„Jeder Lehrer sollte ein Tablet haben“

Die Grundschule Michelfeld nimmt im Landkreis in Sachen Medienbildung eine Vorreiterrolle ein.

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Grundschuldirektor Eberhard Marstaller.  Foto: 

Seit wann ist Ihre Schule Referenzschule und warum haben Sie sich dafür beworben?

EBERHARD MARSTALLER: Seit Mai 2015. Jeder Landkreis soll eine Referenzschule haben. Beworben haben wir uns, weil wir schon eine gute Ausstattung hatten und uns die Kommune sehr unterstützt, beispielsweise indem sie uns eine Firma bezahlt, die unsere Technik betreut. Außerdem hält das Kollegium Medienbildung für wichtig. Wir wollten intensiv in das Thema einsteigen.

Was sind die Hauptpunkte des Medienkonzepts Ihrer Schule?

In Klasse 1 und 2 nutzt vor allem der Lehrer den Computer. Jeder Lehrer hat ein I-Pad, das er ähnlich wie einen Tageslichtprojektor einsetzt, um ein Buch oder ein Schülerheft per Beamer zu zeigen. Das ist eine enorme Erleichterung. Die Schüler selbst lernen die ersten Schritte wie den Umgang mit  Maus und Tastatur, sie lernen und üben mit spezieller Software und schreiben einfache Texte in Word. In der 3. und 4. Klasse geht es dann ums Speichern, Bearbeiten und Drucken von Dokumenten, um den Umgang mit einer Digitalkamera und den Transfer von Fotos auf den PC und das Präsentieren von Projekten.

Welche Mindestausstattung benötigen Grundschulen für die Medienbildung Ihrer Meinung nach?

Jedes Klassenzimmer sollte einen Beamer und jeder Lehrer ein I-Pad oder ein anderes Tablet haben, das er als Dokumentenkamera einsetzen kann. Sinnvoll ist auch ein PC-Raum in Klassenstärke. Dann können alle Schüler gleichzeitig ein Diagnoseprogramm bearbeiten, das sofort ausgewertet wird und dem Schüler seine Stärken und Schwächen aufzeigt. Solche Programme gibt es für Deutsch, Englisch und Mathe. Sie erstellen gleich eine individuelle Fördermappe für jedes Kind. Das ist eine unglaubliche Erleichterung.

Brauchen Grundschullehrer spezielle Fortbildungen für die Medienbildung?

Die Kollegen sind inzwischen sehr fit. In das I-Pad haben wir uns schulintern eingearbeitet. Fortbildungen sind eigentlich erst dann sinnvoll, wenn die neuen Medien wirklich schon eingesetzt werden.

Inwiefern profitieren andere Grundschulen im Landkreis von der Modellschule in Michelfeld?

Wir beraten andere Schulen zur Ausstattung und zum Einsatz der neuen Medien beim Tag der offenen Tür. Dieses Jahr ist er am 11. Mai. Oder es kommen direkte Anfragen von Schulen, die uns dann besuchen oder im Unterricht hospitieren. Sie profitieren von unserer Erfahrung – wir hatten auch Rückschläge.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von weiterführenden Schulen über Kenntnisse ehemaliger Michelfelder Grundschüler im Bereich Medien?

Dafür ist es noch zu früh. Wir sind ja erst im zweiten Jahr und jetzt so richtig dabei. Aber ich merke, dass die Schüler sehr motiviert sind, am PC zu üben. Insgesamt wird der PC aber nur in etwa zehn Prozent der Unterrichtszeit eingesetzt. Die Lehrer allerdings nutzen ihn sehr intensiv im Unterricht.

Die Fragen stellte Sigrid Bauer

Info Das Medienbildungskonzept der Grundschule Michelfeld ist im Internet nachzulesen unter www.gs-michelfeld.de.

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