Vorlesewettbewerb: „Dich können Geschichten reinsaugen!“

Anna Emilia Schmutz (11) gewinnt den Kreisentscheid in der Haller Stadtbibliothek. Sie setzt sich gegen acht andere Schüler durch.

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Finja Ensinger schafft es auf Platz 2.  Foto: 

Großer Applaus ertönt bis hinaus auf die Straße vor der Stadtbibliothek. Die Siegerin des diesjährigen Vorlesewettbewerbs auf Kreis­ebene ist gekürt: Anna Emilia Schmutz überzeugt die Jury. Sie darf als Einzige auf der nächsthöheren Ebene, dem Bezirksentscheid, antreten.

Anna Emilia hat einen Abschnitt aus dem Buch „Die weiße Giraffe“ von Lauren St. John ausgewählt. Jury-Mitglied Martina Maria Reichert, selbst Schauspielerin und Regisseurin, beeindruckt, wie Anna die Textpassage „sah sie nur Wasser“ daraus vorgetragen hat. „Das Wort ‚Wasser’ hat sie pointiert gesetzt. Das hat mir persönlich gefallen“, sagt Reichert.

Anna selbst sieht ihre Stärke im von der Jury ausgewählten Fremdtext, der ihr leichter gefallen sei. „Ich kann Dialoge gut lesen“, erklärt sie. Bei ihrem eigenen Buch sei sie sogar aufgeregter gewesen als bei dem unbekannten. „Ich habe mich sehr auf mein Buch konzentriert und mir viele Gedanken darüber gemacht.“

Bei dem vorgegebenen Text dagegen habe sie nur gedacht: „Jetzt kann ich noch etwas herausholen!“ Das scheint genau das zu sein, was der Börsenverein des Deutschen Buchhandels durch diesen Wettbewerb aus den jungen Teilnehmern herauslocken möchte: den Ehrgeiz beim Lesen. Dorothea Lebrecht von der Kinderbibliothek beschreibt die Motivation zur Ausrichtung des Wettbewerbs so: „Wir haben das gleiche Ziel: Leseförderung.“

„Es geht darum, den Autoren und den Figuren eine Stimme zu verleihen.“
- Martina Maria Reichert, Regisseurin und Jurymitglied

Genau das haben die neun Teilnehmer am Montag in Hall unter Beweis gestellt. „Dich können Geschichten reinsaugen!“, sagte zum Beispiel Jurorin Reichert zu Lina Hägele, die ihr Buch dicht vor die Augen hält. Aus ihren jeweiligen Schulen haben sie es bis zum Kreisentscheid geschafft. 

Das Lesen ist den Schülern gut gelungen. Die Jury, neben Reichert bestehend aus Santiago Gomez, Leiter des Haller Kulturbüros, und Vorjahressiegerin Hanna Straßer, berät laut Silja Keller, Filialleiterin der Buchhandlung Osiander, sehr lange.

„Ich konnte mich nicht wirklich entscheiden. Eigentlich haben alle gut gelesen“, so Hanna. Die Schwierigkeit über die Wahl sieht Gomez in der Individualität. „Man denkt, es gäbe objektive Kriterien, zu bewerten, doch letzten Endes ist es doch subjektiv.“

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