Feuerwehr: „Ein bisschen wie eine zweite Familie“

Bastian Richter und Daniel Ansorge berichten im Interview von ihren Erfahrungen in der Feuerwehr.

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Welche Aufgaben üben Sie, Herr Richter, in Ihrer Arbeit als Einsatzleiter aus? Können Sie uns den Ablauf Ihrer Feuerwehrausbildung kurz erläutern?

Bastian Richter: Als Einsatzleiter im gehobenen Dienst bin ich für die Koordination von Einsatzkräften aller fünf Nürnberger Feuerwachen sowie der am Einsatz beteiligten freiwilligen Feuerwehren Nürnbergs verantwortlich.  Bei Bedarf lasse ich zusätzliche Kräfte und den Einsatzleiter des höheren Dienstes nachalarmieren. Darüber hinaus koordiniere ich  die Zusammenarbeit anderer Hilfsorganisationen und Behörden mit der Feuerwehr an der Einsatzstelle.

Nach dem Bauingenieurstudium an der Fachhochschule Würzburg begann meine zweijährige Feuerwehrausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. Neben entsprechenden Lehrgängen und Prüfungen lernte ich in Bremerhaven, Karlsruhe und bei der Werkfeuerwehr Merck die Arbeitsweise bei anderen Feuerwehren kennen. Im zuständigen Fachkommissariat bei der Kriminalpolizei in Nürnberg bekam ich Einblicke in die Arbeit der Ermittler für Brandursachen.

Wann kam bei Ihnen, Herr Richter, der Gedanke auf, bei der Berufsfeuerwehr arbeiten zu wollen? Kannst du, Daniel Ansorge, dir vorstellen, ebenfalls dein Hobby zum Beruf zu machen?

Bastian Richter: Eigentlich kam ich über einen Umweg zur Berufsfeuerwehr. Ich begann ein Lehramtsstudium, das ich aber nach drei Semestern abbrach. Ich besann mich auf meine Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Gerabronn, wo ich damals noch ab und zu an Übungen teilnahm. Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr. Das war für mich schnell klar, und so wollte ich tatsächlich mein Hobby zum Beruf machen.

Daniel Ansorge: Ich überlege mir, ob ich später beruflich zur Feuerwehr gehen soll. Ich könnte mir außer der Berufsfeuerwehr auch gut vorstellen, als Hauptamtlicher für eine freiwillige Feuerwehr zu arbeiten, denn um dies zu  tun, müsste man nicht in einer Großstadt wohnen.

Feuerwehrmitglied zu sein, das bedeutet viel mehr, als bei Einsätzen zu löschen, zu retten, zu bergen und zu schützen. Wie sieht der Arbeitsalltag bei Ihnen aus und welche Aktionen werden bei der Jugendfeuerwehr noch geboten?

Bastian Richter: Ich arbeitete nach abgeschlossener Feuerwehrausbildung acht Jahre lang  im regulären 24-Stunden-Schichtdienst als Zugführer, war dort für die 28 Feuerwehrmänner  meiner Wachabteilung sowohl im Einsatz als auch im Innendienst verantwortlich. Hier galt es, die interne Ausbildung zu organisieren, die jährliche Urlaubsplanung zu machen, Einsatzberichte und
Diensteinteilungen zu schreiben und vieles mehr. So manches Mal musste ich auch ein offenes Ohr für private Probleme meiner Kollegen haben. Eine Wachabteilung ist ja schon fast ein bisschen wie eine zweite Familie.

Seit 2012 bin ich nun im „Mischdienst“, das bedeutet, dass ich etwa zwei Mal im Monat noch eine 24-Stunden-Schicht als Einsatzleiter fahre. Ansonsten bin ich ganz normal im Büro und kümmere ich mich um die Planung.

Daniel Ansorge: Unsere Jugendfeuerwehr ist sehr vielseitig. Außer den regulären Übungen, bei denen wir im Sommer oft Wasserschlachten mit Feuerwehrschläuchen machen, werden zum Beispiel auch viele Ausflüge angeboten.

Welche der vielfältigen Tätigkeiten bei der Feuerwehr sind die interessantesten? Was macht den Beruf und das Hobby Feuerwehr so einzigartig?

Bastian Richter: Am interessantesten sind natürlich die Einsätze – spontan auf Situationen reagieren zu müssen, um für alle Betroffenen möglichst noch das Beste aus dem Elend herauszuschlagen. Das ist einerseits schon manchmal belastend, andererseits gibt es in meinen Augen aber keine Tätigkeit, die sinnvoller ist und erfüllender sein kann.

Daniel Ansorge:  Sicherlich ist es die Technik der Feuerwehrfahrzeuge. Außerdem fasziniert mich, dass die Feuerwehr bei Einsätzen innerhalb kürzester Zeit in voller Aktion sein kann und  ständig, also 365 Tage im Jahr, bereit ist.

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