„Gegen den Hass und Vorurteile“

Die Linke macht sich beim Wahlkampfauftakt in Schwäbisch Hall Mut. In der heißen Phase vor der Bundetagswahl wird jedes Mitglied benötigt.

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Die Ulmer Kabarettistin Christina Mayerhofer hat Kai Bock, Bundestagskandidat der Linken für den Wahlkreis Schwäbisch Hall/Hohenlohe, bei der Vorstellung der Wahlplakate seiner Partei improvisatorisch unterstützt.  Foto: 

Das Hinterzimmer vom Gasthof „Rose“ in Schwäbisch Hall ist am Dienstagabend mit knapp 20 Personen nicht zur Gänze gefüllt. Rote Plakate an den Wänden klären schnell auf, bei was für einer Veranstaltung man sich befindet: Der Kreisverband Schwäbisch Hall/Hohenlohe der Partei Die Linke startet in den Wahlkampf. „Fünf Minuten warten wir noch“, sagt Kreissprecher und Bundestagskandidat Kai Bock, während sich noch leise unterhalten wird.

Im grauen Anzug ohne Krawatte begrüßt Bock dann die interessierten Genossen und die ebenfalls anwesende Landessprecherin Heidi Scharf. Währenddessen nehmen die meisten noch die Gelegenheit wahr, sich was zu essen oder zu trinken zu bestellen. Bock übergibt direkt an die Ulmer Kabarettistin Christina Mayerhofer, die in den Abend einführen soll. Sie berichtet in ihrer Rolle als Rentnerin von Erfahrungen mit der Altersarmut. „Pfandflaschen sind die Aktien des kleinen Mannes“, meint sie, neben ihrem Minijob als Zeitungsausträgerin müsse sie noch Flaschen sammeln, um über die Runden zu kommen. Manchmal geht es auch arg unter die Gürtellinie, doch mit einigen Bonmots trifft sie den Humor der Anwesenden und erntet Applaus.

Dann ist die Reihe wieder an Bock. „Die Welt ist aus den Fugen. Diese Bundestagswahl ist eine Richtungsentscheidung“, sagt er und fasst die Quintessenz des linken Wahlprogramms unter dem Motto „Keine Lust auf weiter so“ zusammen: „Für soziale Gerechtigkeit und Frieden und einen Aufbruch der Demokratie.“ Man wolle ein Land, in dem Reichtum das ist, was allen gehört: Bildung für alle, Gesundheit, saubere Umwelt und Kultur. Angestrebt werde eine gleichberechtigte, inklusive Gesellschaft, in der niemand ausgegrenzt werde. „Wir sind gegen den Hass, die Abschottung und die Vorurteile der Rechten, gegen Aufrüstung und Auslandseinsätze der Bundeswehr.“

Plakate werden vorgestellt

Kabarettistin Mayerhofer unterstützt Bock dann mit kleinen Songs dabei, die insgesamt acht Wahlkampfplakate der Linken vorzustellen. Beim Thema „Abrüsten, Waffenexporte stoppen“ muss sie feststellen: „Da habe ich leider kein lustiges Lied drüber.“ Fragen zum Wahlprogramm werden aus dem Publikum nicht gestellt, daher geht Bock noch ans Organisatorische. Besonders freue er sich auf einen prominenten Besuch: Parteivorsitzende Katja Kipping werde am Montag, 14. August, um 17 Uhr zu einer Kundgebung im Haller Froschgraben erwartet.

„Ab Mitte August werden wir die Werbemittel haben“, erklärt er. „Ab wann können wir denn plakatieren?“, fragt ein Genosse. „Ab dem 25. August“, antwortet Bock und unterstreicht eindringlich: „Bitte beachtet jeweils die Vorgaben der Kommunen und haltet euch daran. Sonst könnte es sein, das wir für eventuelle Kosten aufkommen müssen.“ Im Gegensatz zu den größeren Parteien, die plakatieren lassen, müsse man selber ran. Er bittet da­rum, sich auch bei den Infoständen in Schwäbisch Hall, Künzel­sau, Öhringen und Crailsheim zu beteiligen. Crailsheim sei leider problematisch, „da brauchen wir viel Unterstützung“ – in der Stadt gebe es durch viele Arbeiter ein großes Wählerpotenzial. „Geht für Briefkastenwerbung besser in die Mehrfamilienhäuser in den sozialen Brennpunkten“, lautet ein weiterer Tipp Bocks.

„Ich hoffe auf einen engagierten Wahlkampf mit euch“, mit diesen Worten beendet der Kandidat die Veranstaltung. „Wir werden unsere Ideale nicht verraten, auch nicht für eine Regierungsbeteiligung.“ Die Genossen spenden Bock noch Applaus, trinken dann aus, zahlen und machen sich auf den Heimweg.

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