„Urgesteine“ sagen Adieu

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Abschied von „ihrer“ Schule: (von links): Gerhard Hirsch, Rudolf Weihbrecht und Harald Thomé.  Foto: 

Von einem „denkwürdigen Tag“ ist in einer Pressemitteilung der Schule die Rede. „Drei Urgesteine, die die Schule über Jahre durch ihre Arbeit und ihre Persönlichkeit entscheidend mitgeprägt und die sich über Jahrzehnte hinweg  um das Gymnasium bei St. Michael verdient gemacht haben“, sind verabschiedet worden. Schulleiter Frank Nagel und das Kollegium würdigten die Pädagogen am Ende des Schuljahrs.

„Besonderer Einschnitt“

„Einen ganz besonderen Einschnitt für das Gymnasium bedeutet dabei die Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters Rudolf Weihbrecht.“ 1979 war er als Studienassessor für Mathematik und Physik an das Gymnasium gekommen. 1992 wurde er zum Fachabteilungsleiter und Studiendirektor ernannt. In den Jahren danach war Weihbrecht für die Erstellung der Stunden- und Vertretungspläne, aber auch für die Organisation der Oberstufe sowie für die Lehrauftragsverteilung und Schulstatistik mitverantwortlich. „Er war bereits damals der heimliche stellvertretende Schulleiter der Schule“, heißt es in dem Schreiben der Schule.

Im Jahr 2008 wurde Weihbrecht offiziell zum stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums bei St. Michael ernannt. Ihm oblag nun die gesamte Unterrichts- und Prüfungsorganisation.

Für die „in fast 40 Dienstjahren geleistete ausgezeichnete Arbeit“ dankte der Schulleiter dem angehenden Pensionär im Namen der Schulgemeinschaft. Daran schloss sich ein sehr persönlicher Dank des Schulleiters an. Für den Schulleiter sei Weihbrecht „Helfer, Ratgeber, Mahner und stets loyaler Unterstützer gleichermaßen“ gewesen.

Rückkehr als junger Lehrer

Mit Ende des Schuljahres wurden neben Weihbrecht zwei weitere „Urgesteine“ des Gymnasiums bei St. Michael in den Ruhestand verabschiedet: Abteilungsleiter und Studiendirektor Gerhard Hirsch sowie Studiendirektor Harald Thomé, Fachberater für Physik am Regierungspräsidium Stuttgart.

Bereits 1964 war Hirsch als Fünftklässler am Gymnasium bei St. Michael, ehe er im Jahr 1980 – nach dem Studium der Mathematik und Physik – als junger Lehrer an seine Schule zurückkam. Er blieb bis heute. Die laut Mitteilung „tiefe Verbundenheit“ mit dem Gymnasium spiegle sich auch in seiner jahrelangen Tätigkeit als Kassenwart des Freundeskreises „Alter Haller Pennäler“ wider. „Was Hirsch aber besonders auszeichnet, ist, dass er früh die Chancen und die Wichtigkeit der Informatik und Computertechnologie für die Schulen erkannt hatte“ – im Unterricht, vor allem aber auch in der Schulverwaltung.

2006 wurde Hirsch zum Abteilungsleiter ernannt. In dieser Funktion war er neben der Netzwerkadministration auch für die Oberstufenberatung und -verwaltung zuständig, in der er – so Nagel in seiner Laudatio – „Generationen von Oberstufenschülerinnen und -schülern gut beraten und die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben mit größter Umsicht und Sorgfalt erledigt“ habe. Darüber hinaus habe Hirsch als Leiter der Schulentwicklungsgruppe die „innere Schulentwicklung am Gymnasium bei St. Michael in den letzten Jahren maßgeblich mitbeeinflusst“.

„Physiker mit Leib und Seele“

Harald Thomé kam als jüngstes „Urgestein“ zum Schuljahr 1999/2000 als Lehrer für Mathematik und Physik ans Gymnasium bei St. Michael. „Schnell entwickelte er sich zu einem Physiklehrer durch und durch, zu einem Physiker mit Leib und Seele“, heißt es. 2006  wurde er zum Fachberater für Physik am Regierungspräsidium Stuttgart bestellt.

In der Mitteilung des Gymnasiums bei St. Michael heißt es: „Thomé gilt bis heute als einer der Verfechter des Karlsruher Physikkurses. Und so überrascht es nicht, dass sich auch der Physikunterricht am Gymnasium bei St. Michael am didaktischen Konzept des Karlsruher Physikkurses orientiert.“ Mit Thomé geht nach Nagels Worten „jede Menge physikalisches Know-how, unschätzbare Unterrichtserfahrung und eine gute Portion Gelassenheit und Ausgeglichenheit“.

So unterschiedlich die Aufgaben der drei Pädagogen waren – „eines“, heißt es, „ist allen dreien gemein: Sie haben Generationen von Schülerinnen und Schülern an die Mathematik und Physik herangeführt und sie mit der Faszination, aber auch den Hürden dieser Fächer vertraut gemacht.“

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