Vor der Premiere: Alle lauschen dem „Mann im Kaschda“

Vellberger Spieler gründen ihren eigenen Verein und sind seit dem vergangenen Jahr unabhängig vom TSV.

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Lachen gehört zum Programm: Die Gründungsmitglieder des Vereins „Die Kaschdalauscher“.  Foto: 

Auf der Bühne der Stadthalle: Acht Schauspieler sitzen hinter der Kulisse, die das Nebenzimmer einer Gastwirtschaft darstellt, und warten auf ihren Einsatz. Von der Bühne hört man eine energische Frauenstimme: „Des versteh’ i net, dass du alter Dackel noch an Verein gründe willsch …“, ruft die Frau des Gastwirts. Es ist eine von Monika Hirschners Paraderollen.

Jeder hat noch ein Probenheft in der Hand und liest gespannt mit, um seinen Einsatz nicht zu verpassen. Bei dieser Probe geht das noch, aber am Freitag und Samstag, 12. und 13. Mai, müssen die Hefte zur Seite gelegt werden, muss der Text im Kopf sein. Einzige Stütze ist dann noch der Souffleur, der vor der Bühne im Kasten sitzt und über eventuelle „Hänger“ der Schauspieler durch Einflüstern hinweghilft.

Bei den Vellberger Theaterleuten ist das seit mehr als 35 Jahren Bernd Kühner. Er ist sich seiner „tragenden Rolle“ – nicht auf, sondern vor der Bühne – bewusst. Er ist der „Mann im Kaschda“, und alle auf der Bühne lauschen im Notfall ihm. So ist der Name des neugegründeten Theatervereines in Vellberg entstanden. Im März 2017 wurden „Die Kaschdalauscher“ als offizieller Verein neu eingetragen.

Bis 2016 zum TSV gehört

„Neu“ ist allerdings relativ, denn die Gruppe gibt es schon seit vielen Jahren. Sie war bis 2016 in den TSV Vellberg integriert. „Jetzt sind wir ein eigener Verein und damit unabhängig“, erklärt die erste Vorsitzende Monika Hirschner.

Nach 49 aktiven Jahren in dem Sportverein hatte sie sich von der Bühne verabschiedet. Lange hat die Vollblut-Schauspielerin das nicht ausgehalten. Auf Drängen der übrigen Theaterkollegen und aufgrund der Tatsache, dass eine stattliche Anzahl junger Spielerinnen und Spieler hinzugekommen war, gab Hirschner ihr Comeback. „Klar war aber, dass es kein TSV-Theater mehr sein wird, sondern ein unabhängiger Verein“, so die Vellbergerin.

Für das aktuelle Stück besteht die bunte Truppe aus fünf männlichen und fünf weiblichen Darstellern im Alter von 24 bis 66 Jahren. Bemerkenswert ist der langjährige Zusammenhalt des Vellberger Ensembles. Dazu trug Hirschner viel bei. Unermüdlich ist sie auf der Suche nach passenden Stücken. Beim aktuellen Lustspiel „So ein Theater“ geht es um die Gründung eines Theatervereins. Was für ein Zufall.

Der Spaß bei den Proben, bei denen viel gelacht werde, und die gute Gemeinschaft mache die Freude am Spielen aus. Darin sind sich alle einig. „Man kann dem Alltag entfliehen, wenn man in seine Rolle schlüpft“, meint Reiner Datzer, der ebenfalls im Vorstand aktiv ist.

Augenzwinkernd und mit Gelächter wird Rainer Vogel beschrieben: „Er hat im Stück eine Rolle, die ihm auf dem Leib geschrieben ist, als Nörgler und Bruddler.“ Das lässt er sich nicht gefallen und hält gleich dagegen. Rund die Hälfte des Ensembles ist schon lange dabei und gehört zum „alten“ Stamm. „Bereichernd sind die jungen Spieler, die dazugekommen sind und für frischen Wind sorgen“, freut sich Hirschner. Dass es jährlich mindestens zwei Theaterabende geben wird, steht fest.

Die zwei Aufführungen von „So ein Theater“ sind am Freitag und Samstag in der Vellberger Stadthalle zu sehen. Wie es mit dem Programm der „Kaschdalauscher“ dann weitergeht, ist noch offen. „Wir können uns auch vorstellen, ein Jugendtheater in Zusammenarbeit mit der Vellberger Jugendgruppe aufzuführen“, so die Vorsitzende. Ideen gehen der „neuen“ Laienspiel-Truppe nicht aus. Lachen steht auch künftig sicher auf dem Programm.

Info Das Stück „So ein Theater“ wird am Freitag und Samstag, 12. und 13. Mai, ab jeweils 20 Uhr in der Stadthalle Vellberg aufgeführt.

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