„Man muss der Schatten eines Paares sein“

Anja Tomaschewski und Dario D’Ariano sind mit der TSG Backnang in die erste Tanz-Bundesliga aufgestiegen. Im Interview erklären sie, wie die lateinamerikanischen Formationen entstehen und wer sie vorgibt.

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Anja Tomaschewski und Dario D'Ariano aus Obersontheim.  Foto: 

Auf den Tanzfotos sieht man Sie beide von Kopf bis Fuß durchgestylt. Wie ist das im Privaten?
ANJA TOMASCHEWSKI: (lächelt) Ja, das gilt für die Tanzfläche. Privat sind wir beide ganz normal unterwegs.
DARIO D’ARIANO: Im normalen Leben verwenden wir zum Beispiel kaum Gel. Man hat auf den Turnieren so viel drin, da muss man aufpassen, dass sie nicht stumpf werden. Außerdem müssen bei uns beiden die Haare schwarz sein. Bei mir wird das aufgesprüht.
TOMASCHEWSKI: Und bei mir kommt schwarze Schuhcreme rein.

Warum ausgerechnet schwarz?
TOMASCHEWSKI:
Das geht von den Farben her am einfachsten. Es am besten zu unseren lateinamerikanischen Tänzen. Außerdem wird noch braune Körperschminke aufgebracht. Bei Dario nur am V-Ausschnitt, bei mir am ganzen Körper. Das muss später mit Peeling wieder runter.

Wie muss man sich die Vorbereitung auf ein Tanzturnier vorstellen?
D’ARIANO: Bei Auswärtsturnieren wie zum Beispiel in Bochum reisen wir freitags an. Abends essen wir im Hotel, danach beginnt die sportliche Vorbereitung und wir gehen früh ins Bett.
TOMASCHEWSKI: Man kann nur Leistung bringen, wenn man ausgeruht ist. Da gibt es kein Zwischending.

Woher nehmen Sie diese Motivation?
D’ARIANO:
Vom Ehrgeiz, gewinnen zu wollen.
TOMASCHEWSKI: (lächelt) Er ist noch ehrgeiziger als ich. Wahrscheinlich liegt das daran, dass er bereits bei den Unicorns Football gespielt hat. Es macht einfach total Spaß, wenn man motiviert ist.

Auf was kommt es beim Formationstanz an?
D’ARIANO:
Eine Choreographie dauert zirka sieben Minuten. Man muss versuchen, die acht Paare so synchron wie möglich zu bekommen. Aus 16 Personen entstehen Bilder. Das muss man so gut wie möglich präsentieren, damit die Wertungsrichter die Bilder erkennen können.
TOMASCHEWSKI: Man muss dabei das Gefühl für das Paar entwickeln, das vor einem tanzt, sozusagen der Schatten dieses Paares zu sein. Egal, ob es stolpert oder zu schnell ist.
D’ARIANO: Bei den Bildern handelt es sich beispielsweise um Rauten, Diagonalen oder Reihen. Das Prinzip ist: Derjenigen, der keinen sieht, gibt die Figur an. Deshalb muss man aus den Augenwinkeln die Nebentänzer beobachten.

Warum tanzen Sie für die TSG Backnang?
TOMASCHEWSKI:
Wir wohnen in Obersontheim. Leider gibt es in und um Hall keinen Tanzverein, der in der 2. oder 1. Bundesliga tanzt. Deshalb fahren wir viermal in der Woche nach Backnang. Wobei wir auf der Suche nach einer kleinen Halle sind, in der wie zweimal pro Woche zwei bis drei Stunden üben können.
D’ARIANO: Das braucht nicht Luxuriöses sein. Wir brauchen nur einen Raum. Alles andere bringen wir mit. Da reicht uns auch ein Drittel einer Turnhalle.’

Was sind Ihre Ziele für die 1. Bundesliga?
TOMASCHEWSKI:
Dort tanzen acht Teams. Zwei steigen ab. Deshalb müssen wir mindestens Sechster werden. Nun muss die neue Choreographie einstudiert werden.

Die Fragen stellte Guido Seyerle.

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