„Kontakt zur Politik ist uns wichtig“

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Zwischen Menschen aus dem städtischen Milieu und den in der Land- und Waldwirtschaft Arbeitenden kommt es oft zu Missverständnissen und Ärger. Das gilt für den Alltag wie für die Politik. Ein Beispiel: Radfahrer ärgern sich über Zentimeter dick auf Waldwege gepacktes Reisig. Sie müssen absteigen und ihre Räder schieben. Doch dieses Reisig ist notwendig, wenn schwere Holz­ernter und -laster die Wege durch ihr Gewicht nicht kaputt machen sollen. Wird‘s nicht gemacht, beschweren sich die gleichen Leute über die tiefen Kuhlen und Spurrillen, in denen sich Wasser sammelt. Und bleibt das vielleicht sogar über Jahre so, siedelt sich dort vielleicht die Gelbbauch-Unke an, dann ist das ein Biotop und darf gar nicht mehr verändert werden, so die Aussage von Naturschutz und Politik.

Vieles, was die Politik beschließt, mag für einen Großbauern mit mehreren hundert oder gar tausend Hektar Fläche machbar sein: Dieser legt einfach ein paar Hektar Randstreifen still und erfüllt damit die Forderungen, für Klein- oder Nebenerwerbslandwirte ist so etwas in der Praxis aber kaum umsetzbar. Und wenn dann die Wissenschaft auch noch feststellt, dass es eine Fehlannahme sei, dass in Stilllegungsflächen die biologische Vielfalt steigt, dann ist das Verständnis zwischen den Landwirten und dem politischen Umweltschutz verwirrt bis deutlich gestört. „Deshalb ist es schön, dass die Politik zu uns kommt“, so der Vorsitzende Christoph Zimmer, „und mitnimmt, was unsere Erfahrung ist und nicht als Fehl- oder verfälschte Information im Netz steht.“

Mit einer Stimme sprechen

In dieselbe Kerbe hieb auch Helmut Bleher vom Bauernverband: „Für uns geht es nicht um Groß gegen Klein, nicht um bio gegen konventionell. Wir Bauern dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir müssen gegenüber der Politik mit einer Stimme sprechen, sonst haben wir verloren.“ Dies gelte auch für den Wald, bestätigte Christoph Zimmer, im Hinterkopf das seit Jahren immer noch schwebende Kartellrechtsverfahren, das den staatlichen Forstämtern verbietet, Nadelstammholz der privaten Waldbesitzer zu vermarkten. Wichtig sei, dass alle Waldbesitzarten, privat, kommunal, groß und klein zusammenhalten.

Große Offenheit für die Anliegen der Waldbauern zeigten auch die Parteienvertreter in ihren Grußworten an die Versammlung: die CDU-Kreisvorsitzende Katrin Heinritz, die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade und – schon deutlich im Wahlkampfmodus aber lokal- und sachkenntnisreich – der FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Bullinger. Sein Credo in Sachen Politik: Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen, um zu bestimmen, wohin die Fahrt geht.

Stabile Preise

Dass die privaten Waldbesitzer und das Forstamt mit der Einrichtung der privaten Holzvermarktungsstelle und ihrem Verkäufer Oliver Herrmann ihre Segel richtig gesetzt haben, zeigt sich an den Holzverkaufszahlen. 20 000 Festmeter Stammholz konnten im vergangenen Jahr verkauft werden, zu Preisen, die mit durchschnittlich 90 Euro pro Festmeter relativ stabil blieben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Oliver Hermann – er konnte zwei weitere Vertragsabnehmer hinzugewinnen – mit ähnlich stabilen Preisen, falls nicht der Borkenkäfer wieder einmal für eine Holzschwemme sorgt. Vor der Käfergefahr warnte Forstamtsdirektor Dr. Andreas Wickel. Er forderte die Waldbauern auf, die Bäume genau zu beobachten. In einigen Bereichen zeigten vor allem die Tannen bereits Rotverfärbung an Ästen und Kronen. „Und Rot heißt sägen!“ Ernst Walter Hug

Ehrungen

Neun verstorbene Mitglieder des Mainhardter Waldbauvereines wurden mit einer Schweigeminute geehrt. Präsente gab es für 30 und 40-jährige Mitgliedschaft im jetzt 193 Mitglieder starken Verein, der eine Fläche von 3750 ha Wald betreut.

 

30 Jahre:

• Klaus Kutzbora aus Mainhardt

• Vorstandsmitglied Horst Kircher aus Bubenorbis

• der ehemalige  Mainhardter

Fritz Sommer aus Springe in Niedersachsen

• und Karoline Wieland aus Wüstenrot

 

40 Jahre

• Alfred Bäurle aus Ammertsweiler

und

• Ernst Schubring vom Dennhof

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