Keine Bäume ausgerissen
Nicht viel erben konnten die höherklassigen Handball-Vereine aus dem Bezirk an diesem Wochenende. Selbst der TSV Blaustein verliert, obwohl er gar nicht spielte: nämlich seinen Spieler Tim Graf an Söflingen.
Es bleibt dabei. Die Oberliga-Handballer der HSG Langenau/Elchingen können in dieser Saison auswärts einfach nicht gewinnen. Beim Tabellen-Siebten TV Willstätt setzte es eine 29:36 (14:16)-Niederlage. Da ein Teil der abstiegsbedrohten Konkurrenz (TSV Heiningen, TV Sandweier) es besser machte und die volle Ausbeute einfuhr, wird es nun im Abstiegskampf noch schwerer. Langenau fiel auf den vorletzten Platz zurück.
Dabei hätten die Gäste auf der Anreise Anschauungsunterricht nehmen können, wie man Bäume ausreißt. Aufgrund von Baumfällarbeiten an der A 8 standen die Langenauer bei Pforzheim eineinhalb Stunden lang im Stau. Erst 30 Minuten vor Spielbeginn trafen sie in Willstätt ein. Trotz der ungenügenden Vorbereitung erwischte das Team von Spielertrainer Jörg Baresel einen verheißungsvollen Start. Nach wenigen Minuten führte Langenau mit 4:2 - und schien in der Tat Bäume ausreißen zu wollen.
Doch in diesem Stil ging es nicht weiter. Zwar hielten die Langenauer die Begegnung im ersten Durchgang jederzeit offen. Doch kurz vor und nach der Halbzeit vergaben die Gäste in Überzahl einige gute Torchancen. "So etwas wird in dieser Liga bestraft", gab HSG-Rückraumspieler Patrick Fischer zu.
Ein weiterer Knackpunkt war die rote Karte für HSG-Spielertrainer Jörg Baresel (39.), die selbst aus Sicht der Gastgeber zweifelhaft war. Beim Versuch, Mathias Riedel an einem Wurf zu hindern, fiel der Willstätter unglücklich auf den Rücken. Die Schiedsrichter entschieden auf grobes Foulspiel und verwiesen Baresel des Feldes. Dennoch kamen die Langenauer elf Minuten vor Schluss noch einmal bis auf drei Tore heran. Doch zu einem Punkt reichte es nicht, was auch an Willstätts gut haltendem zweiten Torhüter Lotfi Hamadi lag. "Er war in der wichtigsten Phase unser Rückhalt", lobte ihn Willstätts Trainer Martin Valo.
Die Langenauer jedoch wollen sich von der erneuten Auswärtsniederlage im Abstiegskampf nicht unterkriegen lassen. "Der Glaube an den Klassenerhalt ist nach wie vor da. Das Feld liegt dicht beieinander, auf den neunten Platz fehlen nur drei Punkte", rechnet Fischer vor. Am Samstag geht es zu Hause gegen den Zwölften TB Kenzingen.
Böse überrascht wurden am Wochenende in der Württembergliga auch die beiden Vereine aus dem hiesigen Bezirk, der SC Vöhringen und der TSV Blaustein. Das Team aus dem Illertal verlor mit der 33:35-Heimniederlage gegen den TSV Wolfschlugen die Punkte, der TSV Blaustein, der bereits am Donnerstag mit 29:27 gegen Plochingen vorgelegt hatte, eine wichtige Stammkraft. Denn Rückraumspieler Tim Graf wird spätestens am Saisonende zum stark abstiegsgefährdeten Drittligisten und Nachbarn TSG Söflingen wechseln. Der 26-jährige ehemalige Vöhringer war für Blausteins Trainer Stephan Hofmeister vor allem in der Abwehr eine feste Größe.
Der SC Vöhringen lag gegen den TSV Wolfschlugen lange Zeit auf Siegerkurs, verschenkte aber durch einen unerklärlichen Leistungsabfall in der letzten Viertelstunde noch den Heimsieg und musste sich mit 33:35 geschlagen geben. Die Vöhringer waren gut gestartet, gingen durch zwei Treffer von Tobias Hermann schnell mit 2:0 in Führung. Die hielt bis zur Halbzeit (15:13). Nach der Pause erhöhte das Team von Trainer Lutz Freybott den Vorsprung sogar auf 21:16, und auch beim Stand von 26:22 machte sich der SCV noch keine größere Sorgen. Doch dann riss der Faden. Zwei, drei erfolglose Abschlüsse mit der "Brechstange", ein technischer Fehler - und schon waren die Gäste mit ihren herausragenden A-Bundesliga-Junioren dran. Zwar kämpfte Vöhringen noch mit dem Mut der Verzweiflung, doch Wolfschlugen behielt kühlen Kopf und fuhr mit zwei Punkten nach Hause.
Wenigstens einen Zähler hatte Landesligist TV Gerhausen dank des 26:26 (11:11) beim heimstarken Namensvetter Steinheim im Gepäck. In der ersten Halbzeit der teilweise überhart geführten Begegnung hatte meistens Gerhausen die Nase vorn, im zweiten Durchgang legten die Gastgeber vor. Kurz vor Schluss schien Gerhausen dank Treffern von Peter und Uwe Mayer die Partie noch drehen zu können. Doch 15 Sekunden vor Spielende erzielte Steinheim das Tor zum gerechten 26:26-Endstand, mit dem Trainer Thomas Weberruß angesichts von drei Ausfällen sehr gut leben konnte.
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Autor: GEK/KÄ/RL | 06.02.2012
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Tobias Hermann brachte den SC Vöhringen schnell in Führung. Am Ende setzte es jedoch nach einigen unerklärlichen Aussetzern eine 33:35-Heimniederlage gegen den TSV Wolfschlugen. Foto: Rudi Apprich
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