„Die Zukunft beginnt jetzt“

Markus Schramek hat die Westheimer BEW Umformtechnik GmbH als Geschäftsführer und Alleingesellschafter übernommen. Seither leitete der den Bereich Finanzen und Controlling.

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Mit der BEW ging es in den zurückliegenden Jahren mehr ab als auf. Die Westheimer Familie Vogel stieg schon vor Jahren aus. Dann gehörte die „Baubeschlag“, wie der Betrieb im Volksmund oft noch genannt wird, dem Aalener Schrotthändler Scholz. Von ihm ging die Baubeschlag- und Eisenwarenfabrik (kurz BEW) an den indischen Amtek-Konzern. Die Zeiten waren schwierig und turbulent. Die Umsätze gingen zurück, aus Gewinnen wurden Verluste.

Geht es nach Markus Schramek, kehrt jetzt wieder Ruhe an der Westheimer Kocherbrücke ein. Der 37-Jährige hat die BEW im Juni als Geschäftsführer und Gesellschafter vom Amtek-Konzern übernommen. Wie viel er für den Betrieb zu zahlen hatte, verrät er nicht. Wie üblich bei solchen Übernahmen wird über den Preis Stillschweigen vereinbart.

Gute Auftragslage

Markus Schramek macht den Eindruck eines gelassenen Mannes. Seinen Angaben zufolge sind die ersten Wochen gut gelaufen. Die Nervosität von Lieferanten habe er durch einen klaren Plan beruhigen können. Alle großen Kunden habe er zuletzt besucht. „Die Kunden sind positiv gestimmt, die Lieferanten zufrieden“, versichert Schramek. „Die BEW steht heute viel, viel besser da als noch vor ein paar Monaten“, sagt der Diplom-Betriebswirt (FH) in ruhigem Ton. Schon im ersten Monat nach der Übernahme sei ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet worden. Das Unternehmen befinde sich auf Wachstumskurs, der Markt sei gesund, die Auftragslage gut.

„Die Aufgabe macht Spaß“

Freilich lasse sich der Geschäftsverlauf nicht auf Knopfdruck von jetzt auf nachher umstellen. Vieles sei schon im Vorfeld in die Wege geleitet worden. Operativer Geschäftsführer der BEW war bis in den Juni hinein Günter Keppler. Auf dem Papier fungierten auch Manfred Vogel, Kunal Sabharwal und Anubhav Dham als Geschäftsführer. Sie sind oder waren auch beim deutschen Ableger der Amtek-Gruppe in dieser Funktion. Markus Schramek war bis dahin Leiter des Bereichs Finanzen und Controlling. Jetzt hat er die volle Verantwortung übernommen. „Die Arbeitsbelastung ist hoch, aber  leistbar, die Aufgabe macht Spaß. Ich will über alles, was im Alltag geschieht, Bescheid wissen“, sagt der Mann, der täglich von Dewangen nahe Aalen nach Westheim pendelt. Zu einer seiner wichtigsten Aufgaben zählt Schramek – und das betont er mehrfach –, seinen Leuten den Rücken freizuhalten, damit diese konzentriert ihrer Arbeit nachgehen können.

„Wir wollen ein gesunder schwäbischer Mittelständler sein. Einem Konzern wollen wir uns nicht wieder anschließen“, macht der geschäftsführende Gesellschafter deutlich. Die BEW scheint im Markt gut aufgestellt zu sein. Die Wertschöpfung im Unternehmen sei groß. Es gibt den eigenen Werkzeugbau, die CNC-Bearbeitung, die Härterei. „Alles aus einer Hand“, macht Schramek deutlich. Aber er macht auch klar: Im metallverarbeitenden Gewerbe in Baden-Württemberg gelte die Tarifbindung. Die geschmiedeten Produkte ließen sich nicht über einen günstigen Preis verkaufen. „Unsere Daseinsberechtigung haben wir nur, wenn wir sehr gute Qualität liefern“, so der Geschäftsführer.

Gesunder Mix

Markus Schramek geht davon aus, dass seine BEW Umformtechnik GmbH hinsichtlich der Branchen, die beliefert werden, einen gesunden Mix gefunden hat: Gesenkschmiedestücke werden für Automobile geliefert, für den Landmaschinenbau sowie für den Maschinenbau. Die Elektromobilität wird erhebliche Veränderungen für die Automobilindustrie mit sich bringen. Es werden nicht mehr alle Teile benötigt – solche etwa für die Motoren oder Getriebe. „Die Zukunft beginnt jetzt“, sagt Markus Schramek, und es hört sich so an, als sei er darauf vorbereitet. „Qualität, Zuverlässigkeit und Wertschöpfungstiefe werden entscheidend sein“, so der Geschäftsführer.

Die BEW beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. An einen Stellenabbau sei nicht gedacht – eher das Gegenteil. Markus Schramek will die BEW für junge Menschen attraktiv machen. Das sei nicht ganz einfach. Die körperliche Belastung der Mitarbeiter in der Schmiede sei hoch, ebenso der Altersdurchschnitt der Belegschaft. Erst in der zurückliegenden Woche seien 40-Jahr-Jubiläen gefeiert worden.

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