Abenteuerlust für einen guten Zweck

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Kleine Schrauberpause am Rallye-Fahrzeug: Franziska Henrich, Stephanie Botsch, Marius Schönegge und Niklas Neuffer sehen der Spendenfahrt nach Gambia mit Optimismus entgegen.  Foto: 

Die Sache klingt ziemlich abenteuerlich: Mit gespendeten und selbst umgebauten Autos wollen 18 Mitglieder des Vereins „Drive to Help“ in drei Wochen 7500 Kilometer durch sieben Länder bis nach Gambia zurücklegen. Die Teilnehmer haben aber nicht nur das Abenteuer im Sinn, sondern auch den guten Zweck: Sie bringen Spenden und Hilfsgüter in die ASB Health Clinic in dem kleinen westafrikanischen Land, in dem Armut und Arbeitslosigkeit herrschen.

Einer der Rallye-Teilnehmer, die am 19. März auf dem Marktplatz in Waldkirch im Breisgau – dort ist der Sitz des Vereins – starten wollen, ist Niklas Neuffer aus Ilshofen. Der 24-Jährige studiert in Gießen Medizin und bildet gemeinsam mit Franziska Henrich, die Deutsch, Biologie und Geschichte für das Lehramt studiert, eines der neun Teams. Das Auto, mit dem sie sich auf die Reise machen, ist ein Fiat Ducato, Baujahr 2002. „Der war bisher in einem Malerbetrieb eingesetzt“, erzählt Niklas Neuffer. Der Kleintransporter hat 128 PS und lediglich 74 000 Kilometer auf dem Tacho.

Wochenenden in der Werkstatt

Immer wieder ist Neuffer nun in Ilshofen, um mit weiteren Mitstreitern sein und andere Team-Autos fit für die Rallye zu machen. „In Gießen habe ich einfach nicht den Platz und das nötige Werkzeug“, sagt der Locken­kopf. Also wird rund um die heimatliche Werkstatt geschraubt, gesägt oder geschweißt. Die Rückbank wurde aus-, ein Holzgestell für zwei Matratzen eingebaut – „wir wollen notfalls auch im Auto übernachten können“.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Aber wie kam Niklas Neuffer überhaupt dazu, für diesen Hilfsgütertransport an den Start zu gehen? Nach dem Abi hat er in einem Kinderheim in Marokko gearbeitet, wie seine Teampartnerin Franziska Henrich und zwei weitere Rallye-Teilnehmer auch: Stephanie Botsch und Marius Schönegge. Diese beiden aus Nordrhein-Westfalen hatten im vergangenen Jahr eine Mitfahrgelegenheit nach Freiburg gesucht. Bei dieser Fahrt trafen sie auf einen der Vereinsgründer von „Drive to Help“, der ihnen von der Spendenfahrt erzählte. Die Studenten waren von der Idee fasziniert und erzählten sie weiter. Neuffers Reaktion: „Da wollen wir mitmachen: Cool, wir fahren nach Gambia.“ Die Sache sprach sich in dem abenteuerlustigen Freundeskreis rum, und bald war ein weiterer Ilshofener mit an Bord: Max Aigner, der in Würzburg Medizin studiert. Er bildet zusammen mit Jörg Löw ein Team.

Der „Drive to Help“-Konvoi transportiert unter anderem Medikamente, Verbandszeug, Handschuhe, Geräte zum Blutabnehmen und andere Sachspenden. Vor Ort werden die Fahrzeuge zugunsten der ASB Health Clinic Gambia verkauft. „Wir lassen alles dort, und fliegen nur mit unseren persönlichen Sachen zurück“, erklärt Neuffer.

Jedes Rallye-Team muss 2000 Euro Geld- und Sachspenden auftreiben – „gar nicht so einfach“, hat Niklas Neuffer festgestellt. Immerhin hat er in und um Ilshofen einige Unterstützer gefunden. „Ich habe mit einem Freund auch Musik auf dem Weihnachtsmarkt gemacht, mit Geige und Querflöte.“ Obwohl dabei nicht viel Geld zusammenkam, habe es Spaß gemacht, „und man kam mit den Leuten ins Gespräch“. Niklas Neuffer freut sich auf die Charity-Rallye. Bedenken? „Nein“, winkt er gelassen ab, „wir sind im Konvoi unterwegs, sprechen auch etwas Arabisch. Das sehe ich ­ent­spannt.“ Eine gute Einstellung für eine 7500 Kilometer lange Tour.

Niklas Neuffer ist 24 Jahre alt. Mit vier Geschwistern ist er in Ilshofen aufgewachsen. Am Haller Gymnasium bei Sankt Michael, an dem er Schülersprecher war, machte er 2012 sein Abitur. Danach arbeitete er für 14 Monate in einem Kinderheim in Casablanca. Niklas Neuffer studiert in Gießen Medizin, ist derzeit an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim tätig und arbeitet dort an seiner Doktorarbeit.

Der Verein „Drive to Help“ unterstützt mit seiner Charity-Rallye die ASB-Health-Clinic in Gambia. Am 19. März brechen neun Teams auf. Weitere Informationen zum Projekt: www.drive-to-help.de blo

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