der Öffentlichkeit darüber zu reden. Es kann doch nicht abgestritten oder verharmlost werden das es immer wieder zu mehr oder weniger Großen Reibereien zwischen Einheimischen und Asylanten gekommen ist, kommt, kommen wird.

Anstatt das die Politik mit völlig anderen Mitteln auf diese riesige Menge an Flüchtlingen reagiert werden die Menschen auf beiden Seiten auf einen Konflikt zugetrieben, man wird noch sehen worin das gipfelt.

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01.08.2015 19:40 Uhr

Antwort auf „In der nachbarschaft”

Falsch, genau ein "Nachbar" rumort und schribt unflätige Briefe.
Wenn er Angststörungen hat, soll er in Behandlung.
Das gilt übrigns nicht nur für ihn, falls diese Psychose ansteckend sein sollte (Angst vor Bärten, Anngst vor Schleiern, Angst vor Viren -ein Klassiker übrigens-, Angst vor Terroristen, Angst davor das einem der Himmel auf den Kopf fällt usw.)

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31.07.2015 15:37 Uhr

Also Herr Bauer

kann beweisen das der Herr mit Rauschebart und seine Frau keine Extremisten sind?

Da bin ich aber mal gespannt wie das gehen soll, Menschen mit Bart und Burka sind natürlich immer davon ausgeschlossen Terroristen/Extremisten zu sein! Na ja nicht alle bis vielleicht auf diese zwei:
http://www.tagesspiegel.de/politik/terrorverdacht-in-hessen-bombenfund-bei-ehepaar-hobbyfahrer-trotz-absage-auf-radrennstrecke/11713560.html

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31.07.2015 15:51 Uhr

Antwort auf „Also Herr Bauer”

In unserem Rechtsstaat gilt immer noch, dass die Schuld zu beweisen ist und nicht die Unschuld.
Wenn es irgendwelche "Verdachtsmomente" gäbe, wäre das ein Fall für die Polizei. Diese aber gibt es offensichtlich nicht.
Wenn aber der offensichtlich von diversen Ängsten und Vorurteilen geplagte "Nachbar" meint, alleine das Tragen eines üppigen Bartes sei Grund zur Annnahme, es handle sich um einen Terroristen, ist das schlicht lachhaft.
Dann gäbe es auf der Welt vermutlich mehr als eine Milliarde Terroristen.
Bei Angststörungen gibt es übrigends diverse Hilfsmöglichkeiten...

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04.08.2015 16:29 Uhr

Antwort auf „Also Herr Bauer”

Haben sie schon die Hosen voll wegen diesen zwei Menschen islamischen Glaubens, Herr Petrisor?

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09.08.2015 14:06 Uhr

Wer glaubt

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01.08.2015 17:41 Uhr

Hat

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01.08.2015 07:04 Uhr

Immer

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