Aus Ondangwa nach Hall

Er heißt Leonard Sunday Negonga, ist Teil des siebenköpfigen Stadtrats von Ondangwa in Nord-Namibia und zugleich Stadtoberhaupt des 21.000-Einwohner-Orts. Mit Ondangwa peilt Schwäbisch Hall eine Städtepartnerschaft an. Zwei Tage verbringt der Bürgermeister in Schwäbisch Hall.

TOB |

Zwei Tage verbringt der Bürgermeister in Schwäbisch Hall. Tage, die ihn beeindrucken. "Überall, wo ich hinsehe, gibt es ein ,Wow", berichtet Negonga in einem Pressegespräch in der vergangenen Woche. Er sei begeistert: Alles, was ihm in Schwäbisch Hall gezeigt werde, sei mit einer langen Tradition verbunden. In Namibia sei vieles viel jünger - der Staat löste sich erst 1990 von Südafrika.

"Auch die Bevölkerung ist viel jünger", ergänzt Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister von Schwäbisch Hall. Viele kleine Kinder seien dort zu sehen. Er flog mit einer kleinen Delegation vor einem Monat nach Namibia. Die Mission: Eine Partnerstadt für Hall ins Visier nehmen. Ondangwa ist in der engeren Wahl, mit Bürgermeister Negonga kam die Gruppe aus Hall ins Gespräch.

"Es ist ein absoluter Zufall, dass er nur zwei Wochen später die Hannover Messe besuchen wollte", berichtet Pelgrim. Der Namibier hörte dort Vorträge über Abfallwirtschaft. Pelgrim ließ ihn per Dienstwagen in Hannover abholen.

Er sei Landwirt, berichtet der weitgereiste Gast. Mit seinen 54 Jahren ist er genauso alt wie Oberbürgermeister Pelgrim. Er habe zwei Farmen, eine mit Hühnern, die andere mit Rindern. Wie viele Tiere er halte, wird er gefragt? Die diplomatische Antwort - auch in Namibia redet man offensichtlich nur vorsichtig über genau Geschäftszahlen - lautet: "Mehr als 200".

Als "Mayor" repräsentiert Negonga die Stadt. Namibia folgt dem englischen Verwaltungssystem, bei dem neben dem gewählten Stadtoberhaupt eine Verwaltung mit hauptamtlichem Leiter steht.

"Wenn Hall Ja sagt, können wir die Städtepartnerschaft eingehen und mit der Planung starten. Ich habe das Okay des Stadtrats in der Tasche", freut sich Negonga. Bei der Entwicklung seines Ortes könnte Hall als beratender Partner zur Seite stehen. "Wir würden gerne etwas lernen über Infrastruktur und Städtebau", sagt der Afrikaner. Der Europäer Pelgrim schmunzelt. Je größer die angesprochenen Herausforderungen, umso aufmerksamer wirkt er im Gespräch. Doch er bremst sich selbst: "Zuerst müssen wir die Beziehungen ausbauen. Erst nach Jahren wird dann die Partnerschaft beschlossen."

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