"Es wird Einschnitte geben"

Großes Interesse, aber wenig Protest: Die Versammlung zu den Windkraftanlagen bei Gailenkirchen verlief am Dienstagabend sachlich. 150 Bürger kamen in die Turnhalle, fünf von ihnen stellten Fragen.

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  • Interessiert, kritisch, aber nicht grundsätzlich dagegen: Die Bürger von Gailenkirchen wollen wissen, was an ihre Hangkante gebaut wird. Foto: Würth 1/2
    Interessiert, kritisch, aber nicht grundsätzlich dagegen: Die Bürger von Gailenkirchen wollen wissen, was an ihre Hangkante gebaut wird. Foto: Würth
  • Windrad bei Dürrwangen. Es ist vergleichbar mit den bei Hall geplanten. 2/2
    Windrad bei Dürrwangen. Es ist vergleichbar mit den bei Hall geplanten.
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"Ich hoffe, Sie stehen mir ein bisschen bei", sagte Diplom-Ingenieur (FH) Gebhard Gentner. Der Geschäftsführer der Stadtwerke bat bei Aufsichtsräten des lokalen Energieunternehmens, die sich in der Turnhalle Gailenkirchens eingefunden hatten, um Unterstützung. Die hatten er und Vertreter eines Planungsbüros sowie der Haller Stadtverwaltung aber gar nicht nötig. Ein Proteststurm - wie er derzeit auf Leserbriefseiten in der Zeitung stattfindet - blieb aus.

"Es wird Einschnitte für die Region geben", sagte Gentner. "Windräder kann man nicht verstecken." Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft und immer mehr Energiebedarf, trotz aller Einsparbemühungen, stelle sich die Frage: Wie gehts weiter? "Klar, der Strom kommt aus der Steckdose, aber man muss ihn hinten reinstecken", erläuterte zuvor Ortsvorsteher Hartmut Pawlitzki.

Gentner führte aus, dass Wasserkraft, Fotovoltaik und Biogas in der Region weitestgehend ausgereizt seien. In der Windkraft stecke Potenzial: Sie sei mit dem Faktor sechs wirtschaftlicher als der Strom aus Sonnenenergie. Das bedeute: Möglichste viele Flächen für die Windräder müssten identifiziert werden. Die Stadtwerke haben schon Verträge mit dem Fürstenhaus von Waldenburg geschlossen. Zwar nicht auf Gemarkung Waldenburg, aber direkt daran angrenzend an der Hangkante, könnten fünf Anlagen gebaut werden.

"Könnten" - man müsse im Konjunktiv sprechen, betont Gentner. Denn es gibt viele Fragezeichen: Reicht der Wind? Jagd die Mopsfledermaus in mehr als 80 Metern über dem Boden, dort wo die Rotor kreisen? Besteht die Vergütung für die Windenergie noch in zwei bis drei Jahren, wenn die Räder ans Netz gehen? In einem Jahr wisse man mehr, verspricht Gentner. Es werden Windmessungen und Gutachten vorbereitet. Dann müsse man sehen, ob sich die 45 Millionen Euro Investition für neun Windkraftanlagen bei Waldenburg rentieren.

Eine handvoll Bürger stellte hinterher Fragen. Ein Mann will wissen: "Die letzten Sonnenstrahlen des Tages treffen auf die Hangkante: Der Schattenwurf trifft doch Gailenkirchen?" Gentner verweist auf die strengen gesetzlichen Vorgaben und die Abstände, die einzuhalten sind. Eine Frau schlägt vor: "Warum baut man Windräder nicht in die Hohenloher Ebene? Warum nicht dort, wo es landschaftlich nicht so schön ist?" Gentner kontert souverän: Man möge doch mal einen Hohenloher fragen, ob er seine Ebene nicht doch schön finde.

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