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Technischer Defekt löst Brand in Stall aus

Innerhalb kürzester Zeit hat der ganze Stall lichterloh gebrannt. Das Alu-Dach ist fast komplett verschmort und eingestürzt. Der Sachschaden liegt bei rund 800.000 Euro.

SIGRID BAUER |
Kreuz und quer ragen verkohlte Träger aus den Resten des Stalls heraus. Im Inneren herrscht ein einziges Durcheinander von Drahtregalen, die den Hennen als Rückzugsort zum Eierlegen dienen sollten.

Glück hatten die Elektroinstallateure, dass sie gerade eine Kaffeepause eingelegt hatten und nicht in dem 75 mal 22 Meter großen Stall am Arbeiten waren, als gegen 17 Uhr 40 der Brand ausbrach. Sie hatten verdächtigen Geruch wahrgenommen und sofort Alarm geschlagen. Rasend schnell, innerhalb von drei Minuten, hat das ganze Dach Feuer gefangen.

Polizei schließt Brandstiftung aus

Die Dämmschüttung aus Styropor muss blitzartig in Flammen gestanden haben. „Um 18.06 Uhr, als ich eingetroffen bin, hat alles gebrannt“, so Wolfgang Karschnick von der Haller Polizei. Eigentlich gelte Styropor als schwer entflammbar. „Eine Zeit lang schmort es, aber wenn der Flammpunkt überschritten ist, brennt es explosionsartig“, erklärt der Polizist, als er am nächsten Vormittag den abgebrannten Stall begutachtet.

Als vorläufiges Ergebnis der Untersuchungen wurde festgestellt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt im Bereich der Beleuchtung brandursächlich war.„Brandstiftung können wir ausschließen“, so Markus Hartung, Leiter des zuständigen Polizeipostens in Bühlertann. Eine genauere Untersuchung ist im Moment nicht möglich, denn es wäre zu gefährlich, sich in das Innere des Gebäudes vor zu wagen, wo jederzeit etwas herabstürzen könnte. „Das wird beim Aufräumen schichtweise abgetragen. Dann versuchen die Sachverständigen der Versicherung, die Brandursache zu lokalisieren“, erklärt Hartung.

Der frühere Schweinestall war gerade zu einem Hühnerstall für rund 25.000 Tiere umgebaut worden. In wenigen Tagen sollten die Küken einziehen, um später hier in Bodenhaltung Eier für Edeka produzieren.

Beim Umbau sei die Verkabelung vollständig erneuert worden. „Angeschlossen war noch nichts“, versichert Landwirtin Ulrike Heinzmann, die zusammen mit ihrem Mann Frank für eine Betreibergesellschaft den Hof bewirtschaftet.

Löscharbeiten dauern bis in die frühen Morgenstunden

Sie hat das Feuer schwer getroffen. Mit Herzblut hat sie die vergangenen acht Wochen die Bauarbeiten, die fast alle von heimischen Betrieben ausgeführt wurden, begleitet. „Wir waren sehr fleißig“, sagt sie und wischt sich eine Träne aus den Augen. Wie es jetzt weitergeht, müssten die großen Chefs in Möckmühl und Stuttgart entscheiden, meint sie.

Ein paar Vellberger Feuerwehrleute sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt. 60 Feuerwehrleute aus Vellberg, Großaltdorf und Ilshofen waren am Abend zuvor im Einsatz gewesen. Bis 5 Uhr morgens hat es gedauert, bis alles gelöscht war, erzählt einer. Hinein in das Gebäude konnten sie wegen der Einsturzgefahr nicht. Ein zusätzliches Problem war, dass sie durch den Brand nicht an die Löschwasserzisterne herankamen und deshalb über einen Kilometer Schläuche nach Großaltdorf legen mussten. „Ilshofen hat uns bei der Wasserleitung unterstützt, denn irgendwann hatten wir keine Schläuche mehr“, meint der Feuerwehrmann, der eigentlich auf Dienstreise nach Trier sein sollte. Da der Stall weit entfernt von anderen Gebäuden steht, habe nie die Gefahr bestanden, dass sich das Feuer ausbreitet.

Fritz Hube, Geschäftsführer des Haller Maschinenenrings, wo Frank Heinzmann bisher als Betriebshelfer gearbeitet hat, fährt auf den Hof und bietet Ulrike Heinzmann Hilfe an. Die lehnt ab und meint: „Das Einzige wäre, wenn du die Uhr um 24 Stunden zurückstellen könntest.“

Stall geht in Flammen auf - 800.000 Euro Schaden

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