Nach Contador ist nun Jan Ullrich dran

Bielefeld.  Nach dem Urteil im Fall Alberto Contador ist heute der ehemalige Radstar Jan Ullrich an der Reihe. In Frankreich gibt es neuen Doping-Wirbel.

Jan Ullrich zeigte sich von der zweijährigen Dopingsperre gegen Alberto Contador überrascht und hat seinem Leidensgenossen Mut zugesprochen. "Das ist ein hartes Urteil, damit habe ich nicht gerechnet. Ich wünsche Alberto viel Kraft, dass er im August stark zurückkommt. Ein Fahrer wie er ist toll für die Branche", sagte Deutschlands einziger Tour-Sieger.

Ullrichs eigene Leidenszeit endet heute. Mehr als fünf Jahre nach der Verwicklung des einstigen deutschen Radstars in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes will der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne heute sein Urteil sprechen. "Ich bin froh, dass die Entscheidung kommt. Ich warte seit fast sechs Jahren auf eine Entscheidung, ich habe viel leiden müssen bis hin zum Burn-out. Ich will die ganze Etappe abschließen", sagte Ullrich gestern in Bielefeld.

Im heutigen Urteil geht es um ein eingestelltes Verfahren des Schweizer Radsportverbandes vom Februar 2010. Trotz eines Nachweises der Staatsanwaltschaft Bonn, dass Ullrich Blutbeutel bei Fuentes gelagert hatte, stellten die Schweizer ihre Ermittlungen ein. Dagegen klagte unter anderem der Rad-Weltverband UCI. Alles scheint möglich: Entweder weisen die Richter in Lausanne die Klage des UCI ab, dann bliebe es bei der Einstellung des Verfahrens. Der CAS kann den Schweizer Verband aber auch auffordern, den Fall noch einmal aufzurollen. Überdies ist nicht ausgeschlossen, dass das oberste Sportgericht nach der Contador-Sperre selbst ein abschließendes Urteil fällt.

Aber auch wenn heute im Fall Ullrich mit der Vergangenheit abgeschlossen werden sollte - dem Radsport bleibt die Doping-Problematik erhalten. Gestern haben Dopingfahnder zwei Wohnungen der französischen Radsport-Legende Jeannie Longo durchsucht. Der Ehemann und frühere Trainer Longos, Patrice Ciprelli, ist wegen des Verdachts des Handels mit dem Blutdopingmittel Epo in Polizeigewahrsam genommen worden. Ein Dopingverfahren gegen die 53-jährige, noch aktive Longo, die 13 WM-Titel gewann und im Sommer an den Olympischen Spielen teilnehmen will, war erst im November eingestellt worden.


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Autor: SID/DPA | 09.02.2012

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