Aqua Römer braucht mehr Platz

Der Neubau der Lagerhalle im Industriegebiet Hohenstraßen ist genehmigungsfähig. Demnächst gibt es von Aqua Römer auch Mainhardter Wasser in Einwegflaschen.

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Ein Bauschild (links) weist bereits auf die Pläne öffentlich hin. Hier soll die neue Lagerhalle von Aqua Römer entstehen. Die Straße im Vordergrund ist die Bundesstraße 39.  Foto: 

Wir wollen zukunftssicher sein“, erläutert Aqua-Römer-Geschäftsführer Andreas Schubert letzte Woche im Gemeinderat. Bisher laufen bei Aqua Römer in Mainhardt-Hohenstraßen drei Produktionsanlagen, davon eine Glaslinie und zwei PET-Mehrweglinien. „65 Prozent des Wassermarkts gehen aber über Einweg“, berichtet Schubert. Einzig dieser Sektor sei wachsend. „Die Anlage wird verflucht teuer, wir haben lange überlegt.“ Einwegflaschen werden nach einmaliger Nutzung geschreddert und recycelt. Zukünftig bläst Aqua Römer diese aus Preformen vor Ort. „Wir liefern die gefüllten Flaschen nur im Handel ab“, erläutert der Geschäftsführer einen Unterschied zum Mehrweg mit bis zu 40 Durchläufen.

Die neue Abfüllanlage für die Einwegflaschen werde in eine vorhandene Halle gebaut. Mit der vierten Produktionslinie wird nun ein größeres Lager gebraucht. „Das ist die einzige Stelle, an der Platz ist“, erläutert Schubert mit Blick auf die Topografie die Wahl für das grüne Eck an der Bundesstraße.

Hallen-Neubau genehmigt

Sein Baugesuch für die Lagerhalle zwischen der Bartensteinstraße und der B 39 war bereits im Mai Thema im Gemeinderat. Damals wurde das Einvernehmen zum Neubau der 4100 Quadratmeter großen Halle im Gewerbegebiet Hohenstraßen vorläufig nicht erteilt. Das sieht zwei Monate später anders aus: Nach Planüberarbeitung, Prüfung und einem Ortstermin Ende Juli mit dem Regierungspräsidium haben dieses und der Gemeinderat keine Bedenken mehr. „Es ist freigegeben“, informiert Schubert im Gemeinderat über sein Baugesuch. Rund 7,7 Millionen Euro würden investiert. Auf dem Plan sind die Radien eingezeichnet, die die LKWs zu den Rampen nehmen sollten – ohne die Straßen beim Rangieren übermäßig zu belasten.

Im Mainhardter Gemeinderat sieht man während der Sitzung den Hallenneubau zunächst noch kritisch. „Besteht denn keine Möglichkeit, den Berg zu verschieben und dort zu bauen?“, hakt Gemeinderat Fritz Zendler nach. Das koste allein etwa acht Millionen, bedauert Schubert. Zendler befürchtet zudem eine Zunahme des LKW-Verkehrs. Auch andere Räte sehen trotz der bereits genehmigten Umplanung Probleme. „Ich befürchte, der Verkehr könnte sich im Einfahrtsbereich und an den Rampen zuspitzen“, meint Walter Mack. Er bittet Schubert, nur die vorgegebenen Rangierkurven verwenden zu lassen. „Wir disziplinieren unsere LKW-Fahrer“, verspricht der Geschäftsführer. „Aqua Römer ist ein wichtiger Arbeitgeber und schafft Arbeitsplätze. Ich meine, er hat seine Aufgabe vom Mai erfüllt“, sucht Wolfgang Feuchter ein Ende der Debatte. Udo Kallina setzt hinzu: „Der Unternehmer ist den Verbesserungen nachgekommen. Das Regierungspräsidium hat zugestimmt. Wir machen uns lächerlich, wenn wir ablehnen.“ Doch es sei wichtig, darüber zu reden, verdeutlicht Feuchter. „Denn wir werden von allen Seiten auf diesen Bau angesprochen.“ Seit einiger Zeit weißt eine Bautafel darauf hin.

„Wir haben unsere Sorgen und Bedenken formuliert“, meint auch Bürgermeister Damian Komor. „Es ist ein Kompromiss, mit dem wir sehr gut leben können.“ Eine kleine Fläche zusätzlich benötige Aqua Römer von der Gemeinde. Die Baugenehmigung selbst komme vom Landratsamt. Das Einvernehmen des Gemeinderats zu den geringfügigen Überschreitungen an der Nord- und Westseite der geplanten Lagerhalle in Bauhöhe und Baufeld ist dem Unternehmen im Anschluss sicher.

„Wir laden sie zur Einweihung ein“, so Schubert. Eigentlich hätte die Halle Ende Dezember fertig sein sollen. Durch die Planänderung sei man etwas in Verzug.

Nördlich vom Dennhof werden derzeit im Forst Probebohrungen von Aqua Römer unternommen. „Momentan brauchen wir noch keine neuen Quellen“, erläutert Schubert den Hintergrund auf Nachfrage von Gemeinderat Stephan Kemppel. Doch man wolle für die Zukunft gerüstet sein. Es dauere etwa vier Jahre bis zu einer umfänglichen Genehmigung. may

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