„The Cashbags“ bieten gelungene Hommage an Johnny Cash

Ganz nahe am Original präsentieren  „The Cashbags“ Songs und Geschichten aus dem Leben des Country-Sängers Johnny Cash. Und seine „echte Frau“. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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Auf der Bühne steht der Mann in Schwarz. „The man in black“, wie man ihn auch nennt. Lässig kündigt er mit dem unverwechselbaren Timbre seiner markanten Bassbariton-Stimme den nächsten Höhepunkt der Show an. „Ladies and Gentlemen – here is the one I need.“

Im Petticoat, mit hochtoupierten Haaren und einem „weiblichen“ Minimikrofon ausgestattet betritt June Carter, Johnny Cashs Geliebte und spätere langjährige Ehefrau, die Bühne, um mit ihm den Titel „Jackson“ zu singen. Das zahlreiche Publikum reagiert begeistert, fast frenetisch. So war es in der Anfangszeit des Erfolges von Johnny Cash.

Mehr als 500 Titel hat der Country-Star im Laufe seines Lebens geschrieben. Ein Vielfaches davon gesungen. Etwa 35 Lieder bringen „The Cashbags“ aus Dresden sehr authentisch in den nur mäßig besetzten Haller Neubau-Saal.

Der „Man in black“ ist in diesem Fall Robert Tyson. Ein Amerikaner, der seit mehr als zehn Jahren in Dresden lebt. Mit dem tiefen Timbre seiner Stimme bittet er seine „Frau“ zu sich auf die Bühne, die in diesem Fall Valeska Kunath heißt. Gemeinsam singen sie den Titel „Jackson“. Fast genau so wie die Vorbilder Jahrzehnte zuvor. Sehr authentisch und sehr nahe am Original. Und auch fast so verliebt. Zumindest auf der Bühne.

Das ist wohl das Geheimnis der Band aus Dresden. Robert Tyson, dem Sänger und Gitarristen der Gruppe, scheint die Verkörperung des Originals auf den Leib und in die Stimme geschrieben worden zu sein. Valeska Kunath als June Carter Cash steht ihm in nichts nach. Selbst im Spielen der Autoharp nicht. Begleitet von Stephan Ckoehler an der elektrischen Gitarre, der auch in seiner Rolle als Carl Perkins und Wegbegleiter Cashs sehr überzeugend als Solist auftreten kann. „Blue Suede Shoes“ ist sein erster Titel. Ein Song, der erst durch die Cover-Version von Elvis Presley so richtig bekannt geworden ist und auf eine Idee Johnny Cashs zurückgehen soll.

Für die nicht so eingefleischten Cash-Kenner bietet die fabelhaft vorgetragene Hommage einige Überraschungen. Viele der Lieder sind bekannt – wenn auch häufig nicht in der Originalversion, in der sie im Neubau-Saal auf die Bühne gebracht werden. So „Bonanza“ oder „Ghost riders in the sky“.

Robert Tyson erzählt zwischen den Stücken auf Englisch Episoden aus dem bewegten Leben des Country-Sängers. Er singt einige Lieder solo – wie das Original. In der Band spielt Tobias Fuchs das Schlagzeug, Brenny Brenner den Bass. Und immer wieder singt Tyson mit der bezaubernden June Carter alias Valeska Kunath.

Das Haller Publikum ist zwar nicht groß, aber die Zuschauer sind schon vor der Pause begeistert, und die zweite Konzertstunde beenden sie mit stehenden Ovationen. Es ist nicht das Original, das man gesehen hat. Aber das hat man zwischendurch fast vergessen. So nahe war man Johnny Cash und June Carter wohl noch nie.

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