„Abkochen ist noch ratsam“

Täglich wird telefoniert, mindestens einmal die Woche sind Experten des Gesundheitsamts vor Ort in Braunsbach. Es gibt noch einiges zu tun.

|
Vorherige Inhalte
  • Kurze Besprechung auf der Orlacher Straße: Um das Trinkwasser in Braunsbach kümmern sich nicht nur Gottfried Mathias (Zweiter von links) und Markus Kobald (rechts) von der Gemeinde, sondern auch Dr. Eva König (links) und Ursula Bräuer (Zweite von rechts) vom Gesundheitsamt des Landkreises. 1/2
    Kurze Besprechung auf der Orlacher Straße: Um das Trinkwasser in Braunsbach kümmern sich nicht nur Gottfried Mathias (Zweiter von links) und Markus Kobald (rechts) von der Gemeinde, sondern auch Dr. Eva König (links) und Ursula Bräuer (Zweite von rechts) vom Gesundheitsamt des Landkreises. Foto: 
  • Sieht wie ein Gartenschlauch aus, ist es aber nicht: Notleitungen wie diese haben einen Durchmesser von 50 Millimetern. 2/2
    Sieht wie ein Gartenschlauch aus, ist es aber nicht: Notleitungen wie diese haben einen Durchmesser von 50 Millimetern. Foto: 
Nächste Inhalte

Zwei Frauen und zwei Männer stehen in der vergangenen Woche vor dem Braunsbacher Rathaus und beratschlagen sich. Pläne werden angeschaut, die Köpfe zusammengesteckt. „Wie ist denn der momentane Stand bei der Wasserversorgung?“, will Dr. Eva König, Chefin des Gesundheitsamts des Landkreises wissen. „Wir kommen gut voran“, sagt Gottfried Mathias, sein Kollege Markus Kobald nickt.

Seit dem Unwetter am 29. Mai sind die beiden Wasserwärter der Gemeinde Braunsbach im Dauereinsatz, um die Versorgung mit Trinkwasser völlig wiederherzustellen. Das Gesundheitsamt begleitet die beiden dabei, mehrmals in der Woche tauscht man sich aus und bespricht die nächsten Schritte. „Ich bin sehr zufrieden, was hier auch mit Notleitungen in einer vergleichsweise kurzen Zeit geschaffen worden ist“, sagt König. Die blauen Leitungen, sogenannte fliegende Leitungen, sind in den ersten Wochen nach dem Unwetter an den Häusern auf dem schlimmsten Abschnitt der Orlacher Straße ein normaler Anblick gewesen. „Die haben einen Durchmesser von 50 Millimetern. Da geht ordentlich was durch“, sagt Kobold. Mittlerweile ist auf einem kurzen Stück der Straße eine Leitung provisorisch unter der Straße durchgeführt worden, bis irgendwann die endgültige Leitung wieder verlegt werden kann.

 Die Wasserversorgung Braunsbachs war schon wenige Tage nach dem Unwetter wieder mit 100 Prozent Eigenwasser gewährleistet. Direkt nach dem Unwetter wurde zeitweise auf die Fernwasserleitung der NOW (Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg) zurückgegriffen. Die Wasserspezialisten des Verbands waren sofort vor Ort, auch um laufend Proben abzunehmen. „Das hat bestens funktioniert. Für Notfälle gibt es entsprechende Pläne“, so König.

 Die vier gehen durch den Ort. Ab und an bleiben sie stehen, besprechen sich. „Es geht unter anderem darum, wo zum Beispiel ein Bruch ist, wo eine Leitung ein Leck hat“, erklärt Wasserwart Mathias. Rohre müssten untersucht werden, was teils durch Abhorchen mithilfe von Ultraschall geschieht.

Mittlerweile sind die beiden Hochbehälter, die Braunsbach versorgen, wieder voll in Betrieb: der Hochbehälter Schaalberg mit seinen 300 Kubikmetern Fassungsvermögen und der Behälter Märzenrain mit 400 Kubikmetern. Die Wasserqualität wird weiter regelmäßig überprüft. „Die Proben werden ins Labor geschickt. Die Ergebnisse bekommen wir nach etwa zwei bis drei Tagen zurück“, erklärt Ursula Bräuer, Hygiene-Inspektorin des Gesundheitsamts. Das Amt sei  dazu mit Braunsbach in direktem telefonischen Kontakt.

Vorsorglich  raten die Wasserexperten dazu, das Trinkwasser noch so lange abzukochen, bis alle erforderlichen Maßnahmen abgeschlossen sind und die Wasserqualität wieder voll der Trinkwasserverordnung entspricht. „Das ist für alle Nutzer wichtig“, so Bräuer. Dafür müssten auch die Leitungen wiederhergestellt, gereinigt und desinfiziert werden, ebenso die Hochbehälter.

„Wir sind froh, dass wir vor Ort so kompetente Ansprechpartner haben. Das erleichtert die Arbeit“, sagt Amtschefin König, während man sich gemeinsam eine weitere zerstörte Leitung ansieht. Man sei weiterhin auf einem guten Weg.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Unwetter im Landkreis

Nach orkanartigem Regen in der Nacht auf Montag ist es vor allem in Braunsbach und Cröffelbach zu großen Sachschäden gekommen. Auch andere Ortschaften im Landkreis Schwäbisch Hall und der Region hat es erwischt. Hier finden Sie alle Artikel und Bilder.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Fröhliches Jagen im kalten Winterwald

Links und rechts der Schmerach wird vergangenen Samstag gejagt. Eine Wildsau, drei Rehe, zwei Hasen und zwei Füchse werden erlegt. weiter lesen