50 Jahre Städtepartnerschaft zu Epinal: : Nur das Schwäbeln fehlt

Eine "unendliche Vielfalt an Begegnungen" prägt die Freundschaft zwischen Hall und Epinal, so Oberbürgermeister Pelgrim. Parallel zum Kuchen- und Brunnenfest wurde die 50-jährige Partnerschaft gefeiert.

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  • Epinals Bürgermeister Michel Heinrich trägt sich am Sonntagmorgen in das Goldene Buch der Stadt Hall ein. 1/2
    Epinals Bürgermeister Michel Heinrich trägt sich am Sonntagmorgen in das Goldene Buch der Stadt Hall ein. Foto: 
  • Gerhard Lubich (Hall) und Pierre Jeandidier (Epinal) in der Hospitalkirche. 2/2
    Gerhard Lubich (Hall) und Pierre Jeandidier (Epinal) in der Hospitalkirche. Foto: 
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Ein wohlwollendes Lächeln, eine liebevolle Umarmung, nette Worte: 50 Jahre dauert die Freundschaft Halls zur französischen Partnerstadt Epinal - und 50 Jahre wird diese von Menschen getragen, etwa von Pierre Jeandidier. Beim Begegnungsnachmittag am Samstag trifft er alte Bekannte, Freunde, die er seit Jahrzehnten kennt, die die knapp vierstündige Reise mit dem Auto über den Rhein nach Hall lohnenswert machen.

"Ich komme sehr gerne", sagt der 85-Jährige, der vor 50 Jahren auch bei der Verschwisterungsfeier der beiden Städte dabei war - als Journalist der Epinaler Tageszeitung. "Nun bin ich ein waschechter Haller geworden?", stellt er die rhetorische Frage. "Mag sein, wenn auch ich nach wie vor nicht richtig Schwäbeln kann."

Auch auf Haller Seite gibt es etliche, die diese Freundschaft von Beginn an begleiten, etwa Norbert Rieger, Karl Kurtenbach, Wilfried Eller, Reinhold Elbel und Kristian Neidhardt, die beim Empfang am Freitag im Rathaus persönlich teilnehmen.

Gerhard Lubich: „Das waren jedes Jahr 50 Schüler“

Gerhard Lubisch (76) zog es erst 1968 in die Kocherstadt - er kam als Lehrer an das Gymnasium bei St. Michael und organisierte 13 Jahre lang das Austauschprogramm, bevor diesen Job Günther Leitmann übernahm. "Das waren jedes Jahr 50 Schüler", erinnert sich Lubisch. "Anfangs sind wir sogar mit zwei Bussen gefahren." Die Stadt Epinal habe er aber schon früher gekannt. "Nach dem Examen bin ich 1963 mit einem Freund dorthin gereist. Eine sehr schöne Stadt." Die Partnerschaft seines künftigen Wohnorts zu der knapp 33.000-Einwohner-Stadt am Rande der französischen Vogesen sollte ein Jahr später besiegelt sein. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim spricht von einer unendlichen Vielfalt an Begegnungen. Alleine im Jubiläumsjahr seien es "20 bis 30 Punkte im Programm". Und stets gehe es um "eine Begegnung der Menschen auf Augenhöhe". Sein französischer Amtskollege Michel Heinrich, der wie Pelgrim seit 1997 im Amt ist, lobt die Beziehung zu Hall, die "keine Partnerschaft der Abgeordneten ist, sondern die von Menschen, Vereinen und Gruppen".

Pelgrim nutzt den Empfang am Sonntagmorgen im Haller Rathaus, der sonst jedes Jahr vom Siedersfest geprägt ist, um nochmals auf die Städtepartnerschaft anzustoßen - und um seinen Kollegen um einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hall zu bitten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe Europa und besonders das deutsch-französische Verhältnis einen "wahnsinnigen Umbruch erlebt", so Pelgrim, "darauf können wir stolz sein." Weitere Städtepartnerschaften - zu Loughborough (England), Lappeenranta (Finnland), Neustrelitz (Deutschland), Balikesir (Türkei) und Zamosc (Polen, dieses Jahr 25-jähriges Jubiläum) - wären ohne die Freundschaft zu Epinal nicht möglich gewesen.

Zum Fest ist die Urkunde, die am 3. Mai 1964 in Epinal unterzeichnet wurde, im Rathaus ausgestellt. "Das war ein schöner, emotionaler Moment, als ich diese Carta heute gesehen habe", lässt Heinrich von der Europa-Abgeordneten Evelyne Gebhardt übersetzen. "Die Bedeutung Europas für den Frieden in der Welt ist sehr groß."

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