„Das Schönste weit und breit“

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Alfons Eichkorn ist nicht mehr Ortsvorsteher in Hütten.  Foto: 

„Eigentlich ist es nur ein Bushäusle“, meint Alfons Eichkorn zum neuen hölzernen Gebäude am Ortsausgang von Hütten in Richtung Mainhardt. „Aber es ist das schönste weit und breit“, setzt er zufrieden hinzu. Die große Holzkonstruktion mit Fenstern und breiten, unterschiedlich hohen Sitzgelegenheiten ist bereits seit einigen Wochen in Benutzung. Zu Stoßzeiten wird das Buswartehäuschen von etwa 30 Kindern und Erwachsenen genutzt. Busse in Richtung Mainhardt, Wüstenrot und Hall fahren es an.

„Ich finde das neue Häusle auch schön“, bestätigt die Hüttenerin Anita Reif. Sie wartet mit ihren Kindern auf den Bus, um so den Schulweg ihrer sechsjährigen Tochter zu üben. Diese kommt in Mainhardt in die erste Klasse. „Hoffentlich bleiben die Wände ohne Schmierereien“, wünscht sie sich. Diese hätten das frühere Gebäude verunziert.

„Das war eine meiner ersten Aufgaben, die ich 2014 als neuer Ortsvorsteher auf den Tisch gekriegt habe“, blickt Alfons Eichkorn zurück. „Da muss man was machen“, habe es von vielen Seiten geheißen. Die Fundamente des alten Häuschens sind noch in der Nähe zu sehen. Es war im Grundriss deutlich kleiner und hatte die seitliche Öffnung zu einem früher gemeindeeigenen, nun private Grundstück. „Als Wartender sah man nicht den Bus und die Fahrer sahen die Leut‘ nicht“, fasst Eichkorn die Situation zusammen.

„Mit der Versetzung der Haltestelle begannen die Diskussionen um ein ideales Wartegebäude“, erzählt er von lebhaften Debatten im Ortschaftsrat. Sie hätten viele, selbst futuristische, Modelle gebaut, um die Visionen zu veranschaulichen. Ein klassisch anmutender Holzbau fand die Mehrheit. Dieser wurde auch durch die ortsansässigen Sponsoren Holzbau Schieber, Landschaftsgärtnerei Balle, Sägewerk Zimmer, Freiwillige Feuerwehr Hütten und Schreinerei Knapp ermöglicht. Die Gemeinde Mainhardt spendete den Bodenbelag, der Ortschaftsrat Hütten half beim Aufbau mit. Die Materialkosten belaufen sich deshalb voraussichtlich auf 3500 Euro, die aus dem Kulturfonds Hütten entnommen werden, so Eichkorn.

„Sein“ Projekt Buswartehaus ist nun abgeschlossen. „Eigentlich wollten wir es gemeinsam mit dem Dorfgemeinschaftshaus einweihen“, bedauert er mit Blick auf den zweiten, deutlich größeren Neubau im Ort. Dessen feierliche Einweihung wurde von Herbst 2017 auf Frühjahr 2018 verschoben: Die Außenanlagen sind noch nicht fertig gestellt. Die baurechtliche Abnahme folgt jedoch Mitte September. Danach können der Seniorenkreis oder der Gesangsverein Hütten nach dem fast einjährigen Exil in Mainhardt wieder im eigenen Dorfgemeinschaftshaus zusammenkommen.

Rücktritt der Gesundheit wegen

Das Großprojekt hat Eichkorn in seiner knapp dreijährigen Amtszeit ebenso begleitet wie beispielsweise die Straßen- oder Friedhofssanierung. Er ist vor wenigen Tagen aus gesundheitlichen Gründen vom Ehrenamt zurückgetreten. „Wir haben so einiges auf den Weg gebracht“, zeigt sich der 65-Jährige zufrieden. Naturgemäß habe es dabei Probleme und kontroverse Meinungen gegeben, an denen er als Ortsvorsteher manchmal schwer trug. „Neben den sachlichen Verwaltungsaufgaben war für mich die mentale Belastung zu hoch“, fasst er zusammen. Er habe sich die Entscheidung zum Rücktritt nicht leicht gemacht. „Im letzten Jahr war ich drei Monate krank“, erzählt Eichkorn, der beruflich vor fünf Jahren bereits kürzer getreten ist. „Aber ich will mich nicht mehr vorne hinstellen und alle Schüsse abkriegen.“

Dennoch wird er dem Gremium nicht verloren gehen: „Ich möchte im Ortschaftsrat bleiben“, betont der 65-Jährige. Als Ortsvorsteher saß er auch in beratender Funktion im Mainhardter Gemeinderat. Interimsweise übernimmt Stellvertreter Ewald Widmann seine Aufgaben, bis der Ortschaftsrat über die Nachfolge abgestimmt hat.

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