33 Sichtweisen der Abstraktion

Vom Gemälde über die Skulptur bis zur Installation: Der Haller Kunstverein präsentiert in der Galerie am Markt eine Verkaufsschau mit 34 abstrakten Werken von 33 Künstlern einer Berliner Projektinitiative.

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Werke von 33 Künstlern aus aller Welt teilen sich die kleinen Räume der Haller Galerie am Markt. Das schafft eine dichte, vielseitige Ausstellung.  Foto: 

"L'Oiseau présente: Be abstract", nennt sich im französisch-englischen Kauderwelsch die variable Schau: "Der Vogel präsentiert: Sei abstrakt". Die drei Künstlerinnen Gunna Schmidt, Anke Völk und Nicola Stäglich, der im Frühjahr letzten Jahres mit "Twist" beim Haller Kunstverein eine Einzelausstellung mit buchstäblich verdrehten Arbeiten vergönnt war, sind die tatkräftigen Kuratorinnen der Initiative.

Nicht mehr Platz als ein Blatt Schreibmaschinenpapier benötigen Nicola Stäglichs "Sequences of Light and Shade", filigran gestaltet mit schwarzer Acrylfarbe und MDF, also einer mitteldichten Faserplatte. Der sich bewegende Betrachter kann sich hier in der Dreidimensionalität mental sein ganz eigenes Kunstwerk erzeugen - so wie es derzeit in der Kunsthalle Würth bei "OpArt - Kinetik - Licht" der Fall ist. Mit 1300 Euro gilt dies übrigens als das preisgünstigste Exponat der Schau - für das 2010 entstandene Ölgemälde "Untitled" von Monique van Genderen muss der Liebhaber 30.000 Euro investieren. Anke Völk präsentiert zwei quasi textile "Überwürfe" - monochrom bemalte und zusammengeleimte Papiere über Bambusstäben. Die flächenmäßig größte Arbeit steuert Gunna Schmidt bei. Ihr Diptychon "Enigma" misst 240 auf 320 Zentimeter: geheimnisvolle Farbzeichen auf weißem Baumwollkörper.

Gleich zwei distanziert voneinander platzierte Versionen eines "Mandala for Berlin" als lichtstark flimmerndes Perpetuum mobile (dank LEDs) darf der Australier Giles Ryder ausstellen. Kreatives von A bis Z: Jan Albers zeigt seine zierliche, leicht metallisch wirkende Keramik "clarClay", während Claudia Zweifel mit dem gleichen Werkstoff trikolorisch die "Elemente einer Erfindung" entwickelte.

Kunstvereinsvorsitzender Peter Ege freut sich in seiner Begrüßung bei der Vernissage, neben Nicola Stäglich noch drei weitere Künstler begrüßen zu können, die sich bereits solo in der Galerie am Markt bewährt hatten: Isabel Kerkermeier (2004), Klaus Merkel (2009) und Klaus-Martin Treder (2011).

Eine profunde Einführung in die reichhaltige Ausstellung, welche an der Stirnseite des Erdgeschosses sogar über drei Ebenen hinweg eine "Petersburger Hängung" erzwang, erteilt Dr. Sonja Klee. Geometrische Strenge als auch fast Anarchistisches: Die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten lassen es dem Besucher nicht langweilig werden. Und jeder einzelne Gast kann sich dabei selbst erkennen - zumindest in einem Spiegel, der in die schwingende Schwebe-Installation "Ode to Sunny Buco" von Lucio Auri integriert ist.

Info Die Schau ist bis 9. September mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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