AfD im Landkreis Hall besonders stark

Wo verloren CDU und SPD besonders viele Stimmen, wo feierte die FDP ihr größtes Comeback, wo punkteten AfD, Grüne und Linkspartei? Ein Blick in unsere Kreisgemeinden.

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Eine Frau steckt in Uttenhofen ihren Stimmzettel in die Wahlurne. Über 500 Einwohner geben ihre Stimme ab.  Foto: 

Herbe Verluste für CDU und SPD, leichte Gewinne für Grüne und Linke, FDP und vor allem AfD legen stark zu: Das Ergebnis in den Haller Altkreisgemeinden spiegelt die landesweiten und bundesweiten Trends der Wahl vom Sonntag wider. Bei der Union fallen die Verluste sogar stärker aus als im baden-württembergischen Durchschnitt. Verlor die CDU im Vergleich zu 2013 im Land rund 11 Prozent bei den Zweitstimmen, waren es im Landkreis Hall 13 Prozent. Die SPD sackte im Land von 20,6 auf 16,4 Prozent ab, im Landkreis von 20,0 auf 16,2. Die Grünen legten im Landkreis Schwäbisch Hall wie auch im Land um etwa zwei Prozentpunkte zu, während die FDP ihr Ergebnis von 2013 verdoppelte. Die AfD schneidet in der Region besonders stark ab – 12,2 Prozent der Zweitstimmen holt sie im Land, 14,4 Prozent im Landkreis Hall. In den einzelnen Gemeinden ergibt sich folgendes Bild:

FDP stark in Braunsbach

In Braunsbach erzielen die Liberalen mit 15,5 Prozent ein hervorragendes Ergebnis bei den Zweitstimmen. Nur in Sulzbach-Laufen ist die FDP noch stärker. Die AfD holt im Stimmbezirk Arnsdorf/Geislingen beachtliche 19,8 Prozent und Annette Sawade in Döttingen/Steinkirchen mit 28,0 Prozent eines ihrer besten Erststimmen-Ergebnisse.

Bühlertann, Heimatort des Landtagsabgeordneten Udo Stein, verteidigt seinen Ruf als AfD-Hochburg. In keiner anderen Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall erhält die Partei mehr Zweitstimmen – 20,9 Prozent. Im Ortsteil Kottspiel wählen sogar 22,3 Prozent AfD. Die Grünen bleiben in Bühlertann hingegen einstellig: 8,8 Prozent.

Auch im Nachbarort Bühlerzell wählen die meisten rechts der Mitte. Die CDU schneidet mit 36,1 Prozent bei den Zweit- und 45,6 Prozent bei den Erststimmen überdurchschnittlich ab; ebenso die AfD mit 15,2 Prozent bei den Zweitstimmen.

Ilshofen liegt nahe am Gesamt­ergebnis des Landkreises – in Sachen Bundestagswahl also eine absolute Durchschnittsgemeinde. Unterschiede gibt es allerdings innerhalb der Ortsteile: Christian von Stetten zum Beispiel bekommt in Obersteinach 45,9 Prozent, in Ilshofen West nur 30,5 Prozent.

In Mainhardt schneidet die CDU bei den Zweitstimmen mit 33,1 Prozent eher enttäuschend ab. Profiteur ist eindeutig die AfD, die auf glatte 15 Prozent kommt. Im Ortsteil Ammertsweiler erhält sie sogar 18,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Dass Annette Sawade den Einzug in den Bundestag verpasst hat, lag definitiv nicht an den Michelbachern. Die SPD-Politikerin erhielt hier immerhin 23,2 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen erzielen die Sozialdemokraten mit 19,1 Prozent einen kleinen Achtungserfolg. Die Grünen erreichen in Michelbach mit 15,1 Prozent das drittstärkste Zweitstimmenergebnis im Landkreis. Auf ein weiteres Ergebnis können alle Michelbacher Wähler stolz sein: Mit 82,7 Prozent hat die Gemeinde die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis.

Im Michelfelder Ortsteil Neunkirchen ist die CDU-Welt noch in Ordnung: 54 Prozent für Christian von Stetten bei den Erststimmen, 51,7 Prozent bei den Zweitstimmen. Das ist jedoch der einzige „Ausreißer“. Die Michelfelder liegen mit ihrem Stimmverhalten im Landkreisdurchschnitt. Die AfD schneidet mit 11,8 Prozent leicht schlechter ab als andernorts.

Wie fast im gesamten Bühlertal ist die AfD auch in Obersontheim stark: Alle Ortsteile zusammengerechnet stehen am Ende 15,9 Prozent zu Buche. Im Kernort stimmen sogar 22,9 Prozent für die AfD. Auch hier geht das Ergebnis vor allem zu Lasten der CDU, die im Kernort bei den Zweitstimmen unter 30 Prozent bleibt. Die Grünen schneiden mit 10,1 Prozent unterdurchschnittlich ab.

Die Gemeinde Rosengarten ist, zumindest was das Stimmverhalten angeht, ein wenig gespalten. 41,2 Prozent für Christian von Stetten in Raibach, nur 29,3 Prozent in Tullau, wo Annette Sawade und Harald Ebner mit 25,6 beziehungsweise 24,1 Prozent stark abschneiden.

Untermünkheim ist für die CDU ein kleiner Lichtblick. Mit 38,2 Prozent erzielt sie dort das beste Zweitstimmen-Ergebnis im Altkreis Schwäbisch Hall. Die AfD hingegen muss in Untermünkheim ihr schlechtestes Ergebnis im gesamten Wahlkreis Hall/Hohenlohe hinnehmen. Nur hier bleibt sie mit 9,7 Prozent einstellig.

Auch in Vellberg kann die AfD nicht so stark auftrumpfen wie andernorts – nur 12,1 Prozent erzielt sie. CDU und SPD schneiden in Vellberg durchschnittlich ab, Linke, FDP und Grüne leicht überdurchschnittlich.

Wolpertshausen macht unterdessen seinem Ruf als fortschrittliche Energiegemeinde alle Ehre. Mit 15,5 Prozent erzielen hier die Grünen ihr bestes Zweitstimmen­ergebnis im gesamten Landkreis und Harald Ebner mit 18,9 Prozent überdurchschnittlich viele Erststimmen. Auch die Linke kann sich in Wolpertshausen über einen „Kreisrekord“ freuen: 7,7 Prozent bei den Zweitstimmen.

Die AfD trumpft in mehreren Gemeinden des Altkreises Crailsheim auf. In Fichtenau holt sie bei den Zweitstimmen 19,5, in Kirchberg 15,8, in Schrozberg 15,4, in Kreßberg 14,7 und in Stimpfach 16,7 Prozent. In der Stadt Crailsheim wählen 18,0 Prozent AfD, in einzelnen Stimmbezirken sogar deutlich über 20 Prozent. 

Trotz deutlicher Verluste hat Christian von Stetten fast überall bei den Erststimmen die Nase vorn. Eine Ausnahme bildet der Stimmbezirk Kirchberg Rathaus, wo Harald Ebner ein Heimspiel hat. Hier geht der Sieg mit 34,3 zu 23,5 Prozent an den Grünen-Politiker.

Nirgends ist die SPD im Landkreis so schwach wie in Kreßberg, wo sie bei den Zweitstimmen nur auf 12,7 Prozent kommt. In Gaildorf erzielen die Sozialdemokraten mit 19,5 Prozent ihr bestes Ergebnis.

Der Hohenlohekreis ist stärker CDU-geprägt. 37,4 Prozent gaben der Union ihre Zweitstimme und 43,6 Prozent Christian von Stetten ihre Erststimme.

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