Aufatmen beim SSV
Ein herrliches Tor von Julian Grupp sicherte dem SSV Reutlingen vor 770 Zuschauern einen 1:1-Heimsieg gegen den Aufsteiger Spvgg Neckarelz. "Ich bin erleichtert", sagte SSV-Trainer Lothar Mattner.
Das Durchatmen des Reutlinger Trainers hatte seinen Grund. Denn Neckarelz zeigte ein tolles Kombinationspiel, war das bessere Team - versäumte es aber daraus auch Tore zu machen. Der SSV bemühte sich, aber man merkte den jungen Spielern die Belastungen der letzten Wochen an. Die Frische fehlte, körperlich und geistig. Trainer Mattner wagte in de Pause einen Dreifach- Wechsel mit dem Risiko, in Unterzahl spielen zu müssen. Der Schachzug ging auf, das Team stabilisierte sich, auch wenn sich Neckarelz weiter Topchancen herausspielte. "Wir hatten schwere Beine, als ob wir Skistiefel angezogen hätten, das Ganze ging an die Substanz, wir spielten schwach, ja manchmal katastrophal", sagt der Kapitän Manuel Waidmann.
Die Gäste waren am Ball stark, beim SSV fehlte der finale Pass. Nur einmal wurde es brenzlig, als Hickel den Ball vor Rill fallen ließ, sich das Spielgerät aber gerade noch wieder schnappen konnte. Kein Wunder, dass sich Peter Hogen, der Trainer von Neckarelz ärgerte: "Wir boten unser bestes Auswärtsspiel. Wir vergaßen nur das Tor zu machen. Wir hatten ja fünf hochkarätige Chancen."
In der Tat taten sich in der Reutlinger Hintermannschaft große Lücken auf. Es dauerte, bis sich die Abwehr stabilisierte. Nach vorne ging beim SSV auch nicht viel, zahlreiche Fehlpässe ließen ein Aufbauspiel erst gar nicht aufkommen. Nur einmal, da klappte es. In der 59. Minute bediente Andreas Rill Grupp mit einem Steilpass. Das Talent wurde immer schneller und jagte den Ball aus 14 Metern ins Netz. Das Tor gab Auftrieb, die Reutlinger hatten nun ihre Chancen - Kyei scheiterte am Keeper, Forzano kam einen Schritt zu spät und Hickel hielt gegen Forzano und Rill.
Der Gast spielte sehenswert, aber ohne Effektivität, so dass die Reutlinger erstmals in dieser Saison ohne Gegentor blieben. "Ich bin erleichtert, das war ein glücklicher Sieg. Mit dem Spiel bin ich nicht zufrieden, Neckarelz war uns in allen Belangen überlegen. Wir mussten den englischen Wochen Tribut zollen. Am liebsten würde ich den Mantel des Schweigens über das Spiel ausbreiten. Gute Noten haben sich Andreas Rill, der mit viel Power alle mitriss, Gühring und auch Tomasek verdient", sagte Lothar Mattner.
In Reutlingen waren sich alle einige, dass man Glück hatte und dass man sich solche Auftritte nicht oft leisten darf.
So spielten sie
SSV Reutlingen: Gühring - Kühnert, Seiler, Oliveira, Leyhr (46. Tomasek) - Tzakis (46. Grupp), Waidmann, Öztürk, Kyei - Rill, Boric (46. Forzano).
Zuschauer: 770.
Tor: 1:0 Grupp (59.).
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Autor: W. GATTIKER/P. WÖRZ | 30.08.2010
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Glückwünsche von Kapitän Manuel Waidmann (rechts) an den Torschützen Julian Grupp: Der SSV Reutlingen feierte am Samstag einen glücklichen 1:0-Erfolg über den Oberliga-Neuling Spvgg. Neckarelz. Foto: Axel Grundler
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