48 Yuan für ein Haller Bier

Hans Firnkorn, geschäftsführender Gesellschafter der Haller Löwenbrauerei", erhält am Nachmittag des 29. Oktober eine E-Mail. Ein befreundeter Geschäftsführer aus Gaildorf ist beruflich in Shenzen (China), will dort am Abend in einem Restaurant ein Weizenbier trinken.

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Hefeweizen der Haller Löwenbrauerei gibt es auch in China. Auf dem Symbolbild ist links die chinesische Flagge zu sehen.  Foto: 

Zu seiner Überraschung serviert ihm die Bedienung ein Haller Löwenbräu. Schnell macht er mit dem Smartphone ein Foto und schickt es Firnkorn zu.

"Er durfte mit ruhigem Gewissen das Bier trinken", verrät Firnkorn mit einem Schmunzeln - denn bei dem Bier handelt es sich mitnichten um ein Plagiat. Es stammt tatsächlich aus der Kocherstadt.

"85 Prozent unseres Bieres setzen wir in den Landkreisen Hall, Hohenlohe und Rems-Murr ab", erklärt Firnkorn. Das Bier bleibt in der Region, einen professionellen Export gibt es nicht.

Dass man nun in China Haller Löwenbräu trinken kann, ist den persönlichen Kontakten des Verkaufsleiters zu verdanken. Er kennt einen Chinesen, der sich für die Haller Braukunst begeistert. "So etwas kann nur über persönliche Schiene laufen. Man kann nicht einfach bei der chinesischen Botschaft anrufen und sagen, man schickt jetzt etwas", berichtet Firnkorn. Anfang 2014 lieferte die Brauerei erstmals nach China.

Kommt die Bestellung, wird ein Container beladen mit Kisten und Fünf-Liter-Fässern. Drei seien bisher nach China verschifft worden. So kamen einige Tausend Flaschen und Fässer ins "Reich der Mitte" oder wie es Firnkorn mit einem Augenzwinkern nennt: "Ein ganz kleiner Tropfen auf einen ganz heißen Stein."

Tatsächlich gebe es in China momentan einen gewissen Bier-Boom, doch ob dieser anhält, sei ungewiss. Auffällig aber ist, dass besonders helles und dunkles Weizenbier aus Hall in China begehrt ist. Den Grund dafür kennt Firnkorn nicht, vermutet aber, dass die Nachfrage nach herber schmeckenden Biersorten von Großbrauerein abgedeckt ist.

Das Haller Bier gibt es in geringen Mengen auch in Italien und in Berlin - jeweils wegen persönlicher Kontakte und Liebhaberei. Früher habe es in Berlin ein schwäbisches Restaurant gegeben, das immer einige Bierkisten bestellt habe, erinnert sich Firnkorn. Das "Maultäschle" existierte bis Juli 2008.

In Shenzen ließ sich derweil der Gaildorfer Geschäftsführer das Schwäbisch Haller Bier schmecken - zahlte aber daüfr auch einen stolzen Preis: 48 Yuan, umgerechnet rund acht Euro, musste er dafür auf den Tisch legen.

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