Haller Gesangstalent Achale macht ihr „eigenes Ding“

Ophundem Achale aus Schwäbisch Hall ist eine von 53 Teilnehmern des Stipendiatenprogramms „Talent im Land“, das sich für faire Bildungschancen im Land einsetzt.

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Ophundem Achale (Zweite von rechts) mit Kultusministerin Susanne Eisenmann (in rot) und Uta-Micaela Dürig (Erste von rechts) von der Robert-Bosch-Stiftung bei der Stipendiatenfeier in Stuttgart.  Foto: 

Ophundem Achales große Leidenschaft ist das Singen. Deswegen hat sie sogar schon bei der deutschen TV-Castingshow „The Voice“ teilgenommen. Vor der prominent besetzten Jury wollte sie ihr Talent unter Beweis stellen. Leider schaffte sie es trotz erfolgreich absolvierter Vorentscheidungen nicht zu den so genannten „Blind-Auditions“ und konnte letztendlich nicht an der eigentlichen Show im Fernsehen teilnehmen.

„Im Nachhinein ist es zwar schade, aber auch nicht weiter tragisch“, sagt die 15-Jährige lachend. Mit den eigens erworbenen Aufnahmegeräten und professionellem Gesangsunterricht arbeite sie weiter an ihrer Stimme – „Ich mache einfach mein eigenes Ding. Wer weiß, was in Zukunft noch kommt.“

Talente im Land

Ophundem Achales positive Einstellung, auch zu alltäglichen Dingen, war wahrscheinlich einer der Gründe, warum sie bei der Bewerbung zum Stipendiatenprogramm „Talent im Land“ überzeugt hat. Seit September ist die Schülerin der Thomas-Schweicker-Gesamtschule Stipendiatin des Programms, das seit 2003 von der Baden-Württemberg-Stiftung in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung angeboten wird.

Die jährlich an rund 50 Schüler vergebenen Stipendien begleiten die Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren bis zum Schulabschluss.

Finanzielle Unterstützung in Form eines monatlichen Taschengeldes, die Finanzierung von schulischen Aktivitäten wie Ausflügen oder auch Nachhilfeunterricht und eine persönliche Betreuung durch die Stiftungen sollen vor allem bei Jugendlichen mit schwierigen Lebensverhältnissen für faire Bildungschancen sorgen.

Nachhaltige Förderung

Dass das Stipendium ihr Leben nachhaltig verändert und dies in Zukunft auch noch tun wird, davon ist Ophundem Achale überzeugt. „Ohne dieses Stipendium hätte ich mir die Ausrüstung für die Tonaufnahmen nicht leisten können. Und das Singen ist meine Leidenschaft. Es macht mich glücklich.“ Der direkte Nutzen durch das monatlich erhaltene Geld sei jedoch nur einer der Vorteile.

„Allein die Zeit, die ich mit den anderen Stipendiaten verbringen konnte, und die gegenseitige Wertschätzung stärken das eigene Selbstbewusstsein.“ Die persönliche Bestätigung durch das Erhalten des Stipendiums sei sehr wichtig, erklärt die 15-jährige Schülerin. Nicht nur für sie, sondern auch für die anderen Stipendiaten. „Einige von denen sind erst seit kurzem in Deutschland und kommen zum Beispiel aus Syrien. Für deren Integration ist es wichtig, zu merken, dass sie auf einem guten Weg sind und ihre Mühen anerkannt werden.“

Kaum hat Ophundem Achale diese für ihr Alter ungewöhnlich ernsten und erwachsenen Sätze gesagt, grinst sie auch schon wieder zuversichtlich über das ganze Gesicht und spielt mit ihren kurzen Zöpfen. „Ich kann allen Jugendlichen da draußen nur raten, sich auch zu bewerben. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Ophundem Achale lebt seit 2012 mit ihrer Familie in Deutschland. Die 15-jährige gebürtige Kamerunerin besucht die 10. Klasse der Thomas-Schweicker-Gemeinschaftsschule in Hall. In ihrer Freizeit singt und tanzt sie leidenschaftlich gern und geht joggen. Sie engagiert sich auch ehrenamtlich, ist Jugendmitarbeiterin und leitet die Jungschar in der evangelischen Matthäus-Gemeinde in Hessental. Nach ihrem Abschluss möchte sie Lehramt studieren. „Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten. Das gibt einem unwahrscheinlich viel zurück.“ isi

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