„Das kann sich Mainhardt leisten“

Das Mainhardter Römermuseum hat seine diesjährige Saison beendet. Der Limes-Cicerone Thorsten Pasler zieht im Gespräch mit unserer Zeitung eine Bilanz und spricht über die Zukunft.

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„Es sind die vielfältigenThemen“, antwortet Limes-Cicerone Torsten Pasler auf die Frage, was das Besondere des Mainhardter Römermuseums ausmacht. In diesem Jahr wurden 525 Besucher gezählt. Archivfot  Foto: 

Wie viele Besucher sind 2017 in das Römermuseum gekommen?

Torsten Pasler: Wir hatten in diesem Jahr 525 Besucher. 30 Prozent davon waren Besucher der Vortragsreihe der Limes-Cicerones. Es kamen drei Schulklassen aus Schwäbisch Hall und Ilshofen. Mainhardter Schulklassen kamen leider nicht, obwohl sie freien Eintritt hätten. Eine Gruppe kam vom Audi-Werk in Neckarsulm, andere Besucher aus dem Kraichgau informierten sich über erfolgreiche „Leader“-Projekte, zu denen auch die „Virtuellen Limeswelten“ im Römermuseum gehören. Die größte Besuchergruppe sind Familien und Einzelpersonen.

Was macht den Reiz der Vortragsreihe im Römermuseum aus?

Die Vielfalt der Themen. Man konnte sich über neueste Limes-Forschungsergebnisse informieren, aber auch über die Geschichte des Getreideanbaus oder die hochdramatische Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago. Soweit ich weiß, ist diese Vielfalt an Themen einmalig.

Wird es nächstes Jahr wieder eine Vortragsreihe geben?

Wir bemühen uns. Wir haben einen Stamm von drei Referenten, die auf jeden Fall etwas anbieten werden. Unser Ehrgeiz ist, jedes Jahr auf mindestens zehn Vorträge zu kommen, was bisher immer gelungen ist. Aber die Vorbereitungen beginnen stets mit der Ungewissheit, ob es wieder klappt.

Wer ist „wir“?

Außer mir ist es Michaela Köhler aus Großerlach-Grab. Wir beide bilden die  „Seele“ des Römermuseums.

Wem gehört das Römermuseum?

Das Gebäude und alle modernen Einrichtungsgegenstände sind im Besitz der Gemeinde Mainhardt. Auf die mehr als 100 antiken Exponate erhebt das Land Baden-Württemberg den Besitzanspruch.

Einige Museen müssen um ihren Fortbestand kämpfen. Trifft dies auch auf das Römermuseum zu?

Ich hoffe nicht. Das Römermuseum ist ein „Low-Budget-Museum“. Meine Aufwandsentschädigung wird etwa zur Hälfte von den Eintrittsgeldern abgedeckt. Was die Gemeinde zuschießt, bewegt sich im unteren dreistelligen Bereich. Das kann sich Mainhardt leisten.

Große Museen zur römischen Geschichte werden derzeit renoviert und inhaltlich neu gestaltet, zum Beispiel in Aalen und bald auch in Köln. Gibt es für das Römermuseum eine Entwicklungsperspektive?

Wir hoffen auf eine Lautsprecher­anlage für das Museum, weil wir den Verkehrslärm gelegentlich übertönen müssen. Auch bei der Beleuchtung des Raums sind bessere Lösungen möglich. Die Veränderungsmöglichkeiten sind in einem denkmalgeschützten Gebäude im Ortskern allerdings sehr begrenzt. Ganz anders sieht es auf dem nahegelegenen Kastellgelände aus. Dort liegen 300 Meter original römische Kastellmauern im Dornröschenschlaf. Diesen Schatz zu heben und dann auch zu schützen, würde allerdings viel Geld kosten, weshalb dies wohl nicht so bald geschehen wird.

Gibt es eine markanten Spruch, den Sie unseren Lesern mitgeben möchten?

Kürzlich las ich ein Zitat vom Leiter des Hohenloher Zentralarchivs in Neuenstein, Dr. Ulrich Schludi, das sinngemäß lautete: Je weiter zurück jemand die geschichtliche Vergangenheit kennt, umso weiter kann diese Person in die Zukunft schauen. Das hat mir gut gefallen.

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