Am Strand der weiten Welt

Zehn angehende Theaterpädagogen beenden das erste Jahr ihrer berufsbegleitenden Ausbildung in Schwäbisch Hall mit einer ungewöhnlichen Aufführung.

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Da hilft nur noch eine Pappnase: drei Darstellerinnen beim clownesken Zeitungslesen.  Foto: 

„Nichts mehr wird so sein wie zuvor. Wir sind nie darüber hinweggekommen, was wir getan haben.“ Das sagt die Mutter, deren Kind tödlich ver­unglückt ist, dem Verursacher des Unfalls. Und das ist eine der fünf Szenen unterschiedlicher Theaterstücke, welche die angehenden Theaterpädagogen bei ihrer Abschlussveranstaltung im Theatersaal zur Aufführung bringen.

Knapp sechs Minuten lang spielen zwei von ihnen die bedrückende Begegnung aus dem anspruchsvollen Stück „Am Strand der weiten Welt“. Denn der Verursacher des Unfalls hat auch sein einziges eigenes Kind noch vor der Geburt getötet – durch eine Abtreibung.

Nach den prägnanten Klängen von René Aubry’s „Chaloupée“ geht es fast nahtlos über in das „Gruselett“ von Christian Morgenstern. Eine „Fingur in Rot gehalten, versteht sich aufs Plaustern“. Mit selbstgebauten Masken entführen die zehn Protagonisten des Abends in die leicht irre Welt der tiefgründigen morgensternschen Wortakrobatik. Wenig Requisite, kaum ein Bühnenbild: Zwischen den einzelnen Szenen helfen bisweilen kurze Erläuterungen. Aber auch die sind oft gespielt. Clownesk wirken Begegnungen beim Lesen der Zeitung. Schnappschussartig sind die Gruppenszenen bei „Beerdigung der Schwiegermutter“ oder „G8“.

„Beziehungsweise(n)“ nennen die zukünftigen Theaterpädagogen ihre Veranstaltung. Ein Jahr lang haben die Teilnehmer des Fortbildungsangebotes der Landesarbeitsgemeinschaft Theater-Pädagogik in zahlreichen Wochenendkursen ihre Grundlagen der Theaterarbeit vertieft. Vier weitere Jahre liegen noch vor ihnen.

Volker Schubert, der Kursleiter in Hall, ist von den Möglichkeiten vor Ort sehr angetan. „Die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule gestaltet sich vorzüglich.“ Er lobt die „idealen Räumlichkeiten“ und die „perfekten Probebedingungen“ im Haus der Bildung. Selbst eine Werkstatt für den Maskenbau sei vorhanden.

Zur Abschlussveranstaltung im Theatersaal des alten Schlachthauses kommen etwa 90 Zuschauer nach Schwäbisch Hall, um sich etwa 50 Minuten lang von der beeindruckenden schauspielerischen Leistung der zehn angehenden Theaterpädagogen begeistern zu lassen.

Anna Bambach, Alice Buresowa, Heidrun Häffner, Norbert Häuser, Theresa Müller, Anna-Carina Pilzecker, Anne-Lisa Röser, Stephanie Rumm, Andrea Schöller und Inge Schmidt.

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