700 Jahre altes Holzhaus

Hinter dem Fachwerk des Adlers am Marktplatz verbirgt sich eines der ältesten Holzhäuser Halls - das zum Anwesen des Gasthauses und Hotels gehörige Hinterhaus. In diesem Jahr wird es 700 Jahre alt.

|

. Das ehrwürdige Gebäude wurde im Jahr 1315 aufgerichtet. Trotz seines gewaltigen Bauvolumens ist es kaum einzusehen. Vom Marktplatz ist es nicht zu erkennen, von der Rückseite, vom Schuppach aus, steht es etwas von der dort nicht gerade attraktiven Garagenwand zurück. Am besten ist seine Größe und Gestalt von der Gymnasiumstraße aus nachzuvollziehen, denn sein Giebel winkt über die Hintergebäude des benachbarten Adelshofes. Von einem Fachwerk ist nicht mehr viel zu erkennen, bei der letzten Renovierung vor wenigen Jahren wurde das Haus bis auf den Dachgiebel vollflächig verputzt. Und gerade dieses Fachwerk ist jünger und zeigt nichts von dem eigentlichen Alter des Hauses dahinter.

Sicher dürfte sein, dass das Erdgeschoss anfänglich nicht unterteilt war, sondern eine große Halle von knapp 200 Quadratmeter Grundfläche mit einer Raumhöhe von mehr als drei Meter bildete. In diese Halle führten auf den beiden Längsseiten zwei spitzbogige Toröffnungen. Heute noch ist in einem Teil davon der Saal des "Adler" untergebracht.

Im Fachwerkobergeschoss muss sich wohl schon zur Bauzeit eine Bohlenstube befunden haben. Weitere Aussagen zur früheren Nutzung sind nicht möglich, da eine genauere Bauaufnahme der historischen Zustände bisher nicht durchführbar war.

Auch das Dach überliefert uns eine Besonderheit, denn es besaß zur Bauzeit 1315 noch keinen richtigen "Dachstuhl", sondern allein die Sparren mit den quer eingelegten Kehlbalken trugen die Dachhaut. Erst gut hundert Jahre später, 1432, wurde eine Stuhlkonstruktion eingezogen, um das anscheinend etwas labile Dach zu stabilisieren.

Da das Hinterhaus mit seiner Nordostecke am benachbarten spätromanischen Steinhaus klebt, kann man annehmen, dass der Raum davor bis zum heutigen Marktplatz nicht bebaut war. Die heutige Front am Marktplatz besteht aus zwei Baukörpern und einem "Lückenfüller" zum Haus Am Markt 10, einem barocken Gebäude. Vermutlich hängt der Neubau damit zusammen, dass sich ein Gastwirt hier niederließ. Denn 1578 wird erstmals in den Urkunden auf diesem Anwesen ein Adlerwirt erwähnt.

Alle drei Häuser haben den Stadtbrand 1728 überstanden, der genau an der dicken Mauer zum Haus Am Markt 10 zum Stillstand kam.

Autor Albrecht Bedal leitete zuletzt den Fachbereich Kultur und das Hohenloher Freilandmuseum. Er hat das "Häuserbuch" herausgegeben.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Manz CIGS Technology GmbH: Sondereffekt stärkt Gewinn

Unternehmensgründer Dieter Manz gibt den Vorstandsvorsitz ab. Er wechselt in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft. weiter lesen