138 Vorschläge für Reisen und Ausflüge

Die Vellberger feiern ihren Hauptamtsleiter Hans Ebert wie einen scheidenden Bürgermeister.

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Auch die „Schlossfunken“ und ihre Leiterin Karin Schneider verabschieden sich von Hans Ebert.  Foto: 

Den Kerle hab’ ich als meinen Nachfolger vorgesehen, aber er wollte ja keinen Bürgermeister machen“, bedauert Vellbergs ehemaliges Stadtoberhaupt Hermann Frank. Der 95-jährige Ehrenbürger ließ es sich nicht nehmen, am Freitag bei der Verabschiedung von Hauptamtsleiter Hans Ebert ein Grußwort zu sprechen. „Die Abschiedsfeier ist ja fast wie für einen Bürgermeister“, konterte der Angesprochene, „nur die Pension ist etwas kleiner.“

In der Festhalle in Großaltdorf fanden sich viele ein, denen Hans Ebert in den vergangenen 40 Jahren wichtig und unverzichtbar war: Bürgermeisterin Ute Zoll mit dem kompletten Rathausteam, der Gemeinderat, der Ortschaftsrat von Großaltdorf, die Feuerwehr, Vertreter der Nachbargemeinden, der Andechser Kultur- und Sportclub, der TSV und natürlich die Familie Ebert. Für Musik und lockere Atmosphäre sorgte Bernis Trio, das zur Feier des Tages sogar als Quintett auftrat. Die Mädchengarde „Schlossfunken“ tanzte wie beim Weinbrunnenfest und brachte unter der Leitung von Karin Schneider als Showtanzgruppe „Beatchasers“ Schwung auf die Bühne.

Voller Einsatz bis zum Schluss

„Spritzig, dynamisch, immer in Bewegung, immer viel zu tun“, so beschrieb Bürgermeisterin Ute Zoll ihren scheidenden Hauptamtsleiter und dienstältesten Mitarbeiter. „Noch am letzten Arbeitstag war er voll in der Sachbearbeitung drin und hat bis zum Schluss alles gegeben.“ Deshalb habe das Rathaus für ihn eine bunte Abschiedsfeier organisiert: „Das haben Sie sich verdient, Herr Ebert!“ Sonst war es er, der für andere Feste, Jubiläen und Ausflüge organisiert hat: 38 Weinbrunnenfeste, 37 Christkindlesmärkte, 29 Sonnwendfeiern und vieles mehr.

Stadtrat Walter Neumann sieht Ebert „auf dem besten Weg, ein Altdorfer Original zu werden“. Die Begriffe Geselligkeit, Humor und Schlagfertigkeit zogen sich wie ein roter Faden durch alle Grußworte. „Auf Deine offene und ehrliche Art konnte man sich immer verlassen“, sagte Ortsvorsteherin Andrea Binder. Bei Kämmerer Oliver Taubald klang es so: „Hans Ebert hat mit seinem umtriebigen Tun dafür gesorgt, dass es immer spannend war im Haus.“ Wie spannend, dass zeigte ein Querschnitt von Fotos und Videos mit Hans Ebert in voller Aktion, zum Beispiel bei einer Trauung, als der Hobbyhistoriker dem Brautpaar die Wappen an der Wand und am liebsten noch Vellbergs lange Geschichte erklärt hätte, bis ihm einfiel: „Aber ihr seid ja zum Heiraten hergekommen.“ Ebert staunte, wo „die Mädels vom Rathaus“ all die Fotos hergeholt haben. „Zum Glück haben sie aber nicht alle gefunden.“

Bier als Hobby

„Bewegung und Bier“ sei sein Hobby, hat er selbst erklärt. Das war das Stichwort für den Gemeinderat, ihm „eine Bierkur“ mit ebenso viel Biersorten wie Ratsmitgliedern zu schenken und für Dieter Rapp vom Andechser Club, an gemeinsame Brauereibesichtigungen, Wanderungen und Wallfahrten zum Kloster Andechs zu erinnern. Ebert ist bald seit 40 Jahren Vorsitzender des Andechser Clubs.

Der „Fußballrekordmeister“ und Borussia-Dortmund-Fan Hans Ebert habe beim TSV 71-mal den Titel gewonnen, war auch bei Leichtathletik und Radfahren kaum zu schlagen und hat für seine langjährigen ehrenamtlichen Verdienste die Landesehrennadel bekommen. „Wenn man 40 Jahre bei der Stadt ist, weiß man alles“ verkündete Hans Ebert und gab so manche Anekdote aus seinem reichen Erinnerungsschatz zum Besten.

Es hat sich herumgesprochen, dass er im Un-Ruhestand mit seiner Ehefrau Sieglinde viel unterwegs sein will. So gab es etliche Reisegutscheine „und 138 Vorschläge für Radtouren, Wanderungen und Reisen – bevorzugt in Zoll-freie Gebiete“, meinte Ebert mit kleinem Seitenhieb auf die Bürgermeisterin.

Riedel übernimmt Posten

Für seine Nachfolgerin im Hauptamt, Kristina Riedel, legte er die Andechser Mönchskutte an und betete: „Herr, erwärme das eiskalte Wasser, in dem Kristina ab Montag baden wird.“ Die stehenden Ovationen für ihn kommentierte der frisch gebackene Ruheständler: „Des Künstlers Brot ist der Applaus, und heute bin ich satt geworden.“

Hans Ebert wurde am 23. Februar 1954 im damaligen Kreiskrankenhaus Ilshofen geboren. Er ist verheiratet mit seiner Frau Sieglinde. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder. Eberts Vorfahren lebten seit 1846 in Großaltdorf, davor 80 Jahre in Eschenau. 39 Jahre lang leitete er das Hauptamt im Rathaus Vellberg.

Im Bericht am Freitag war genannt, Hans Ebert würde im Juli zur Försterhochzeit nach Landshut reisen. Das war ein Tippfehler. Das Ziel der Reise ist die Fürstenhochzeit, die dort alle vier Jahre groß gefeiert wird. Wir bitten, diesen Fehlen zu entschuldigen.

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