315 Beschäftigte streiken in Schwäbisch Hall

Rund 315 Beschäftigte der Haller Unternehmen Optima, Recaro und Klafs haben sich am Dienstag zu einem halbstündigen Warnstreik getroffen. Ihnen geht es um mehr Geld, Weiterbildung sowie Altersteilzeit.

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Die Forderungen der IG Metall für die laufende Tarifrunde umfassen drei Aspekte: Die Gewerkschaft erwartet für die Beschäftigten der Metall- und Elektrobranche 5,5 Prozent mehr Gehalt. Außerdem sollen die Beschäftigten die Möglichkeit zur Altersteilzeit haben sowie die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden.

Heidi Scharf, die Erste Bevollmächtigte der IG Metall, hob sich in ihrer Rede auf dem Optima-Parkplatz am Steinbeisweg den Aspekt der tariflichen Gehaltserhöhung bis zum Schluss auf. Zunächst plädierte sie für eine betriebliche Altersteilzeit. „Die Menschen wollen nicht kaputt in die Rente stolpern, sondern noch etwas vom Leben haben“, so die Gewerkschafterin.

Für eine Bildungsteilzeit würden die sich entwickelnden Anforderungen in vielen Unternehmen sprechen, so Heidi Scharf. „Die Beschäftigten sind bereit, sich zu engagieren. Dieses Engagement für Weiterbildung sollte belohnt und gefördert werden. Aber stattdessen erklären die Arbeitgeber, es sei das Privatvergnügen der Menschen.“ Den Betrieben würde die Förderung der Weiterbildung nutzen.

Lachen oder weinen über Angebot

Hinsichtlich der Entgelt-Erhöhung schlagen die Arbeitgeber ein Plus von 2,2 Prozent vor. Bei diesem Angebot wisse man nicht, ob man lachen oder weinen soll, so Heidi Scharf. „Das Angebot ist vollkommen unangemessen, und wir werden das natürlich ablehnen“, rief die Bevollmächtigte ins Mikrofon. Die IG Metall erwartet, dass die Beschäftigten an der Produktivitätsentwicklung beteiligt werden, dass ein Teil der Gewinne bei ihnen ankommt und das der erwartete Preisanstieg angemessen ausgeglichen werde.

„Es ist wichtig, auf den Hof zu gehen um zu zeigen: Wir wollen das wirklich, was die Tarifpartner aushandeln“, sagte Rainer Koch, Betriebsratsvorsitzender der Optima-Gesellschaft Optima Nonwovens. Die Optima-Unternehmensgruppe ist nicht tarifgebunden. Die Tarifbindung zu erreichen sei aber das Ziel der Arbeitnehmer, so Rainer Koch.

Am Mittwoch treffen sich in Sindelfingen die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur dritten Verhandlungsrunde. Beobachter rechnen nicht damit, dass dabei eine Einigung erzielt wird.
 


Wie die Metall-Arbeitgeber zu den Forderungen stehen

Bezahlung Der Arbeitgeberverband Südwestmetall warnt vor den Forderungen der IG Metall. „Wenn wir nach den zehn Prozent Plus in den letzten beiden Tarifrunden in diesem Jahr noch einmal kräftig drauflegen müssten, würde die Zahl der überforderten Betriebe weiter ansteigen“, sagt Rolf Blaettner, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken. Die Forderungen würden bei kleinen und mittleren Arbeitgebern Arbeitsplätze gefährden.

Weiterbildung Südwestmetall zufolge sei es nicht angemessen, dass Mitarbeiter auf Kosten der Betriebe persönliche Weiterbildungen in Anspruch nehmen, unabhängig von betrieblichen Anforderungen.

Altersteilzeit Es passe nicht in die Zeit, dass gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter mit Zuschüssen des Arbeitgebers und der Kollegen „finanziell gut gepolstert früher in die Rente gleiten dürfen“. just

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