Verheerende Waldbrände in Spanien und Portugal: Fünf Tote

|
Freiwillige Helfer kämpfen in Obidos (Portugal) gegen die Flammen.  Foto: 

Portugal wird wieder von einer Feuersbrunst heimgesucht. Mindestens 27 Menschen sind bei Bränden in Mittelportugal ums Leben gekommen, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Feuer in Galicien im Nordwesten Spaniens kosteten vier Menschen das Leben. Etwa 50 wurden verletzt, 15 von ihnen schwer. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da die Rettungskräfte noch nicht in alle Gebiete gelangen konnten. Im Juni hatten mindestens 63 Menschen in den Flammen ihr Leben verloren.

Besonders betroffen sind die Bezirke Coimbra und Castelo Branco sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Es gibt 65 Brandherde, davon 32 mit besonders heftig wütendem Feuer. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, selbst gegen das Feuer vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

Die Flammenwände drangen gestern in Fischerdörfer an der Atlantikküste ein. In der Kleinstadt Mira im Bezirk Cuimbra und in der näheren Umgebung verbrannten zahlreiche Häuser. Nur mit Hilfe von 40 freiwilligen Helfern sei es den Feuerwehrkräften in Mira gelungen, ein weiteres Vordringen der Flammen zu stoppen, sagte der Präsident des Stadtrats von Mira, Raúl Almeida.

Bei den Toten handelt es sich um Bewohner im Katastrophengebiet. Zunächst gab es keine Hinweise darauf, dass auch Feuerwehrleute ums Leben gekommen seien. Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde wies Kritik an den Behörden zurück: Grund für die Eskalation sei nicht eine falsche Strategie der Brandbekämpfung, sondern die Heftigkeit der Brände und die besonders schwere Trockenheit in diesem Jahr.

Warmer Südwind hat die Brände immer wieder angefacht. Die Einsatzkräfte hoffen auf ein Atlantiktief, das an den nächsten Tagen Regenfälle bringen soll.

Bei Wald- und Buschbränden in der nordwestspanischen Provinz Galicien sind mindestens vier Menschen getötet worden. Der Vertreter der spanischen Regierung in der autonomen Region, Santiago Villanueva, sagte dem Sender Cadena Ser, alle Feuer dort seien vermutlich von Brandstiftern gelegt worden. Gegen mehrere Verdächtige werde ermittelt.

Etwa 20 bedrohte Ortschaften sind bisher evakuiert worden. Auch ein Studentenwohnheim der Universität Vigo und eine Fabrik des Automobilherstellers PSA Peugeot Citröen wurden geräumt. Insgesamt wurden in der Region bis zu 200 Brandherde registriert, 60 neue allein am Sonntagnachmittag. Betroffen war eine Fläche von mehr als 4000 Hek­tar, das ist mehr als das Vierfache der Fläche von Berlin.

Den Flammen nicht entkommen

In der Nähe von Nigrán südlich von Vigo kamen zwei Frauen ums Leben, die versucht hatten, den Flammen in einem Lieferwagen zu entkommen. Feuerwehrleute fanden ihre Leichen. Außerdem kam ein 67 Jahre alter Mann bei Carballeda de Avia ums Leben, als er die sich seinem Haus nähernden Flammen löschen wollte, wie die Zeitung „El Mundo“ berichtete.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy eilte am Montag nach Galicien, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Der galicische Regierungschef Alberto Núñez Feijóo bekundete über Twitter sein Beileid für die Opfer und fügte hinzu, dass er die Brandstifter verabscheue. Der Ministerrat der Regionalregierung kam zu einer Sondersitzung zusammen.

Im Juni sind bei Bränden im Bezirk Leira in der Mitte Portugals mindestens 63 Menschen ums Leben gekommen. Das Zentrum hatte bei Pedrógão Grande gelegen, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon.

Im August waren in der Mitte Portugals erneut mehr als 150 Waldbrände ausgebrochen. Auch damals hatte das beständig heiße und trockene Wetter die Ausbreitung der Flammen begünstigt. dpa

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Neue Form der Kooperation

Der DRK-Kreisverband Reutlingen und die Sportfreunde 02 Reutlingen bieten seit Oktober einen Sportlertreff für an Demenz erkrankte Leute an. weiter lesen