„Gut vernetzter Parlamentarier“

Der Künzelsauer Christian von Stetten sitzt für die CDU seit 15 Jahren in Berlin. Der 47-Jährige setzt aufs Thema Verkehr.

|
Er nutze vor allem den kurzen Dienstweg, um Projekte in seinem Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe nach vorne zu bringen, macht der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten deutlich.  Foto: 

Ich war nie auf einer Landesliste und das bleibt so“, macht Christian von Stetten deutlich. Seit 2002 hat der CDU-Bundestagsabgeordnete immer wieder das Direktmandat im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe geholt. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2013 erzielte von Stetten 52,3 Prozent der Erststimmen. „Sie bekommen meine Erststimme“, das habe er öfters von Wahlkämpfern am Werbestand anderer Parteien gehört. Dieses Ergebnis sei nur möglich geworden, weil er viele Erststimmen von Anhängern anderer Parteien bekommen habe.

Was hat er in den vergangenen vier Jahren für seinen Wahlkreis erreicht? Von Stetten betont, dass er als Bundestagsabgeordneter für die Bereiche Autobahn, Bundesstraße, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr Einfluss nehmen könne und rückt das Thema Verkehr in den Mittelpunkt seiner Bilanz. Er verbucht die Flixbushaltestelle in Wolpertshausen, den Bau des Weilertunnels in Hall, Fortschritte in Richtung Ortsumfahrung Gaildorf und den A-6-Ausbau als Erfolge.

Kurzer Dienstweg

Er nutze dabei den kurzen Dienstweg, seine guten Kontakte zu Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Mittlerweile sei er mit ihm befreundet – wie mit Norbert Barthle. „Ein Glücksfall“ für von Stetten, dass der Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur neulich erst bei einer Rundfahrt im Wahlkreis dabei war. Wenn keiner klagt, dann könne es schnell gehen, und am Geld werde es nicht liegen, so Barthle zur Gaildorfer Ortsumfahrung.

Mit dem sechsspurigen A-6-Ausbau zwischen Weinsberger Kreuz und bayerischer Landesgrenze rechnet von Stetten im Sommer 2020 – je nach Verlauf der Ausschreibung. Dann plant und betreibt die Bundesautobahngesellschaft die Autobahnen, verweist er auf eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes. Die A 6 werde dann über eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) ausgebaut. Kontakte hätten bei der Entstehung der Flixbushaltestelle in Wolpertshausen geholfen. „Ich spiele mit einem Chef aus der Geschäftsführung des Unternehmens Fußball in Berlin“, betont der 47-Jährige. Lediglich ein Vier-Minuten-Zwischenstopp in Nürnberg sei notwendig, ansonsten fahre der Bus direkt bis nach Berlin durch.

Unzufrieden ist von Stetten mit der „Zersiedelung der Landschaft“ durch Windkraftanlagen, die vor allem vom Steuerzahler subventionierte Kapitalertragsgesellschaften seien. Er fordert als Mindestabstand zur Wohnbebauung das Zehnfache der Höhe des Windrads. Zudem sollen Radaranlagen flächendeckend in Windkraftanlagen eingebaut werden, damit die nachts nicht mehr dauerblinken, sondern nur, wenn es ein Flugzeug notwendig macht.

„Ich bin kein Revolutionsführer“, sagt der 47-Jährige zu Schlagzeilen, die er mit seiner Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin gemacht hatte. Er habe lediglich an der CDU-Politik festgehalten, gefordert, dass die geltenden Gesetze eingehalten werden, damit nicht viele tausende Flüchtlinge unkontrolliert und unregistriert nach Deutschland kommen. Die CDU sei nun wieder auf Kurs. Es werde kontrolliert, registriert und Personengruppen würden zurückgewiesen.

Karriere in Berlin?

Will von Stetten mehr? Seine Präsenz im Fernsehen, in überregionalen Medien könnte darauf hindeuten, dass er Karriere in Berlin machen will. Wie wäre es im Falle eines Wahlsiegs mit dem Wirtschaftsministerposten? „Ich habe Narrenfreiheit und bin als direkt gewählter Abgeordneter nur den Bürgern verpflichtet. In der Position als gut vernetzter Parlamentarier erreiche ich am meisten für meinen Wahlkreis. Es ist für mich eine große Ehre, diese Region in Berlin zu vertreten“, winkt von Stetten ab. Als Minister oder Staatssekretär sei dies anders, dann hätte er die Kanzlerin nie so kritisieren können. Er habe als Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion viel Einfluss. Das sei mit 190 Parlamentariern die größte Gruppe in der Fraktion. Und wenn es nicht wieder mit dem Einzug in den Bundestag klappen sollte? „Ich bin wirtschaftlich unabhängig, habe etwas Anständiges gelernt und würde in meinem Beruf weiterarbeiten“, antwortet von Stetten.

Christian von Stetten wurde am 24. Juli 1970 in Stuttgart geboren. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und wuchs auf Schloss Stetten bei Künzelsau auf, wo er noch heute einen Wohnsitz hat. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Heilbronn und schloss als Diplom-Betriebswirt (FH) ab. 1996 gründete er sein erstes Unternehmen. Der selbstständige Kaufmann ist seit 1988 in der CDU, seit 2002 im Bundestag und Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, er sitzt im Kreistag des Hohenlohekreises. www.christian-stetten.de

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hörlebach: Mann stirbt in Autowrack

Der Mann hatte wohl einen 19-Jährigen übersehen. Dessen Beifahrerin und die beiden weiteren Insassen wurden leicht verletzt. weiter lesen