Eine Welle des Erfolges

So langsam nehmen die Tabellenstände in den einzelnen Ligen Konturen an und die drei Aushängeschilder der Region haben daran maßgeblichen Anteil. Zwei Oberliga-Teams sind frei von Abstiegssorgen.

Sowohl der TSV Eningen in der Oberliga Herren als auch die TSG Reutlingen (Oberliga Damen) dürften nach ihren erneuten Siegen mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, während in der Landesliga Herren alles nur noch auf das Aufstiegsduell zwischen dem PSV Reutlingen und der TG Nürtingen hinausläuft.

Zwei Sätze lang demonstrierte der TSV Eningen fast fehlerfreien Volleyballsport und begeisterte die zahlreichen Fans mit spektakulären Abwehraktionen ebenso wie mit einfallsreichen Schnellangriffen. Die Gäste aus Ludwigsburg, die ihre letzte Chance, näher ans Mittelfeld zu rücken, unbedingt nutzen wollten, hatten diesem Wirbel wahrlich nichts entgegen zu setzen. Auch der dritte Satz schien bis zum 10:4 so weiter zu gehen, als der MTV im Aufschlag alles oder nichts spielte und plötzlich die TSV-Annahme zu wackeln begann.

Doch trotz eines 20:23-Rückstands ließ sich die Frank-Truppe nicht aus der Ruhe bringen, wehrte zwei Satzbälle ab und verwandelte den ihrigen zum 27:25 sicher. Nun kann man beruhigt in die zweiwöchige Pause gehen und machte in der Tabelle einen Riesensatz auf Rang vier.

TSV Eningen Herren: Anft M., Anft P., Bauer M., Bauer S., Friedrichson, König, Lenz, Mattes, Puknatis, Schneider, Schopp, Wödl.

"Das war die richtige Antwort auf die Unsportlichkeiten vor einer Woche in Stuttgart", freute sich Pressesprecherin Sandra Narr mächtig über den 3:1-Erfolg ihres Teams gegen den TSV Stuttgart 2, dessen "Erste" die TSG Reutlingen ja bereits vor Wochenfrist mit einer Niederlage vom Feld geschickt hatte. Nach dem Verlust des ersten Satzes, in dem die Binmöller-Schützlinge noch zu viel Respekt vor dem Gegner hatten und die Angriffe stets eine sichere Beute der Gäste-Abwehr waren, stellte die TSG im zweiten Durchgang ihr Spiel um und beschäftigte den TSV mit Lobs, kurzen oder langen Angriffsbällen derart, dass dieser völlig seinen Faden verlor und beide Sätze klar abgeben musste. Im vierten Satz hatten sich die Stuttgarterinnen dann endlich besser eingestellt, während die TSG nun ihrerseits wieder eine höhere Fehlerquote aufzuweisen hatte. Beim Stande von 14:22 sah alles nach einem fünften Satz aus, doch plötzlich kamen die Aufschläge der Achalmstädterinnen wieder risikoreicher und über 20:23 und der Abwehr zweier Satzbälle schaffte man tatsächlich zunächst den 24:24, dann den 26:26-Gleichstand. Ein gelungener Angriff und ein perfekter Block von Helena Tilman ließen dann alle Dämme brechen und jubelnd lagen sich die TSG-Spielerinnen in den Armen. Mit dem Sieg hat man nun auch Dettingen/Teck überholt und kann voller Selbstbewusstsein in die letzten Saisonspiele gehen.

TSG Reutlingen: Burkhardt, Dunquah, Fischer, Gruschwitz, Gutoaia, Gilly, Hattingen, Müller, Narr, Schief, Schnaith, Tilmann.

Die Verfolger Weiler und Botnang innerhalb einer Woche jeweils mit 3:0 distanziert und dem Spitzenreiter Nürtingen schon wegen des besseren Satzverhältnisses weiterhin mächtig im Nacken. Besser könnten die Voraussetzungen für den Gipfel am 11. Februar nicht sein. Aber auch wenn es nicht ganz zur Krönung reichen sollte, der zweite Platz und damit die Relegation ist dem PSV Reutlingen zu 99 Prozent sicher.

"Auch Botnang hat uns drei Sätze lang gut beschäftigt und das klare 3:0 täuscht etwas darüber hinweg, dass wir heftigen Widerstand brechen mussten. Ich weiß auch nicht, wie sich das Spiel entwickelt hätte, wenn die Gäste ihre beiden Satzbälle im dritten Satz genutzt hätten. Doch meine Mannschaft schafft es einfach zurzeit, auch Schwächephasen zu kompensieren und dann stärker als zuvor zurückzukommen. Deshalb traut sich auch Jeder, selbst bei einem 22:24 gegen uns, Verantwortung zu übernehmen und das Spiel noch zu drehen. Ich würde mich für das Team freuen, wenn die beste Saison, die wir je gespielt haben, mit dem Titel enden würde", war PSV-Trainer Florian Rieleder zurecht stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die auf einer regelrechten Erfolgswelle reitet.

PSV Reutlingen: Grimm, Haas, Heinermann, Karlewski, Lambertsen, Margenfeld, Polreich, Proebster, Rieleder, Schmitz, Senkler, Wolf.

Keine Probleme hatten die Bezirksliga-Damen des TSV Eningen, um beim sieglosen Schlusslicht SV Holzgerlingen in nur einer Stunde mit 3:0 als Sieger das Feld zu verlassen. Damit bleiben die Anft-Schützlinge punktgleich mit der TSG Tübingen 2 an der Tabellenspitze und haben in zwei Wochen ein echtes Spitzenspiel in der Arbachtalhalle.

TSV Eningen Damen: Bings, Buckendahl, Folberth, Geesmann-Frank, Hellmann, Hess, Missbauer, Ribeiro-Küppers, Sautter, Schiedt-Woickiewiez, Schroeder, Vielsack, Zander.

Pech für Betzingens Damen mit fatalen Folgen. Da rangen die Buschmann-Schützlinge dem hohen Favoriten VfL Sindelfingen zwei Sätze ab und verloren nur denkbar unglücklich mit 14:16 im fünften Satz, um dann dem Kräfte zehrenden Spiel im eigentlich wichtigen Kellerduell gegen die TSG Tübingen 1 Tribut zollen zu müssen und mit 0:3 einfach sang- und klanglos unterzugehen.

Nun wird es sehr schwer die Klasse zu halten, denn aus den verbleibenden fünf Saisonspielen würde man wohl mindestens drei Siege benötigen, um wenigstens den Relegationsplatz zu erreichen.

TSV Betzingen Damen: Braun, Favretto, Gerlach, Jamborzadeh, Kühne, Litz, Retzlaff, Schwendemann, Straub, Wanner.


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Autor: ROLAND PAUCKNER | 31.01.2012

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