"Jämmerlich" und "enttäuschend"

Es ist Wahlkampf. Ferien sind noch dazu. Briefe von Politikern häufen sich. Helmut W. Rüeck zum Beispiel findet Hessentals Bahnhof "jämmerlich".

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OB Pelgrim klagt der CDU-Politik-Prominenz im Mai 2009 (von rechts: Helmut W. Rüeck, Christian von Stetten und Heribert Rech) sein Leid. Der Bahnhof Hessental ist indes immer noch im alten Zustand. Archivfoto: Thumilan Selvakumaran

Seit 13 Jahren ist Helmut W. Rüeck Mitglied des Stuttgarter Landtags. Der Crailsheimer ist Mitglied der CDU - einer Partei, die 58 Jahre lang - von 1953 bis 2011 - der Landesregierung angehörte und dabei stets den Ministerpräsidenten stellte.

Die Geschichte des Bahnhofs in Hessental verlief derweil nicht ganz so glorios. Seit den 1970er Jahren wurde die Strecke Stück um Stück zurückgebaut, Nebengleise entfernt, Haltestellen und Bahnhöfe aufgelöst. Auch der Fernverkehr läuft seit 1985 an Hall vorbei. Dem Verfall von Bahnhofsgebäude und Bahnsteig kann man indes beinahe zusehen. In jüngster Zeit wurden Toiletten geschlossen, der Bau eines Aufzugs scheint pure Utopie.

Helmut W. Rüeck jedenfalls kommt nun, nachdem er und seine Parteifreunde seit mittlerweile zwei Jahren die harten Oppositionsbänke des Stuttgarter Landtags drücken müssen, zu einem überraschenden Urteil: "Der Zustand des Bahnhofs Hessental ist jämmerlich." Er werde immer wieder von Bürgern und Unternehmen angesprochen, so der gebürtige Crailsheimer, "und gebeten, daran etwas zu ändern".

In einem solchen Fall schreibt ein Politiker an den zuständigen Minister. Der heißt seit 12. Mai 2011 Winfried Herrmann und ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Indes: Die Antwort des Ressortchefs fiel für Rüeck, wie er sagt, "enttäuschend" aus. Die Bahn sei zuständig, die Modernisierung des Bahnhofs im Landesprogramm nicht vorgesehen und sowieso keine Mittel vorhanden. Erst zum Bundesverkehrswegeplan 2015 sei der Ausbau der Murrbahn, an deren Strecke Hessental liegt, angemeldet. Rüeck (Leitspruch: "Tue recht und scheue niemanden") genügt das nicht: "An dem jämmerlichen Zustand des Bahnhofs soll sich also in den nächsten Jahren nichts ändern? Das will ich nicht hinnehmen", meint der Christdemokrat. Von der grün-roten Landesregierung hätte er "mehr Engagement" erwartet.

Dabei hatte sich doch Rüeck durchaus auch schon persönlich um den Bahnhof gekümmert. Im Juni 2009 war das, als er mit CDU-Innenminister Heribert Rech auf Stippvisite in Hessental war. Der Zustand der Station sei "im engeren Sinne imageschädigend" hatte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim den Mitgliedern der damaligen Regierungspartei entgegengerufen. Reaktion damals, so erinnern sich Teilnehmer: interessiertes Schweigen.

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