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Kulturzentrum Altes Schlachthaus: Wiedereröffnung am Freitag

Im Alten Schlachthaus soll künftig Kultur aus einer Hand geboten werden. Pächterin Lena Neumann betreibt einerseits das Café Kultbucht, anderseits wird sie das kulturelle Angebot koordinieren.

JÜRGEN STEGMAIER |

Start in eine neue Schlachthaus-Ära wird bereits am Freitag sein. Die Ü-35-Party, die zunächst im Schwerpunkt Glück war, dann in die Alte Börse zog, findet eine neue Heimat im Café Kultbucht.

Der Komplex in der Haalstraße versteht sich als Kulturzentrum Altes Schlachthaus. Dort untergebracht sind das Café, das als Kultbucht neu eröffnet, die Veranstaltungssäle im Erd- sowie im Obergeschoss, außerdem „Radio Sthörfunk“ sowie das Frauenzentrum.

„Um die vielfältigen Veranstaltungen im Haus optimal zu koordinieren, übernimmt Lena Neumann im Auftrag des Kulturbüros die Verwaltung der beiden Säle“, betont Ute Christine Berger, Kulturbeauftragte der Stadt Schwäbisch Hall. Haller Kulturinitiativen und gemeinnützige Veranstalter sollen diese, wie bisher schon, mit Leben erfüllen. In den vergangenen zehn Jahren fanden dort rund 2000 Veranstaltungen statt – von der Ausstellung bis zur Kinderdisco, vom Vortrag bis zum politischen Treffen.

Das Alte Schlachthaus wird seit November renoviert und umgestaltet. Der Brandschutz ist auf den aktuellen Stand zu bringen. Dort, wo bisher das Prinzessin Gisela-Theater spielte (zog bereits ins Haus der Bildung), wird künftig ein Raucherbereich sein.

Halls Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm ist sich sicher, dass in das Alte Schlachthaus eine neue Qualität einziehen wird. „Lena Neumann deckt den kulturellen und gastronomischen Bereich mit Herz ab“, lobt die Bürgermeisterin, „sie versteht sich in erster Linie als eine Gastronomin mit hohem Kulturanspruch“. Dies bestätigt die neue Pächterin: „Nur ein Café – das wäre langweilig. Ich möchte mehr als nur morgens aufsperren und abends wieder schließen.“ Lena Neumann verspricht auch, dass die Fernsehgeräte, die unter den Gästen bisher umstritten waren, nicht mehr im Gastraum aufgehängt werden.

Die neue Pächterin betont allerdings auch, dass sie erst im Februar voll durchstarten kann. „Das Café ist bis Freitag erst zu 60 Prozent fertig“, sagt die 28-Jährige, die an der Haller Fachhochschule Kunstgestaltung studiert und danach den Club Schwerpunkt Glück betrieben hat. Nach Beschwerden mit Anliegern musste „das Glück“ im Frühjahr schließen. Lena Neumann räumt ein, dass es an der Namensgebung Kultbucht Kritik gegeben habe. „Wenn man neu aufmacht, sollte man das nicht gleich als Kult bezeichnen“, räumt sie ein, entgegnet aber, dass sich der Name des Cafés von Kultur ableitet, nicht von Kult.

Bis zur endgültigen Eröffnung im Februar sind noch einige bauliche Änderungen nötig. Beispielsweise werden neue Fenster und Türen eingebaut, außerdem wird der Schallschutz verbessert.

Die Stadt trägt als Hauseigentümer die Kosten aller baulichen Veränderungen (Fenster, Türen, Brandschutz etc.). Diese belaufen sich nach Angaben von Bürgermeisterin Bettina Wilhelm auf etwa 70.000 Euro. Lena Neumann investitiert rund 65.000 Euro in das Café. Bühne und Theke werden neu gestaltet, die Einrichtung teilweise ersetzt.

Das Gebäude an der Haalstraße gehört der Stadt, verwaltet wird es von der Tochtergesellschaft GWG. Der Pachtvertrag wurde zunächst über fünf Jahre abgeschlossen – mit einer Option auf weitere fünf Jahre.

Das Alte Schlachthaus besteht als Kulturraum seit 10 Jahren

Vorgänger Das Café im Alten Schlachthaus hat Pächter Felix Brenner genau zehn Jahre lang betrieben. Er schloss im Oktober.

Gebäude Das historische Gebäude aus dem Jahr 1714 war grundlegend saniert worden. Die beiden städtischen Veranstaltungssäle im Haus, Schlachtsaal im Erdgeschoss (90 Quadratmeter) und Theatersaal im Obergeschoss (110 Quadratmeter), wurden bisher vom Kulturbüro betreut. Das Kleine Theater Hall hat sich von Anfang an maßgeblich ehrenamtlich eingebracht. Die Säle, die Raum für 20 bis 120 Personen bieten, sind bei vielen Veranstaltern beliebt.

Feier Im April wird das Jubiläum „10 Jahre Altes Schlachthaus“ mit den bisher engagierten Akteuren und der Pächterin gefeiert.

 

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