"Das Wetter wird immer länger"

Mit "Immer ist was, weil sonst wär ja nix" begeistert Kai Magnus Sting im Haller Theatersaal. Schnelle Wortspielereien prägen seine Komik.

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Kai Magnus Sting hat eigenen Erklärungen für die Vorgänge in der Welt. Im Theatersaal im Alten Schlachthaus begeistert er mit rasantem Wortwitz.  Foto: 

Es ist genau 19.19 Uhr, als Kurt Hohenstein vom Konzertkreis Triangel seine letzte Eintrittskarte aus der Hand gibt. Der Theatersaal im alten Schlachthaus in Hall ist wieder einmal ausverkauft. Ein noch nicht ganz vierzigjähriger Mann ohne besondere Kennzeichen darf noch rein. Glücklicherweise: "Sie haben es so schön hier, dass man über Ihre Stadt nichts Lustiges sagen kann", steigt der vom Haller Marktplatz "geblendete" Kabarettist Kai Magnus Sting in sein Programm ein. "Sie haben hier sogar Lichter im Boden. Wir in Duisburg sind froh, wenn überhaupt noch Lichter brennen."

Kai Magnus Sting erklärt seinen Zuschauern in bester Ruhrpott-Kabarett-Tradition die Welt. Und zwar schnell, schneller, am schnellsten. Mit den Schwerpunkten Frauen, früher, Fernsehen, Fernmeldewesen und andere Katastrophen springt er von einem Thema zum nächsten, geleitet vom beiläufig hingeworfenen "ein Beispiel". Mit dessen weitreichender Ausführung er natürlich schon wieder bei einem ganz anderen Thema landet oder zu einem früheren zurückfindet.

"Früher musste die Oma am TV stehen und die Zimmerantenne halten. So konnte sie nie ihre Lieblingssendung sehen." Das Leben ohne Fernbedienung war "anstrengend - für die Frauen". Und wenn die Oma doch einmal schauen konnte, hat sie sich zurechtgemacht. "Oma, die können dich aber nicht sehen. Die Oma sagte dann immer: Man kann nie wissen. Heute weiß ich, die Oma hatte wahrscheinlich doch recht." Die Wetterberichterstattung im Fernsehen ist ihm viel zu umfangreich. "Das Wetter wird immer länger", beklagt sich Sting. Er wolle doch nur eine zügige Vorhersage.

Kai Magnus Sting, der zuletzt vor vier Jahren in Hall aufgetreten ist, präsentiert in seinem elften Soloprogramm ein spritziges kabarettistisches Potpourri der alltäglichen Herausforderungen. Mit temporeichen Wortspielereien formt er auch aus so oft parodierten Themen wie dem Anruf bei einer Servicehotline ein äußerst witziges Bühnenprogramm. Auch wenn nicht alle Pointen ganz neu sind - wie er sie auf die Bühne bringt, ist sehenswert. Mit "Ihr wart das beste Publikum, das ich in dieser Woche an einem Samstag hatte", verabschiedet er sich. "Und lassen Sie die leeren Flaschen ruhig liegen. Jede leere Flasche ist Werbung für die FDP."

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