„Anders funktioniert es nicht“

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Feuerwehrkommandant Jens Marquardt.  Foto: 

Die Stadt Vellberg baut in Talheim ein neues Feuerwehrmagazin. Mit dem Umzug dorthin verschmelzen die bisherigen Abteilungen Vellberg und Großaltdorf zu einer zentralen Feuerwehr. Wir sprachen mit dem Kommandanten Jens Marquardt.

Welche Herausforderungen kommen durch die Zusammenlegung der beiden Abteilungen Vellberg und Großaltdorf auf die Feuerwehr zu?

Jens Marquardt: Wir müssen unsere interne Organisation komplett überarbeiten. Wenn wir nur noch eine Abteilung haben, gibt es zwar weniger Positionen zu besetzen, aber gleichzeitig entstehen neue Aufgaben, zum Beispiel im Bereich Gerätewartung, Einsatzvorbereitung und Öffentlichkeitsarbeit. Wir von der Führung sprechen jetzt schon mit dem einen oder anderen Mitglied, ob es sich eine bestimmte Funktion vorstellen kann. Denn wir haben nach der Zusammenlegung der beiden Abteilungen im Frühjahr 2018 Neuwahlen.

Wie nehmen die Kameraden die Zusammenlegung der beiden Abteilungen auf?

Insgesamt sind wir gespannt und freuen uns auf die neue Situation. Besonders die jüngeren Kameraden sind da sehr offen und warten eigentlich nur darauf, zu einer Einheit zusammenzuwachsen. Sicher gibt es immer Menschen, die sich mit Veränderungen schwertun, aber insgesamt überwiegt der Blick nach vorne. Wenn man sieht, dass in Talheim, also an einem neutralen Standort in der geografischen Mitte der Gemeinde etwas Neues entsteht, ist das für alle positiv. Wir wissen ja, dass es so wie jetzt nicht weiter funktioniert. Ein Problem ist, dass tagsüber nicht genügend Einsatzkräfte in den Abteilungen sind, um Fahrzeuge voll zu besetzen. Daraus resultiert, dass vorgeschriebene Hilfsfristen nicht immer eingehalten werden können. Viele Gemeinden, nicht nur wir, gehen diesen Weg, weil es anders nicht mehr funktioniert.

Welche Vorteile hat das zentrale Feuerwehrmagazin?

Der größte Vorteil ist ein zentraler  Anfahrtspunkt, der für alle Einsatzkräfte gut zu erreichen ist. Dann sieht man, wer da ist und kann mit einem vollbesetzten Fahrzeug aus der Mitte der Gemeinde zum Einsatz ausrücken. So lässt sich der Einsatz viel besser koordinieren, als wenn wie bisher aus zwei Magazinen zwei halb besetzte Fahrzeuge womöglich nacheinander zum Einsatzort kommen. Wir hoffen auch, dass sich unsere Tagesbereitschaft verbessert. Wenn alles in einem Haus ist, hat das große Vorteile, etwa in der Verwaltung, bei der Gerätewartung oder bei Besprechungen. Bisher musste alles doppelt abgewickelt und teilweise auch vorgehalten werden. Außerdem sind dann Jugendfeuerwehr und Altersabteilung mit uns unter einem Dach – das tut dem Miteinander und der Kameradschaft gut. Dann haben wir endlich eine große Fahrzeughalle mit fünf Boxen, in der wir auch üben können, Platz für eine Werkstatt, einen Lagerraum, eine separate Umkleide und eine  Waschhalle  als Reserveplatz, die wir zusammen mit dem Bauhof nutzen.

Wir erhoffen uns von dem Neubau auch einen Motivationseffekt für neue Feuerwehrmitglieder. Schon jetzt haben wir vier Quereinsteiger dazubekommen. Zwei sind Frauen von Kameraden. Erst letzte Woche haben sie die Grundausbildung abgeschlossen.

Das neue Magazin gibt uns andere Möglichkeiten zur Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederwerbung und Präsentation. Auch wenn wir in den letzten Jahren viele Übungen und Veranstaltungen zusammen mit beiden Abteilungen hatten, freue ich mich am meisten darüber, gemeinsame Zeit mit allen Kameraden im neuen Haus zu verbringen.

Wie bereitet sich die Feuerwehr auf den Umzug vor?

Bis wir umziehen können, kommt noch viel Arbeit auf uns zu. Wir haben verschiedene Projektgruppen gebildet, zum Beispiel für die Inneneinrichtung, was weiter verwendet werden kann, was neu angeschafft werden muss, für die Funktechnik, die EDV-Anlage und für den eigentlichen Umzug ins neue Gebäude. Eine Projektgruppe kümmert sich um die Fahrzeugtechnik, die nun zusammengeführt wird. Wir versuchen, im Vorfeld alles zu koordinieren, damit der Umzug möglichst reibungslos funktioniert. Wir müssen ja jederzeit einsatzbereit sein.

Eine Gruppe beschäftigt sich außerdem mit dem 150-jährigen Jubiläum unserer Feuerwehr, das wir verbunden mit der Einweihung des neuen Magazins und des Bauhofs 2018 feiern wollen.

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