Wasserversorgung: 40.000 Kubikmeter gehen verloren

Nach dem sehr trockenen Jahr 2015 haben sich die Quellschüttungen des Zweckverbands Bühlertal Wasserversorgung 2016 wieder erholt und normalisiert.

|
Die etwa 7500 Bewohner des Bühlertal-Verbandsgebiets haben am 15. September 2015 fast 26 Liter pro Sekunde verbraucht. Es war der Tag der maximalen Wasserabgabe im vergangenen Jahr.  Foto: 

Die drei Gemeinden Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell werden aus zwölf Quellfassungen – alle auf der Gemarkung Bühlerzell – mit Trinkwasser versorgt. Aufbereitet wird es im Wasserwerk Heilberg, das der Zweckverband Wasserversorgung Nord­ostwürttemberg (NOW) für den Zweckverband Bühlertal betreibt.

Im Frühjahr sprudeln die Quellen in den Bühlerzeller Wäldern am stärksten: In  den vergangenen Jahren lag die maximale Quellschüttung immer bei knapp 20 Litern pro Sekunde. „Aber es gibt große jahreszeitliche Schwankungen“, stellte NOW-Mitarbeiter Marcus Bühler bei der Verbandsversammlung der Bühlertal-Wasserversorgung kürzlich in Bühlertann fest.

Quellen reichen im Sommer nicht

Wenn im Sommer der Wasserbedarf am höchsten ist, geben die Quellen im Bühlertal nicht mehr genug Wasser. 2015 schütteten sie im September und sogar im Dezember nur noch gut acht Liter pro Sekunde aus. Verbraucht haben die rund 7500 Einwohner des Bühlertal-Verbandsgebiets aber beispielsweise am 15. September 2015, dem Tag der maximalen Wasserabgabe, fast 26 Liter pro Sekunde. „Solche Tagesspitzen kann die Bühlertalgruppe nicht mehr abdecken“, stellte Bühler klar. Das Wasser kommt dann hauptsächlich von der NOW.

In diesem Jahr haben die reichlichen Regenfälle im Frühjahr die Quellschüttungen wieder normalisiert. Das Minimum der Quellschüttung liegt deutlich höher als im Vorjahr. Aber trotzdem reicht das Eigenwasser bei Weitem nicht, um den Bedarf zu decken. Er lag an einzelnen Tagen wie in 2015 deutlich über dem Bezugsrecht von 19 Litern pro Sekunde. „So lange im Monatsdurchschnitt das Bezugsrecht nicht überschritten wird, muss der Verband nichts nachzahlen“, erklärte Bühler, der seit Herbst 2016 für die technische Betriebsführung der Bühlertal Wasserversorgung zuständig ist, gegenüber unserer Zeitung.

Im September 2015 und 2016 hat der Zweckverband sein Kontingent aber fast ausgeschöpft. Insgesamt verbraucht die Bühlertalgruppe 2016 rund 390 000 Kubikmeter Wasser, Obersontheim 210 000, Bühlertann 110 000 und  Bühlerzell 70 000 Kubikmeter. Beziehen wird er bis Ende des Jahres einschließlich des eigenen Wassers aus dem Wasserwerk Heilberg rund 430 000 Kubikmeter. Das bedeutet, dass etwa 40 000 Kubikmeter verloren gehen. „Unter zehn Prozent, das ist ein sehr guter Wert. Vor 10 bis 15 Jahren lagen wir noch etwa bei 24 Prozent Verluste“, so Bühler.

Der Zweckverband Bühlertal Wasserversorgung ist nur ein ganz kleiner Abnehmer der NOW. Größter Abnehmer ist die Jagstgruppe, zu der Crailsheim und umliegende Gemeinden gehören. Auch die Haller Stadtwerke beziehen Wasser der NOW. Etwa ein Drittel des NOW-Wassers kommt aus Quellen innerhalb des NOW-Verbandsgebiets. Er ist seit 2007 stetig gestiegen, weil die NOW eigene Wasserwerke in Betrieb genommen hat und noch weitere plant, um weniger abhängig von Fremdwasser zu sein.

Fremdwasser bezieht sie größtenteils von der Landeswasserversorgung und zu einem kleinen Teil vom Bodensee. Bis 2020 will die NOW ihren Eigenwasseranteil auf knapp 50 Prozent steigern. Das wären rund 13 Millionen Kubikmeter.  „Die  Kosten für NOW-Wasser sollten durch weniger Fremdwasserbezug künftig relativ stabil bleiben“, meinte der scheidende Geschäftsführer der NOW, Ernst Rommel, anlässlich seines Abschiedsbesuchs bei der Verbandsversammlung des Zweckverbands Bühlertal Wasserversorgung.

Mehr eigene Wasserwerke machen den Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) zwar unabhängiger, steigern aber den Strombedarf des Wasserversorgers. Mehr als zwei Millionen Euro musste die NOW 2015 für Energie bezahlen. Für 2016 rechnet der Versorger gegenüber dem Vorjahr mit einem leichten Rückgang auf 1,9 Millionen Euro. Die NOW setzt auf Eigenstromproduktion durch ein Windrad, das Ende 2015 in Betrieb genommen wurde. Außerdem betreibt sie acht Photovoltaikanlagen, 16 Turbinen und ein Blockheizkraftwerk.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Doppelsieg mit richtigem Riecher

Zu Besuch bei Sabine Keßler in Geißelhardt: Sie errang bei der Deutschen Meisterschaft für Fährtenhunde 2017 mit Escada und Bryanna den ersten und zweiten Platz. weiter lesen