„Wir sind Kolping, Menschen dieser Welt“

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Beim Jubiläumsgottesdienst am Sonntagmorgen in Christus König in der Heimbachsiedlung.  Foto: 

Carina Zehrer ist eine von vielen Gästen des Jubiläumsgottesdienstes in der Kirche der Heimbachsiedlung. Seit zwei Monaten wohnt sie in Hall, gleichwohl gehört sie der Kolpingfamilie in Ehingen an. Für sie ist Kolping gleichbedeutend mit Gemeinschaft: „Egal wo man hinkommt, man wird gleich mit du angesprochen und sofort in die Familie aufgenommen“, erzählt sie freudestrahlend.

In der Familie sah eben auch das große Vorbild Adolph Kolping die Keimzelle der Gesellschaft. Diözesanvorsitzender Eugen Abler erinnert: Die Industrialisierung habe das Zunftwesen aufgelöst. Die Gesellen verwahrlosten zunehmend. Mit den Gesellenvereinen habe Kolping eine Vorbereitung auf die Familien geschaffen. „Die Ur-Sehnsucht nach Sinn bleibt. Lassen wir uns von Kolping anstecken.“

Diözesanpräses Pfarrer Walter Humm sorgt in Anlehnung an das Jesu-Gleichnis vom Sämann für geistliche Ansteckung: „Was säen wir als Christen heute in diese Gesellschaft hinein? Was wollen wir säen? Seien Sie nicht traurig, wenn bei anderen Ihre Ideen keinen Anklang finden.“

Alles andere als traurig ist Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Er freut sich, mit Adolf Abaur, Pfarrer im Ruhestand, ein altbekanntes Gesicht wiederzusehen: „Ihre Haare sind nicht so grau geworden wie meine“, richtet er an dessen Adresse. Er erinnert zugleich an die Wiedergründungs-Feier 2004 und an die „großartige Verbindung zwischen Stadt und Kolping“.

Wie Landrat Gerhard Bauer, der die Zusammenarbeit in den 60er-Jahren in Sachen Abendrealschule hervorhob, überreicht auch der OB eine Spende an Christl Wagner, die erste Vorsitzende der Haller Kolpingsfamilie. „Die Tat ziert den Mann“, zitiert der Landrat Adolph Kolping. Und ergänzt: „…und die Frau“. Er meint damit Christl Wagner. „Kolping und Kolpings Ideen sind für mich heute so aktuell und ansteckend wie früher“, antwortet diese.

Jahresthema: Kolping upgrade

Das aktuelle Jahresthema des Kolpingwerkes heißt „Kolping ­upgrade“. Man beteilige sich an bundesweiten Entwicklungen und stelle künftige Arbeiten auf den Prüfstand. Mit den Worten: „Den Zeitgeist miteinbeziehen, sich aber ihm nicht unterwerfen. So schauen wir mit Gottvertrauen und Zuversicht in die Zukunft“, endet es. Die 12-Uhr-Glocken haben schon geläutet. Dann wird ein besonderes Lied gesungen. Der Refrain bringt den familiären Charakter der Festgemeinde besonders gut zum Ausdruck: „Wir sind Kolping, Menschen dieser Welt…“, heißt es da unter anderem.

Die Haller Kolpingsfamilie ist Teil des Kolpingwerkes Deutschland, einem Verband mit 270 000 Mitgliedern in 27 Diözesanverbänden. Mit dem Motto „verantwortlich leben, solidarisch handeln“ wollen sich die Mitglieder nach Adolph Kolpings Zielsetzung als gute Christen in Familie, Beruf und Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft einbringen. Die Kolpingsfamilie ist auch ein katholischer Sozialverband.

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