"Die Zustände sind unhaltbar"

Teile der Serviceteams arbeiten seit Jahren in Containern. Das wird sich per Neubau ändern, der im Frühsommer 2017 bezugsfertig sein soll. Der neue Standort der Stadtbetriebe bleibt der alte: die Daimlerstraße 2.

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Aus drei mach eins: Die drei Eigenbetriebe der Stadt - Werkhof, Abwasserbeseitigung und Friedhöfe - werden neu als Stadtbetriebe organisiert. Eine Folge: bauliche Veränderungen, insbesondere die Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes in der Daimlerstraße 2. "Seit über zehn Jahren sind Mitarbeiter der Verwaltung, der Serviceteams in Containern untergebracht. Das ist kein schöner Arbeitsplatz", macht Rolf Wellinger von den Stadtbetrieben deutlich.

Der Betriebsleiter nennt zudem monatliche Kosten in Höhe von 1000 Euro, die für die Containermiete anfielen und plädiert für den Neubau, um diese Probleme endlich zu lösen. Er macht aber auch deutlich, dass der dreigeschossige Neubau dann nicht nur von der Verwaltung genutzt werde. Gewerbliche Mitarbeiter, andere Abteilungen werden demnach untergebracht, und mit dem Neubau entstünden unter anderem ordentliche Duschen, Toiletten und Trockenräume. Die notwendige räumliche Trennung zwischen dem "Schwarz-Weiß-Bereich für den Bereich der Kanalmitarbeiter lässt sich am Standort räumlich umsetzen".

Diese Mitarbeiter kümmern sich ums Kanalnetz und brauchen zwei komplett von einander getrennte Dusch- und Umkleidebereiche. "Das lässt sich am Standort auch realisieren", sagt Wellinger und betont, dass der Standort Daimlerstraße mit seinen derzeitigen Flächen die Anforderungen an den heutigen Stadtbetrieb bestens erfülle.

"90 Mitarbeiter sind von den Veränderungen betroffen. Die arbeiten derzeit zum Teil wie Hühner auf der Stange. Wir sollten Wertschätzung rüberbringen und die restliche Finanzierung für den Neubau im künftigen Wirtschaftsplan bereitstellen", betont Hermann-Josef Pelgrim. Der Oberbürgermeister macht deutlich, dass an der Stelle auch ein städtebaulicher Akzent im Kontext Stadtentwicklung gesetzt werden sollte. Er nennt Gesamtkosten in Höhe von 2,85 Millionen Euro für den Bau. 1,8 Millionen Euro sind bereits im Haushalt drin, eine Million fehlt noch.

"Das ist ein grundsolides und funktionales Gebäude, so kann man das Thema angehen, auch wenn es nun mehr kostet", signalisiert Thomas Weber (CDU) für seine Fraktion Zustimmung. Es fehle aber eine grundsätzliche Strategie, ein Ziel - wo man mit den Stadtbetrieben hin, wie man die Aufgaben lösen wolle. Er freue sich auf den zweiten Teil des Betriebskonzeptes. "Größte Rasenmäherfirma oder schnelle Eingreiftruppe?", fragt er grundsätzlich nach. "Es ist nicht mein Ziel, die größte Rasenmähertruppe zu haben. Da gibt es ja mittlerweile Mähroboter", antwortet Pelgrim. Zudem gebe es Gespräche mit Sportvereinen. "Wir werden zustimmen. Die Mitarbeiter haben zeitgemäße Arbeitsplätze verdient", sagt Ernst-Michael Wanner (SPD). Dem schließt sich Andrea Herrmann (Bündis 90/Die Grünen) an: "Die Zustände sind unhaltbar. Das Konzept ist schlüssig. Wir werden mitgehen". Wie geht es weiter? Die Abteilung Hochbau übernehme die weitere Projektsteuerung. Das Architekturbüro Obinger soll unter anderem die Bauleitung übernehmen. Ziel: Im Frühjahr 2016 mit dem Bau beginnen und im Frühsommer 2017 einziehen.

Stadtbetriebe: Wo wird was im neuen Gebäude sein?

Bau Das neue Betriebsgebäude wird als dreigeschossiger Bau am Haupteingang von der Daimlerstraße platziert. "Aus städtebaulicher Sicht soll es die neue Adresse als Empfangs- und Betriebsgebäude der Stadtbetriebe Hall bilden", erläutert Dieter Koch vom Hochbauamt Hall. Das neue Gebäude wird zentrale Anlaufstelle für alle Beschäftigten. Im Sockel befinden sich Umkleiden, Duschen und WC-Räume sowie Trockenräume für die Kleidung der gewerblich Beschäftigten. Im Erdgeschoss ist der große Sozialraum. Zudem werden Büros für die Sachgebiete der Abteilungen Grünanlagen, Verkehrstechnik und Straßenunterhaltung dort untergebracht. Im Obergeschoss liegen die Büros der Betriebsleitung und der Abteilung Finanz- und Rechnungswesen mit den Sachgebieten Gebühren und Beiträge sowie Friedhofsverwaltung. Das zentrale Treppenhaus mit Aufzug ist in der Mitte des Gebäudes so angeordnet, dass es von zwei Seiten zugänglich ist. Stellplätze für Mitarbeiter bleiben auf der Grundstücksfläche zwischen dem östlichen Gebäudeflügel und der Dr.-Max-Bühler-Straße. Die Konstruktion des Gebäudes ist so geplant, dass Büroräume für eine künftige Nutzung in der Größe variabel verändert werden können, damit eine Anpassung an zukünfige Arbeitsorganisationen ohne größeren Umbauaufwand möglich bleibt.

CUS

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