Als Zeuge Filmriss vorgetäuscht

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Das Haller Amtsgericht hat einen 22-jährigen Gefangenen wegen uneidlicher ­Falschaussage zu einer Geldstrafe verurteilt. Der junge Mann war im Oktober 2016 in einem Prozess des Schöffengerichts gegen einen älteren Zellengenossen als Zeuge vernommen worden. Der Mithäftling hatte einige Monate zuvor in der Haller Justizvollzugsanstalt mehrere Gefängnisbeamte an der Zellentür mit der Faust geschlagen und erheblich verletzt. Bevor es seinerzeit zu dem Gewaltausbruch gekommen war, hatte das eingesperrte Duo in der Zelle reichlich selbst angesetzten Tomatenmost getrunken. Als Zeuge in der Gerichtsverhandlung gegen seinen Zellengenossen berief sich der 22-Jährige auf einen „Filmriss“. Der Most habe ihm die Sinne vernebelt, er könne sich an die Attacke des älteren Gefangenen gegen die Beamten nicht erinnern. Das Haller Schöffengericht nahm ihm diese Behauptung nicht ab.

Strafe in Raten abstottern

Jetzt musste sich der 22-Jährige wegen falscher uneidlicher Aussage verantworten. Der immer noch inhaftierte junge Mann gab zu, er habe in der Verhandlung gegen den Zellengenossen den Filmriss nur erfunden: „Ich wollte nicht in die Sache reingezogen werden.“ Die Staatsanwältin forderte eine neue Haftstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung. Das Gericht war milder gestimmt. Der 22-Jährige bekam wegen seiner Lüge vom Filmriss eine Geldstrafe von 960 Euro (120 Tagessätze zu acht Euro). Damit steht seiner geplanten Entlassung aus dem Gefängnis nichts im Wege. Er will sofort eine Arbeit aufnehmen, damit er die Strafe in Raten bezahlen kann.

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