Abschied eines Frontmanns

Elabo Vertriebschef Horst Maywald wird verabschiedet. Der künftige Teilzeitrentner bleibt dem Unternehmen als Netzwerker verbunden.

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Horst Maywald (links) übergibt seinem Nachfolger, Timo Bednarek, einen gut aufgestellten Vertrieb.  Foto: 

Der Rahmen war absolut passend. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat der CDU hatte Elabo zu der Mittelstandsveranstaltung „Wie kann ich von Industrie 4.0 profitieren“ geladen. 120 Gäste erwiesen dabei auch einem Fachmann die Ehre, der die Produktentwicklung beim namhaften Arbeitsplatzsystemhersteller entscheidend geprägt hat. Nach 23 Jahren verabschiedet sich der Ingenieur für Antriebstechnik, der nach Stationen bei Voith und Lucas-Nülle zu dem Arbeitsplatzhersteller nach Crailsheim kam, in den Ruhestand.

Wissenstransfer

Genau genommen tritt er nur ein wenig kürzer. Denn Elabo arbeitet eng mit verschiedenen Forschungseinrichtungen zusammen, wie etwa dem Karlsruhe Institut of Technology  (KIT) oder dem Fraunhofer Institut. Den Wissenstransfer zwischen Forschung und Mittelstand zu organisieren und zu verbessern, ist eine der Aufgaben, denen sich Horst Maywald verstärkt widmen wird. Dass Elabo heute zu den ausgewiesenen „100 Orten für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ gehört, ist in weiten Teilen dem gebürtigen Rheinländer zuzuschreiben.  Denn schon frühzeitig setzte sich der Vertriebsfachmann dafür ein, die Arbeitsplätze von Elabo mit entsprechender Software auszustatten, um aus einem durchdacht angeordneten Arbeitsplatz eine komplett vernetzte Arbeitstation zu machen, die das Arbeitsplatzhandling mit Daten- und Prozessmanagement verbindet. Geschäftsführer Thomas Hösle: „Horst Maywald hat als kreativer Treiber  wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute im Bereich ,connectivitiy’ in unserer Branche an der Spitze stehen.“

Davon konnten sich die Gäste beim geführten Rundgang dann auch überzeugen. Die Arbeitsplatzsysteme von Elabo entführen den Betrachter aber nicht nur in die Arbeitswelt von Morgen, sondern zeigen, was heute schon möglich ist. Thomas Hösle: „Wir setzen die von uns entwickelte Technik  bei uns selbst ein, machen so unsere eigene Produktion zum Forschungsobjekt.  Das ist in dieser Form wohl einmalig.“

Das Unternehmen hat dabei hohe Ansprüche. Gerade auch weniger qualifizierte, sollen „stressfrei“ und „im laufenden Betrieb“ ihre Arbeit aufnehmen können – und dies „überall auf der Welt“ und „zu 100 Prozent vorgaben- und arbeitsgerecht“.

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist angelaufen. Manfred kurz,  Leiter der Repräsentanzen von Würth in Berlin und Brüssel sowie  Sprecher des Wirtschaftsrates der Sektion Hohenlohe/Schwäbisch Hall , erläuterte deshalb in seinem kurzen Vortrag die „Politischen Standortbedingungen für Industrie 4.0“. So richtig aufgehört haben dürften die Besucher allerdings bei dem Beitrag von Prof. Dr. Jivka Ovtcharova. Die Leiterin des Instituts für Informationsmanagement im Ingenieurwesen  stellte einen völlig neuen Forschungsansatz vor, der mittelständischen Betrieben die Möglichkeit eröffnen soll, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranzutreiben, ohne unkalkulierbare, finanzielle Risiken eingehen zu müssen:  „Es geht darum, Entwicklungen wie etwa  die Visualisierung im laufenden Betrieb zu installieren, dabei deren Nutzen und Wirtschaftlichkeit zu prüfen und erst dann die Entscheidung über die notwendigen Investitionen zu treffen.“

Nutzen erst prüfen

Für Diplom-Kaufmann Michel Grethler, der über Bechtle zum KIT kam, ist das einer der wesentlichen Gründe. warum die Digitalisierung in kleineren Firmen eher schleppend vorangeht: „Die Unternehmer zögern verständlicherweise bei Investitionen, deren Mehrwert sich ihnen nicht erschließt.“ Weitere Vorträge, unter anderem von Ministerialdirektor Stefan Krebs (Zukunftsstrategie Baden-Württemberg) beleuchteten die Chancen, die die Digitalisierung  den Unternehmen eröffnet. „Doch letztlich ist allen Ansätzen eine Erkenntnis gemein“, sagt Jivka Ovtcharova: „Die Digitalisierung verändert alle Geschäftsmodelle dahingehend,  dass die Herstellung eines Produkts mit Paketen an zusätzlichen Serviceleistungen verbunden werden muss. Nur so ist künftig Wertschöpfung möglich.“ Bei Elabo steht man dieser Herausforderung gelassen gegenüber. Thomas Hösle: „Wir liefern eben nicht nur Arbeitsplätze, sondern nachweisbaren Nutzen, der sich für unsere Kunden auch wirtschaftlich darstellen lässt.“

Wachstum Der Anbieter von Mess- und Prüftechnik ist zuletzt deutlich gewachsen und beschäftigt mittlerweile  165 Mitarbeiter. Die Produktpalette umfasst Arbeitplatzsysteme, Mess- und  Prüfgeräte  sowie automatisierte Testsysteme.

Gründung Elabo wurde 1972 von Heinrich Decker und Egon Lauton in Kirchberg/Jagst gegründet. Ende der 70er Jahre wird ein Fertigungshalle in Crailsheim angemietet. 1987 wird am heutigen Standort im Gewerbegebiet Flügelau gebaut. 80 Prozent des Umsatzes wird mit Kunden aus  der Industrie erwirtschaftet. Der Rest mit Beruflichen Schulen, Lehrwerkstätten, Entwicklungslabors und anderen Einrichtungen.

Konzern Seit 1995 gehört Elabo zur Euromicron-Gruppe in Frankfurt.  Der börsennotierte Technologie-Konzern beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter an 32 Standorten. Zur Firmengruppe gehören insgesamt 17 Tochterunternehmen. Der Konzern  ist in den Bereich Netzwerk-, Sicherheits- und Lichtwellenleiter-Technologie vertreten.

Lage 2016 erwirtschaftete die Euromicron AG einen Umsatz von 325,3 Millionen Euro. Elabo bietet AG Sicherheit im kapitalintensiven Projektgeschäft.

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