„Wir kaufen kein Pfund zu“

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Mitglieder des Haller Wirtschaftsförderungsausschusses zu Besuch im Schlachthaus. Auf dem Foto vorn von links: Martin Lindner, Thomas Preisendanz, Hermann-Josef Pelgrim, Rüdiger Schorpp, Ruth Schmalzriedt, Ludger Graf von Westerholt und Sebastian Bühler.  Foto: 

Rudolf Bühler gibt sich gerne hemdsärmelig. Klare Worte findet er auch wenn es darum geht, den Erfolg der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft (BESH) zu erklären. „Wir müssen erzeugen, was unsere Kunden wollen – nicht, was die anderen uns aufschwätzen wollen.“ Ein Beispiel dafür ist die Herstellung von Dosenwurst im Haller Schlachthof. Die Nachfrage nach Leberwurst, Bierschinken oder Lyoner aus Hall ist groß. Insgesamt aber sei der Markt für Dosenwurst rückläufig. Die BESH wächst also entgegen des Markts, macht Sebastian Bühler deutlich. Der Sohn von Rudolf Bühler leitet die Wurstmanufaktur, die es seit 2011 gibt.

Rudolf Bühler, Gründer und Vorsitzender der BESH, erinnert beim Besuch des Haller Wirtschaftsförderungsausschusses daran, dass es die Hohenloher Bauern waren, die die Rasse des Schwäbisch-Hällischen Landschweins gerettet haben. 1982 sei die Gattung nahezu ausgestorben gewesen, 1983 habe man damit angefangen, die Restbestände einzusammeln und zu züchten.

Das Prinzip der Erzeugergemeinschaft laute: vom Acker auf den Teller. Ziel der BESH sei es, die komplette Wertschöpfungskette bei den heimischen Bauern zu halten. „Wir kaufen kein Pfund zu“, erklärt Bühler. Was in den Fleischtheken der Gemeinschaft liegt, komme ausschließlich von Mitgliedsbetrieben.

Die BESH beliefert aus dem Haller Schlachthof die eigenen Märkte und Stände in Hall (Hessental, Innenstadt, Kornhausscheunen) und Berlin sowie Fleischerfachgeschäfte, die selbst nicht mehr schlachten, außerdem Spitzengastronomen und Betriebsrestaurants. Zu den Kunden gehören beispielsweise die Bausparkasse, Würth oder der Deutsche Bundestag.

Eichmastweiden haben die Mitglieder der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft. Darauf weiden die so genannten Eichmastschweine. Deren Fleisch gilt als besonders hochwertig.

Im Schlachthaus der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) in der Hessentaler Raiffeisenstraße werden jährlich rund 20 000 Tonnen Fleisch verarbeitet. Damit sei die Kapazität zu 90 Prozent ausgelastet.

In der Woche werden in Hall geschlachtet: 600 Schweine aus biologischer Haltung, 1600 Schwäbisch-Hällische Landschweine, 1200 Hohenloher Landschweine und 600 Rinder (Durchschnittswerte). Täglich werden aktuell rund 30 000 Dosen Wurst in Hessental hergestellt.

Der BESH sind 1460 Bauernhöfe angeschlossen. Rund jeder zweite Landwirt in der Region ist Mitglied der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft. just

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