Pfarrer Uwe Haag: Abschied nach 16 Jahren

Pfarrer Uwe Haag verlässt evangelische Gemeinde Obersontheim-Bühlertann-Markertshofen.

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Pfarrer Uwe Haag bekommt von den Konfi-Kindern eine Kerze mit ihren Namen darauf geschenkt.  Foto: 

In seiner letzten Predigt in der Obersontheimer Pfarrkirche fasst Pfarrer Uwe Haag zusammen, was für ihn wohl das wichtigste an seinem Amt und an der Kirche ist: einen Ort zu schaffen, an dem die Gedankenlosigkeit und Oberflächlichkeit unserer Zeit zum Innehalten kommt. Mit dem Kirchenjahr einen Gegensatz zu schaffen zu allem, was in unserer Gesellschaft derzeit schiefläuft. Dabei lässt er die Politik nicht aus. Rechtspopulisten nennt Haag Kleinkriminelle, die den Menschen die Freiheit nähmen. „Die Wahrheit passt nicht in eine Twitterzeile“, kritisiert er. Und Mauern zeugten immer von Mauern in den Köpfen.

Er habe 16 Jahre lang von Gott erzählt, tröstend, philosophisch, politisch, wegweisend. Dankbar sei er für die Begegnungen und die Begleitung der Gemeinde. Aber er bittet auch um Vergebung, für die Fehler, die er gemacht hat und für die Erwartungen, die er nicht erfüllt hat.

„Bescheiden und zurückhaltend“

Nun überlässt er seine Stelle einem anderen, wechselt selber mit seiner Frau Christine nach Künzelsau-Taläcker. Er gebe den Stafettenstab weiter, macht er sich ein Bild zunutze. Der Stab stehe für die Liebe, die wir untereinander verteilen sollen. Er reicht ihn an Volker Gräfe aus dem Kirchengemeinderat weiter.

Der nennt den scheidenden Pfarrer bescheiden und zurückhaltend. Haag sei jemand gewesen, dem es unangenehm war, gelobt zu werden und der auf Schulterklopfen verlegen reagiert habe. „Sympathisch“ findet Gräfe das. Er fordert Haag auf: „Springen Sie mal über ihren Schatten!“ Er dürfe die wohlwollenden Grußworte, die ihm im Anschluss an den zweistündigen Gottesdienst gesagt werden, nun genießen. Sie seien verdient.

Die Kinder der Kinderkirche beleben den Gottesdienst mit dem Lied „Danke für diesen guten Morgen“, das sie umtexten. Aus „Danke“ wird „Uwe“. Drei Chöre sind gekommen. Der Liederkranz Obersontheim, die Joyful Voices und der Liederkranz Bühlertann singen jeweils zwei Lieder zur Verabschiedung. Der Posaunenchor bringt die nötige Festlichkeit. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Dekan Uwe Altenmüller segnet das Pfarrerspaar und schenkt ihnen Karten für die Burgfestspiele in Jagsthausen. Sonja-Alexa Schmitz

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