26 weitere Gästezimmer geplant

Staatssekretärin Gisela Splett besucht gestern Klein- und Großcomburg in Steinbach, um sich ein Bild vom Sanierungsstand der Landesakademie zu machen.

|
Beim Besuch an der Kleincomburg (von links) Catherine Kern, Jutta Nieman, Gisela Splett, Dirk Vogt-Merz.  Foto: 

An einer Stelle muss der Mann mit dem großen Schlüsselbund dann doch passen: Hinten, direkt neben dem Altar der Kirche St. Ägidius auf der Kleincomburg, will  Dirk Vogt-Merz die Besucher über einen Flur in den einstigen Trakt der JVA-Außenstelle führen. Doch kein Schlüssel passt. „Kein Problem, obwohl ich gerne mal dort reingeschaut hätte“, sagt Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) vom Landes-Finanzministerium. Der eigentliche Eingang über den Hof ist seit dem Wegzug der Häftlinge 2013 verbarrikadiert. Daher bleibt nur der Eindruck von außen.

Sanierung 1993 begonnen

Splett ist gemeinsam mit den Parteikolleginnen Catherine Kern (Kreisvorsitzende der Grünen in Hohenlohe) und Jutta Niemann (Haller Landtagsabgeordnete) zu Gast in Steinbach. Sie ist für Landesliegenschaften wie die Klein- und Großcomburg zuständig. Splett will sich am gestrigen Freitag einen Eindruck über den Sanierungsstand machen – und bekommt einiges zu sehen, vor allem auf der Großcomburg, wo die Landesakademie für Lehrer untergebracht ist.

Vogt-Merz sowie Akademiereferent Olav Stumme öffnen gesperrte Bereiche im Wehrgang, auch den Zugang zum Musik­turm. „Der muss noch saniert werden. Wir hatten dort einen Wasserschaden“, sagt Vogt-Merz, der die 1993 begonnene Instandsetzung der Gebäude von Beginn an begleitete.  Mehrere Wandbemalungen zieren den runden Raum. „Die stammen von Conrad Schauffele, der hier gerne über den Durst getrunken hat und dann kreativ wurde“, so Vogt-Merz mit einem Augenzwinkern.

Die Besucher bekommen noch mehr zu sehen: sanierte Schulungsräume, teils in moderner Optik, teils mit edlen Stuckdecken. Eine Auswahl der 82 Einzel- und Doppelzimmer. Eine neue Großküche, in der täglich 170 bis 200 Mittagessen für Lehrgangsteilnehmer und Montessori-Schüler serviert werden.

Mehr als 17 Millionen Euro hat das Land bereits in das Ensemble gesteckt. Die Staatssekretärin ist „beeindruckt, wie intensiv das hier genutzt wird und was Sie mit dem Geld herausgekitzelt haben“.

Ziel sind fünf Lehrgänge parallel

Olav Stumme spricht von einem Aushängeschild der Landesakademien. Drei gibt es in Baden-Württemberg. Auf der Comburg liegt der Fokus auf Schulleiter-Fortbildungen. „Dazu kommen nun Kurse zu Inklusion und Gesundheitsthemen.“ Ursprünglich seien es zwei Lehrgänge parallel gewesen, mittlerweile sind es vier. „Ziel sind sogar fünf.“ Zähle man alle Lehrer zusammen, käme man auf 20 000 Fortbildungstage im Jahr, dazu kämen 2000 externe Übernachtungen. „Wir sind sehr zufrieden.“

Dennoch hake es an manchen Stellen, aber die Wünsche an die Staatssekretärin werden nur zurückhaltend geäußert. Saniert werden müsse noch die Gebäudehülle der Dekanei, was rund 2,5 Millionen verschlinge, dazu kommen noch 1,6 Millionen für Parkplätze und Außenanlagen. „Dann sind wir hier weitestgehend fertig“, so Dirk Vogt-Merz.

Ein großes Projekt wartet dann aber noch an der Kleincomburg. Dort soll die Kirche innen so gerichtet werden, dass sie wieder als Veranstaltungsort dienen kann. „Der war sehr beliebt“, sagt Niemann. „Es ist wichtig, dass sie wieder zur Verfügung steht. Es gab dort tolle Konzerte.“

Bauprojekt könnte 2019 starten

Neben der Kirche, so der Plan, sollen weitere Räume für die Lehrerfortbildung in zwei der einstigen JVA-Gebäude entstehen. Insgesamt geht es um 26 Gästezimmer, deren Kosten sich zusammen auf 2,8 Millionen Euro summieren. „Wir können aber erst anfangen, wenn uns die Mittel zugesagt werden“, so Vogt-Merz. Die Pläne liegen bereit, bei einer Zusage 2018 könnte das Projekt 2021 abgeschlossen werden.

Staatssekretärin Splett macht zumindest in der Hinsicht Hoffnung, dass die Landesregierung weitere Mittel für die Instandhaltung der Landesliegenschaften bereitstellen will. Was die Projekte in Hall anbelange, so Niemann, müssten die Posten dafür erst im nächsten Landeshaushalt verankert werden. „Da setzen wir uns ein, weil wir auch den dringenden Bedarf sehen.“

Dem Land gehören 8000 Gebäude, die eine Fläche von rund zwölf Millionen Quadratmeter bieten. Dazu kommen noch 35 000 Hektar an Grundstücken sowie 60 Domänen. Eine davon liegt neben der Kleincomburg. Ulrike Neidhardt und Willem Tette haben das Anwesen 2016 übernommen, nachdem die JVA-Außenstelle samt Kleincomburg mit Gemüseanbau und Tierhaltung 2013 aus Kostengründen geschlossen wurde. Das Paar betreibt mit Familie auf dem 20 Hektar großen Areal ökologische Landwirtschaft mit Anbau und Tierzucht. thumi

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Viel Zeit und Mühe investieren

Wer einen ausländischen Mitarbeiter einstellt, muss einiges mehr beachten als bei einheimischen Kollegen. weiter lesen